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Bayern zu Corona-Zeiten

Ich bin immer noch auf der Suche nach einer potenziellen neuen Heimat und schon seit längerem liebäugle ich mit dem, was Immobilien angeht, noch halbwegs bezahlbaren Niederbayern. Passenderweise hat meine „Dame vom See“ auch gerade wieder Zeit, also wollen wir uns die Gegend zusammen einmal genauer anschauen.

Außerdem würde ich gerne noch die Nature Community besuchen, welche sich in der Oberpfalz befindet. Und für mein Thema Computergeschichte habe ich einen Termin beim gerade im Aufbau befindlichen Computeum in Vilshofen vereinbart.

Insgesamt werden wir durch vier der sieben bayerischen Regierungsbezirke kommen, nämlich durch Schwaben, Oberbayern, Niederbayern und die Oberpfalz:

Quizfrage: Welche drei Regierungsbezirke fehlen noch?

Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken

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Aber vorher muss der VW-Bus erst noch im württembergischen Schwaben vollgetankt werden:

Dann geht es den Bodensee entlang, …

… wo sich Sand-Up-Paddeler, …

… Graureiher …

… und hübsche junge Damen tummeln:

Hinter dem See können wir bereits die Bayerischen Alpen erkennen:

Am nächsten Morgen geht es dann weiter nach Vilshofen zum Computeum:

Die Fenster des früheren Ladengeschäfts sind jetzt mit einem Poster zur Computergeschichte überklebt, …

… wo unglaublich detailliert auf die Entwicklung unserer EDV eingegangen wird, …

… zum Beispiel auch auf die Hollerith-Maschine, welche hier sogar mit dem „Start der EDV“ tituliert wird:

Darüber haben wir ja bereits im IBM Labor einen schönen Film gedreht. Das Museum in Vilshofen soll die Entstehung des PCs beleuchten und zeigt dazu passende Exponate, zum Beispiel die Singer 1501 von George Cogar, …

… welche bereits einen integrierten Nummernblock besitzt:

Wir sehen ein 8 Zoll Diskettenlaufwerk von IBM mit beachtlichen Ausmaßen, …

… den wahrscheinlich ersten Bus für Microcomputer, den Altair- oder S-100-Bus von 1975, …

… den Intel 8080-basierten Sol-20 von 1976, …

… den Texas Instruments TI-99/4 mit Plastiktastatur von 1979  …

… und schließlich den Nachfolger TI-99/4A von 1981 mit „ordentlicher“ Tastatur:

Dann steht hier übrigens noch die Nummer 63 der Commodore C64 Gold-Edition, …

… dessen jüngeren Bruder mit der Nummer 336 ich ja bereits aus dem Berliner Technikmuseum kenne.

Ziemlich erschöpft von den vielen Informationen parken wir anschließend auf einem Wohnmobil-Stellplatz bei Vilshofen und machen zur Erholung noch einen kleinen Abendspaziergang entlang der Donau:

Rechter Hand sehen wir eine große Graugans-Familie:

Ob da vielleicht irgendwo Nils Holgersson mit seinem Hamster Krümel dazwischen herumtollt?

Wir folgen dem „Donauplanetenweg“, wo Modelle unserer Himmelskörper im richtigen Maßstab und Abstand aufgestellt sind:

Am frühen Abend absolviere ich dann noch die letzte online Theoriestunde für meinen Motorradführerschein mit Zoom:

Prinzipiell echt super, was man mit der modernen Technik heutzutage alles anfangen kann, aber genügend Bandbreite braucht man dann dafür schon. Für die 90 Minuten Schulung werden dann immerhin 1,4 Gigabyte oder etwa 2 Euro meines mobilen Datenvolumens verbraucht. Dann wird es langsam dunkel hinter der Donau in Vilshofen …

… und meine Begleitung macht schon mal die Wärmflaschen für die immer noch recht kalte Nacht fertig:

