Konzert vor der Stiftskirche

Nachdem ich in Spanien mit der Duke fleißig ein kleines Repertoire eingeübt habe, ist es nun Zeit für unseren ersten öffentlichen Auftritt.

In Tübingen darf man an insgesamt sieben verschiedenen Standorten Straßenmusik machen, wovon ich heute drei besuchen werde:

Weil ich mein Konzert mit dem Handy aufnehmen will, bastle ich erst noch ein kompliziertes Interface vom SM58 Mikrofon auf 3-poliges XLR über 6,35 und 3,5-Klinke nach USB-C :

Dann geht es mit dem ganzen Equipment in die Stadt, …

… wo ich vor dem Auftritt noch etwas Werbung für das Vogelquiz auslege:

Meine anschießenden drei Liveacts laufen dann ganz gut, aber das Interesse des Publikums hält sich noch etwas in Grenzen. Am Ende verdiene ich immerhin eine Handvoll Münzen, …

… wo der Experte in Kopfrechnen natürlich sofort erkennt, …

... wieviel Geld das zusammen macht?

Nämlich 7 Euro und 29 Cent!

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Eigentlich eine klare Sache, trotzdem musste ich mindestens dreimal zählen, bis ich mir ganz sicher war. Theoretisch könnte ich mich aber auch dreimal verrechnet haben. Also wann gehen wir davon aus, dass etwas wirklich *wahr* ist ?

Weil ich für die Aufnahme nur ein Mikrofon verwendet habe, ist die Gitarre leider nicht besonders gut zu hören.

Auch deshalb beschließe ich, den Auftritt vor der Stiftskirche (am Holzmarkt) nochmal virtuell “nachzudrehen” und ein Musikvideo zu produzieren.

Dafür richte ich dann in unserem Hobbyraum mal wieder ein kleines Studio ein:

Neben den Filmaufnahmen werden auf dem Computer …

… diesmal zwei getrennte Tonspuren für Gitarre und Gesang gespeichert:

Für den Film plane ich insgesamt drei Videospuren, bzw. Ebenen: Den Hintergrund mit der Treppe zur Stiftskirche (muss noch gedreht werden), …

… dann die mittlere Ebene, wo ich mit der Gitarre zu sehen bin …

… und schließlich noch die vorderste Ebene, wo Passanten vorbeilaufen und Geld in mein Glas werfen:

An Ende werden es dann aber sogar vier Ebenen, weil noch ein lustiger Hund dazukommt:

Um die zahlende Kundschaft von Ebene 1 zu simulieren, habe ich verschiedene Kostüme mit in den Keller gebracht:

Nach den Aufnahmen im Studio geht es dann am 7. Mai wieder in die Stadt, um nach unserem samstäglichen Philosophentreff …

… vor der Stiftskirche die letzte Ebene für mein Musikvideo aufzunehmen, wobei ich für die Absperrung mit Münzen beschwertes Papier verwende:

Ich erkläre den Anwesenden mein Vorhaben und frage, ob sie vielleicht Ideen für etwas Action im Hintergrund hätten. Weil man mich auf dem großen Platz nur schwer hören kann, bekomme ich von einem Techniker, der hinter mir gerade die Bühne für das Abendprogramm aufbaut, netterweise noch ein Mikrofon in die Hand gedrückt.

Die etwa fünfminütige Aufnahme läuft dann recht gut: Insbesondere zwei schöne Damen und ein lustiger Hund sorgen für Unterhaltung im Hintergrund. Um noch zusätzliche Bewegung in den Film zu bekommen, leihe ich mir von zwei Zuschauern etwas Kleidung, um selbst noch ein paar Mal durchs Bild zu spazieren.

Wieder zuhause angekommen, montiere ich das Bildmaterial dann zusammen und sehe bei den Bluescreen Einstellungen erst einmal einen interessanten Effekt:

Der phantasiebegabte Bibelforscher erkennt auf dem Bild natürlich sofort, …

... welche Figur das sein könnte?

Der (dunkle) Erzengel Michael!

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Aber der rationale Beleuchtungsexperte widerlegt diese mögliche Realität und erklärt nach kurzen Nachdenken, …

... was die zwei Flügel in Wirklichkeit sind?

Die Schatten meines Körpers, welche durch die beiden Scheinwerfer links und rechts erzeugt werden!

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Der Hund aus den Hintergrundaufnahmen kommt wirklich gut und sorgt für eine nette “menschliche” Note im Film:

Außerdem kann mir das süße Pelzknäul dabei helfen, ein paar Schwächen meines Vortrags zu kaschieren. Leider ist der Hund nur einmal durchs Bild gelaufen, aber weil ich ihn mehrmals im Video brauche, versuche ich das Tier mit Differenzbildern zu extrahieren. Das funktioniert im ersten Schritt allerdings nur mit mäßigem Erfolg:

Nach einigen Stunden manueller (Nach-)Arbeit schaffe ich es schließlich, alles so hinzubekommen, dass es beinahe wie echt aussieht:

Am Ende werden noch die zwei Schönen (mit ihren Getränken) an einer thematisch passenden Stelle montiert und dann ist der virtuelle Auftritt irgendwann auch fertig:

Sieht doch ziemlich authentisch aus, oder? Verschwörungstheoretiker könnten jetzt vielleicht sogar behaupten, dass mein Konzert real und stattdessen die gerade erzählte Geschichte dreist gelogen sei .

Aber aufmerksame Cineasten haben natürlich längst den Beweis dafür gefunden, dass diese alternative Realität so nicht wahr sein kann, …

... weil sie einen Regiefehler entdeckt haben?

Bei 7:47 scheint im Hintergrund ein merkwürdiger Zeitsprung auf 2:42 passiert zu sein

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Viele musikalische Grüße aus dem Philosophenweg!

Michael Holzheu

PS: Hmm, ob räumlich begrenzte Zeitreisen vielleicht doch irgendwie möglich sind?

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