Am nächsten Tag geht es dann weiter Richtung Süden nach Passau, wo wir uns erst mal die Universität anschauen, …

… welche im Jahr 2009 die Auszeichnung „Deutschlands schönster Campus“ erhalten hat:

Und tatsächlich ist es auch wirklich hübsch hier, die Universität liegt direkt am Inn, …

… alles sieht recht neu aus und auch auf eine ansprechende Architektur wurde offensichtlich viel Wert gelegt:

Wir schlendern an der Uferpromenade entlang …

… und werden wieder von zwei Graugänsen beehrt:

Weil ich die mobile Toilette meiner Begleitung nicht benutzen will, bin ich froh, als ich der Nähe des markanten Schaiblingsturms …

… mal wieder eine …

… richtig gute Einrichtung finde:

Weiter geht’s dann bis zur Mündung des Inns in die Donau:

Hier mal eingezeichnet unser Weg durch die Stadt und die Stelle, wo wir uns gerade befinden:

Weiter geht es durch die Altstadt, wo sich Häuser in einem auffallend guten Zustand präsentieren …

… und uns als Schwaben dieses „Gässle“ erfreut, …

… welches (jetzt wieder) Schwabgäßchen heißt:

Dann kommen wir noch am barocken Dom St. Stephan vorbei, …

… welcher, wie es sich für eine „ordentliche“ Kirche gehört, auf der zwar nicht sehr hohen aber trotzdem höchsten Erhebung zwischen Donau und Inn steht:

Dann verlassen wir die schöne Stadt Passau wieder und machen uns auf die Suche nach der ersten potenziellen Immobilie. Dabei fahren wir durch den (in gewisser Weise) südöstlichsten Teil Deutschlands, der mit den vielen Hügeln und Wiesen wirklich wunderschön aussieht:

Währen wir bei einer Pause die Aussicht genießen, …

… machen wir nebenbei noch den Blindtest, ob nun der teure oder der billige Kaffee besser schmeckt:

Auf der (am Ende erfolglosen) Suche nach dem Objekt, kreisen wir einmal um den Ort Untergriesbach:

Irgendwann geben wir auf und suchen uns ein abgelegenes Plätzchen, …

… wo ich dann zum ersten Mal unter Realbedingungen die Außendusche ausprobiere, was mit Waschlappen und wenig Wasserverbrauch erstaunlich gut funktioniert:

Bei einem einsamen Tennisplatz am Ortsrand wird es dann wieder Abend:

Am nächsten Tag geht es erst mal zum Egginger See, wo wir uns dann erst mal ein bisschen in der Sonne entspannen, …

… ganz genauso, wie dieser Angler neben uns:

Dann besuchen wir den „Garten der Sinne“, wo zum Beispiel ein Gong …

… und eine Windharfe zu erleben sind:

Meine Begleitung identifiziert dann diese schönen Blümchen am Wegesrand als „Butterblumen“, …

… was sich dann auch als korrekt, aber laut Wikipedia nicht ganz exakt herausstellt. Meine nützliche Plantnet App klärt uns dann auf, dass unsere Butterblumen dieses Mal wohl Sumpfdotterblumen sind:

Und zu all dieser Schönheit liefert das Universum mir dann auch noch etwas Praktisches, nämlich dieses voll funktionsfähige DIXI-Klo:

Dann machen wir uns auf die Suche nach Immobilie Nummer Zwei, …

… welche wir dieses Mal dann über Google Maps auch ausfindig machen können:

Es ist ein Holzhaus mit vier Fischteichen, …

… wo uns dann auch noch diese hübsche Blindschleiche über den Weg läuft:

Wir wollen weiter Richtung Regen und auf dem Weg machen wir kurz Halt in dem Pfarrdorf Ranfels, dessen Kirchlein sehr exponiert auf einem Berg thront:

Weiter geht es Richtung Norden, wo sich dann schließlich, noch schneebedeckt, der höchste Berg des Bayerischen Waldes zeigt, …

… nämlich, mit seinen 1456 Metern, der Große Arber:

Wir haben das Navi auf Nebenstraßen eingestellt und ich bin dann froh, dass mein VW-Bus mit seinen 2,06 Metern Höhe nicht ganz so hoch, wie ein „richtiges“ Wohnmobil ist:

Nach 801,6 Kilometern …

… wird dann aufgetankt und Kopfrechnen ist angesagt:

73 Liter auf 801 km macht dann einen Schnitt pro 100 km von ...?

9,1 Liter

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Schließlich erreichen wir die Stadt Regen, welche wahrscheinlich nach dem Fluss Regen benannt wurde, der hier hindurchfließt.

Der Ort ist mir noch in guter Erinnerung, weil ich dort als Jugendlicher einmal mit dem FC Zöschingen für eine Woche im Sportcamp war. Weniger gut in Erinnerung habe ich das Freundschaftsspiel gegen die Regener Jugendmannschaft aus einem anderen Jahr, wo wir eine wirklich schlimme Klatsche hinnehmen mussten.

Das Zentrum wirkt …

… recht ausgestorben:

Wir lassen uns davon aber nicht abschrecken und schlendern trotzdem mit einen Eisbecher „To Go“ noch etwas durch die Stadt. Als wir weiterfahren wollen, kommt plötzlich ein Pärchen auf uns zu und interessiert sich für unseren VW-Bus.

Die beiden heißen Hannes und Sabine, sie haben vor kurzem auch ein Wohnmobil gemietet und sind dabei auf den Geschmack gekommen – deshalb das Interesse. Nach einer kurzen Vorstellung des Californias frage ich noch, ob wir bei ihnen vielleicht Wasser nachtanken dürften. „Kein Problem!“ heißt es und schon fahren wir zu ihnen nach Hause, wo ich den Frischwassertank dann wieder auffülle:

Beim mehrfachen hin- und herlaufen von der Küche zum Bus, komme ich an einer Tür vorbei, an der jede Menge Corona-Nachrichten hängen, unter anderem auch eine von unserem mittlerweile ja bundesweit bekannt-berüchtigten Tübinger Bürgermeister:

Hannes und Sabine sind sehr gastfreundlich und laden uns noch zu einem Plausch im Garten ein:

Dabei erfahren wir, dass Hannes in Regen regelmäßig auf dem Stadtplatz gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Das erklärt dann wohl auch die Zeitungsauschnitte an der Tür. Am Ende werden schließlich noch Adressen ausgetauscht. Auf Empfehlung der beiden gehen wir danach noch kurz in den Kurpark, …

… wo mich insbesondere diese langsame Wasserkraftschnecke beeindruckt, …

… welche wohl ganze 70% der potenziellen Energie in Strom umwandelt, um etwa 57 Haushalte zu versorgen:

Vom niederbayerischen Regen fahren schließlich weiter ins oberpfälzische Cham, welches sich [kaːm] ausspricht und auch als „Regenbogen Stadt“ bezeichnet wird, weil hier der Regen einen Bogen macht:

In Schaufenstern sehen wir Plakate gegen die Corona-Schließungen, welche Hannes vorhin noch im Gespräch erwähnt hatte:

Waren die Regelungen vielleicht doch etwas überzogen? Passend dazu hat dieser Kollege …

… möglicherweise einen treffenden Spruch in seinem Buch:

Wie auch immer – diesem Hund hier scheint die ganze Diskussion sowieso egal zu sein:

Am Marktplatz sehen wir dann einen wirklich besonderen Brunnen, der mich mit seiner Langsamkeit ein wenig an die Wasserkraftschnecke aus Regen erinnert:

Die Stadt Cham gibt sich fortschrittlich mit gut dokumentierter E-Bike-Ladestation …

… und kostenlosem WLAN, …

… das auch mit einem beeindruckenden Durchsatz glänzt:

Ok, vielleicht liegt das auch daran, dass außer uns gerade fast niemand da ist, genauso wie auf der Regen Brücke, …

… wo aber zumindest früher wohl Menge Menschen unterwegs waren:

Ein Stückchen weiter Richtung Norden kommen wir durch ein Dorf, …

… dessen Farben fast so aussehen, wie auf dem Empfangs-Schild der Nature Community, …

… die wir wegen der strengen Corona-Regeln nun leider nur von außen kennenlernen dürfen:

Nach dem kurzen Zwischenstopp geht es weiter nach Regensburg, wo ich auf dem Parkplatz mal wieder froh bin, dass mein California nicht ganz so breit, wie ein „richtiges“ Wohnmobil ist:

Hinter der Steinernen Brücke fließt der Regen in die Donau, …

… wobei sich das Wasser erst mal vom Bayerischen Wald ca. 100 km nach Nordwesten bewegt wird, bevor es dann über die Donau in fast genau gegengesetzter Richtung wieder nach Südosten fließt:

Wir dürfen noch den Auftritt eines Jet-Skis bewundern, …

… genauso wie viele andere Menschen, …

… welche meist in Corona-tauglichen Zweiergrüppchen zusammensitzen:

Auf der Brücke spielt ein Musikant …

… und wir genießen noch ein wenig den Blick auf die Stadt, …

… aber so langsam wird es Zeit, …

… dass wir weiter ziehen und vielleicht sollte auch irgendwann einmal …

… sein, dann müssten wir in der Stadt auch nicht die ganze Zeit die nervigen …

Aber am Ende muss sich wohl jeder seine eigene Meinung bilden …

… und es bleibt zu hoffen, dass wir auch alle schlau genug dafür sind:

Ach ja eins noch: Es gibt übrigens auch in Regensburg kostenloses BayernWLAN:

Auf der Weiterfahrt geht es am nächsten Tag über Feldwege mit tiefen Fahrrinnen, …

… wo der California mit seinen knapp 20 cm (?) Bodenfreiheit aber noch einigermaßen gut drüber kommt:

Auf dem Weg zum Starnberger See kommen wir an vielen Hopfenfeldern vorbei …

… und erreichen dann schließlich das fast 20 km lange Gewässer:

In Starnberg haben sogar die „normalen“ Läden geöffnet, …

… aber hinein gelassen wird man nur mit negativem Schnelltest:

Diesmal hilft mir mal Google Maps, eine öffentliche Toilette zu finden:

Von einer Verkäuferin erfahre ich, dass in Bayern seit Wochen wohl FFP2 Masken in Lebensmittelgeschäften getragen werden müssen, also erwerbe ich gleich eine davon:

Die Immobilienpreise laden nicht gerade dazu ein, am Starnberger See zu bleiben, …

… wobei sie hier sicher eine Null vergessen haben:

Da können diese beiden Kollegen „Haubentaucher“ …

… und „Bläshuhn“ wirklich froh sein, dass sie vom Immobilienboom kaum betroffen sind:

Es geht weiter nach Herrsching zur berühmten Benediktinerabtei Kloster Andechs, …

… deren Kirche wohl ursprünglich gotisch war und nachträglich „barockisiert“ wurde:

Im Innern ist sie recht aufwändig …

… im Rokokostil gestaltet:

Draußen entdeckt meine Begleitung diese Hochbeete und berichtet, dass diese immer mehr in Mode kommen, weil man sich da nicht mehr so bücken muss:

Dann verlassen wir das Kloster wieder und statten dem naheliegenden Ammersee noch einen kurzen Besuch ab:

Dieser wird wohl im Gegensatz zum vornehmeren „Fürstensee“ (Starnberger See) häufig auch als ländlich geprägter „Bauernsee“  bezeichnet:

Das ist dann auch die letzte Station für uns hier in Bayern und wir fahren wieder zurück nach Baden-Württemberg zum schwäbischen Meer, wo wir noch einen wirklich sehenswerten Sonnenuntergang geboten bekommen:

Neben ein paar Kollegen …

… übernachten wir vor einem geschlossenen Campingplatz:

Weil meine Begleitung noch Saatgut einkaufen will, besuchen wir am nächsten Morgen …

… noch eine Gärtnerei, wo man interessante Steinköpfe kaufen kann …

… und die mit einer wirklich wunderschönen Umgebung aufwartet:

Das war dann auch die letzte Station unserer kleinen Reise. Für die 6 Tage haben wir zwei Frischwasser-Füllungen benötigt, also etwa 45 Liter Wasser:

Außerdem haben wir 144 Liter Kraftstoff verbraucht, …

… was bei 1.641 km sowohl nach Adam Riese als auch dem VW-Computer einen Durchschnittsverbrauch von 8,7 Liter macht:

Dafür haben wir aber auch einiges erlebt und durften wieder jede Menge Neues dazulernen.

Liebe Grüße aus Tübingen!

Michael Holzheu




Schweizer Informatik im Winter

Auf der Suche nach Zeitzeugen der Computergeschichte, welche ich noch befragen könnte, entdecke ich auf Wikipedia eine „Liste bedeutender Personen für die Informatik“:

Beim Durchgehen der 77 Einträge finde ich dann schließlich, fast am Ende, Professor Niklaus Wirth:

Der Schöpfer von Pascal ist der einzige deutschsprachige Vertreter, welcher den Turing Award erhalten hat. Dieser Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen der Informatik, er ist aktuell mit einer Million Dollar dotiert und vergleichbar mit der Fields-Medaille oder dem Nobelpreis für andere Disziplinen.

Kurzentschlossen schreibe ich eine E-Mail mit der Frage, ob Herr Wirth vielleicht zu einem Interview mit mir bereit wäre. Als wenig später eine positive Antwort eintrifft, schwebe ich dann natürlich erst mal ein paar Tage auf Wolke Sieben.

Eine solche Chance sollte auf alle Fälle gut vorbereitet sein, deshalb wälze über drei Wochen lang ordentlich Literatur …

… und teste zudem noch Herrn Wirths Oberon System in einer Emulation auf meinem Computer:

Außerdem schaue ich mir die bereits im Internet verfügbaren Interviews von ihm an:

Bei der Gelegenheit informiere ich mich auch noch intensiv über die eidgenössischen Beiträge zur EDV ganz allgemein, wobei mir neben „Konrad Zuse und die Schweiz“ insbesondere das Buch „Informatik in der Schweiz“ sehr gut gefällt:

Damit sich die Reise auch lohnt, frage ich noch beim Museum für Kommunikation in Bern bezüglich eines möglichen Drehtermins an. Auch hier ist man positiv gestimmt und weil ich dort wahrscheinlich eine Kamerafrau brauche, kann ich dann schließlich noch meine Dame vom See dazu bewegen, mich auf dieser Tour zu begleiten.

Neben den Drehterminen wollen wir bei der Gelegenheit auch mal wieder ein bisschen mehr von der Schweiz kennenlernen. Hier schon mal die Strecke, welche wir dann im Folgenden zurücklegen:

Am 8. Februar geht es dann in der Früh endlich los Richtung Bodensee, …

… wo ich meine Begleitung aufgable, die dann am Abend im VW-Bus mit schweizer Würstchen gleich mal ein wirklich tolles Mahl zaubert, das fast aussieht wie aus einem Nobelrestaurant:

Beim Abwasch fällt dann plötzlich, ohne Vorwarnung, der Wasserhahn ab, Menno:

Am nächsten Morgen erwartet uns dann erst mal eine verschneite Landschaft …

… und bei einer Quelle wird Wasser nachgefüllt:

Am Nachmittag treffen wir, wie geplant, Professor Wirth in seiner Züricher Wohnung und ich führe dort dann das Interview mit ihm:

Zum Abschied signiert er mir netterweise noch zwei verschiedene Auflagen seines berühmten Buches „Algorithmen und Datenstrukturen“:

Zurück am Auto müssen wir leider feststellen, dass wir wohl die schweizer Schilder für Parkscheibenpflicht falsch gedeutet haben und müssen nun deshalb Strafe zahlen – immerhin, was IT-Technik angeht, sehr modern per Paypal und QR-Code:

Meine eher noch analog orientierte Mitfahrerin fragt sich dabei allerdings zurecht, wie man das eigentlich ohne Smartphone und Internet bezahlen könnte. Am nächsten Morgen geht es dann erst mal zum winterlichen Spaziergang auf den Trimm-dich-Pfad:

Weil ich die mitgebrachte mobile Toilette meiner Begleitung nicht verwenden will, bin ich dann froh, als wir bei einem Abstecher …

… dieses voll funktionsfähige DIXI-Häuschen entdecken:

Am nächsten Tag haben wir ja noch den Dreh-Termin in Bern und deshalb mache ich mich schon mal frisch an diesem abgelegenen Teich:

Weil die Flamme bei unserem Herd irgendwie immer kleiner wird, tauschen wir bei einem entsprechenden Geschäft zur Sicherheit noch die Gasflasche. Anschließend will ich es aber dann doch nochmal genau wissen und stelle beim Wiegen der alten Flasche fest, …

… dass diese eigentlich noch über halb voll war:

Vielleicht lag der niedrige Gasdruck ja auch einfach an den auf dieser Reise meist tiefen Temperaturen:

Am Donnerstag besuchen wir dann das Museum für Kommunikation in Bern, …

… wo wir von Juri, dem Sammlungskurator für Informations- und Kommunikationstechnologie, eine exklusive Führung durch das optisch wirklich eindrucksvolle Museum erhalten:

Neben vielen anderen interessanten Exponaten sehen wir zum Beispiel den berühmten schweizer Röhrenrechner ERMETH, …

… meine geliebten (schweizer) Alpen als Collage aus Briefmarkenmotiven, …

… mit der berühmt-berüchtigten Eiger-Nordwand, welche in diesem Blog übrigens noch einmal vorkommen wird, …

… einen Hughes-Typendrucktelegrafen mit interessanter Klaviertastatur, …

… diesen IBM S/360 Model 50 Mainframe, …

… oder eine Lilith Workstation von Professor Wirth im Holzgehäuse:

Außerdem darf ich zum ersten Mal eine Nachbildung des berühmten frühen Tennis for Two Videospiels bestaunen:

Beim Checkout werden noch Selfies von uns ausgedruckt, …

… wobei mir dann auffällt, dass das Haarewaschen ohne Shampoo vielleicht doch nicht ganz so gelungen ist:

Nach den Dreharbeiten im Museum fahren wir dann noch zum etwas außerhalb von Bern liegenden Depot, welches in einem Gebäude eines ehemaligen Kurzwellensenders untergebracht ist:

Ganz im Sinne unserer Mission als Historiker lädt uns Juri dann noch zum Nachtisch auf eine Creme Schnitte ein, …

… die hier wohl auch früher immer zu besonderen Anlässen von der Belegschaft verspeist wurde. Dabei erzählt er uns noch eine Geschichte von einem Mann aus dieser Gegend, der angeblich über seine Amalgam-Füllung in den Zähnen die Nachrichten des Senders in seinem Kopf hören konnte, bzw. musste.

Beim Essen treffen wir auch auf Tim, der hier als Restaurator und Konservator arbeitet. Mit ihm zusammen drehen wir dann anschließend den zweiten Teil über das Museumsdepot:

Neben dem prinzipiellen Interesse, endlich mal ein Depot filmisch zu erfassen, war insbesondere der legendäre Zuse M9 Rechenlocher eine große Motivation für mich, hierher zu kommen: Wir sehen die Lochkarten Ein- und Ausgabe, …

… sowie einen Teil der Recheneinheit, welche mit Fernmelderelais aufgebaut ist:

Außerdem gibts es hier weitere interessante schweizer Beiträge zur Informatik, zum Beispiel diesen Projektor, …

… der wohl bei den Apollo Mond-Missionen der NASA im Kontrollzentrum in Houston verwendet wurde, oder den Smakey 6 Rechner, …

… der von der Universität École polytechnique fédérale de Lausanne, oder kurz EPFL, basierend auf einem Zilog Z80 Prozessor entwickelt wurde.

Tim erzählt dann anschließend viel Interessantes über die Herausforderungen bei der Lagerung von Exponaten, zum Beispiel thematisiert er die Problematik der Alterung von Akkus:

Zum Abschluss darf ich für den letzten Teil unserer Trilogie auch nochmal selbst vor die Kamera und treffe dabei wieder auf das Werk von Niklaus Wirth:

Nach der Arbeit gibt es anschließend Abendessen auf einem Parkplatz mit schöner Aussicht vor der Kirche, die uns Juri empfohlen hat, …

… wo wir dann feststellen, dass das Wasser mittlerweile eingefroren ist:

Zum Glück hat meine Begleitung in weiser Vorrausicht für diesen Fall noch Wasser in Flaschen abgefüllt:

Am nächsten Tag komme ich nach dem Einkaufen einfach nicht an diesem Fotoautomaten vorbei, …

… und drucke ein kleines Erinnerungsbild aus:

Für die folgenden Tage ist dann Urlaub angesagt, wo wir auf wilden Wanderungen …

… interessante winterliche Strukturen sehen:

Nachdem sich die Gießkanne in der Schublade unter dem Rücksitz mal wieder eingeklemmt hat, …

… lerne ich dann noch, dass man auch von oben an die Sachen herankommen kann:

Wir verbringen anschließend noch zwei Tage am Campingplatz Fuellmattli, …

… von dem aus wir eine Wanderung …

… zum nahegelegenen Schwarzsee unternehmen, welcher leider gerade zugefroren ist und nur die Zuflüsse für die vielen Enten schiffbar sind:

Es ist wirklich frisch hier und der Atem gefriert so langsam auf meinem neuen Bart:

Besonders die letzten Meter zurück zum Campingplatz sind dann sehr sehenswert, mit Wasserfall …

… und schön gefrorenen Eiszapfen:

Am VW-Bus angekommen, muss die Standheizung wieder ganze Arbeit leisten, …

… doch plötzlich geht sie hartnäckig immer nach ein paar Sekunden von selbst aus und funktioniert erst wieder, nachdem ich den Motor ein paar Minuten lang laufen lasse:

Mein erster Verdacht ist, dass die Diesel-Pumpe der Heizung wohl über die, vielleicht jetzt zu schwache, Starterbatterie angetrieben wird und nicht über die zwei Zusatzbatterien, welche noch genügend Ladung anzeigen:

Als ich später zuhause den Wasserhahn bei der VW-Werkstatt reparieren lasse, wird mir aber versichert, dass dem nicht so sei und die Standheizung *ganz sicher* von den Zusatzbatterien gespeist wird – hmm, wie passt das jetzt wieder alles zusammen?

Als wir am nächsten Tag, bei herrlichem Wetter, den Campingplatz verlassen wollen, …

… drehen die Vorderräder durch und wir brauchen zusätzliche Man-Power, um unser Automobil wieder flott zu bekommen, …

… eigentlich erstaunlich, angesichts der nur wenige Millimeter tiefen Mulde hier:

Bei Sonne sieht die Welt dann gleich viel schöner aus …

… und auf dem Weg entdecken wir …

… interessante schweizer Kuhglocken aus verschiedenen Jahren:

Der Frost erschafft viele ästethisch schöne Eindrücke:

Wir fahren nach Thun, wo im Parkhaus mit VW-Bus tauglicher Deckenhöhe von über 2,20 Metern, ganz modern, besetzte Flächen mit Rot und freie mit Grün angezeigt werden:

Ebenso, wie der Gang zur Stadt in Rot …

… und Grün beleuchtet wird:

Auf dem Berg thront das Schloss Thun mit interessanter Bauweise …

… und hinter dem Thunersee ragen die Berner Alpen empor, …

… davor tummeln sich sehr fotogen Enten und Möwen:

Am Abend parkieren wir dann auf einem (zur Zeit wohl) kostenlosen Wohnmobilstellplatz …

… und meine „Dame vom See“ bäckt uns noch ein Brot für das Frühstück, das extrem lecker ist, aber eher wie eine gebrochene glühende Bremsscheibe aussieht:

Am nächsten Tag geht es auf einer schmalen Straße über den Berg …

… und anschließend wieder hinab zum Thunersee, …

… hinter dem von meiner Peakfinder-App bereits das berühmte Dreigestirn „Eiger“, „Mönch“, und „Jungfrau“ angezeigt wird:

Nachdem wir Interlaken hinter uns gelassen haben, fahren wir noch nach Grindelwald, …

… wo gerade die Zahnrad-Wengernalpbahn ankommt:

Weil uns das Wetter aber zu kalt und wolkig ist, fahren wir da nicht mit und werfen stattdessen nur noch einen kurzen Blick auf die berüchtigte Eiger-Nordwand, …

… bevor wir uns dann wieder auf den Heimweg machen. Am Ende tanke ich 74 Liter Diesel, …

… was übrigens etwa 192 Kilogramm Kohlendioxid für den Klimawandel bedeutet:

Damit sich diese Investition noch mehr lohnt und vielleicht auch ein bisschen von der Tastatur des Hughes-Typendrucktelegrafen aus Bern inspiriert, habe ich mir bei der Gelegenheit dann noch das E-Piano meiner Begleitung ausgeliehen, mit dem Vorsatz endlich einmal richtig Klavierspielen zu lernen:

Und apropos lernen – auf der Fahrt durfte ich auch mal wieder meinen Sprachschatz erweitern, hier eine Liste mit für mich neuen Wörtern aus der Schweiz:

  • Posten: Einkaufen
  • Parkieren: Parken
  • Kontrollnummer: Autokennzeichen
  • Schiesstabelle: Ballistische Tabelle für die Artillerie
  • Natel (von NAtionales autoTELefon): Handy
  • Jux: Witz
  • Knacknuss: Schwieriges Problem
  • Restauration: Wiederherstellung eines politischen Zustands oder sich im Restaurant wieder stärken

Der letzte Begriff wurde mir übrigens netterweise noch ausführlich vom Restaurator Tim erklärt, dafür an dieser Stelle nochmals besten Dank 😉

Liebe Grüße wieder vom Philosophenweg!

Michael Holzheu

PS: Wie immer an dieser Stelle noch die Filme zum Ausflug:




Zu Besuch im Deutschen Museum

Dieses Mal soll es nach München ins Deutsche Museum gehen, dem bezüglich der Ausstellungsfläche, größten Wissenschafts- und Technikmuseum der Welt.

Erklärtes Ziel der Einrichtung ist es, dem interessierten Laien in verständlicher Weise naturwissenschaftliche und technische Erkenntnisse möglichst lebendig nahezubringen.

Zuletzt war ich als Kind da, aber die vielen anschaulichen Experimente, die man dort machen konnte, sind mir tatsächlich bis heute eindringlich in Erinnerung geblieben.

Das Logo des Museums ist übrigens eine Eule:

Bei uns werden diesem Vogel meist Attribute, wie „klug“ oder „weise“ zugesprochen, aber in anderen Kulturkreisen verbindet man mit ihm auch oft andere Eigenschaften.

Bereits im Vorfeld habe ich mich mit Carola, der Kuratorin der Informatikabteilung, sowie der Pressestelle des Museums abgesprochen: Wir wollen Filme über die Kryptologie und die Zuse Maschinen drehen. Außerdem würde ich gerne noch in einen kurzen Rundgang dokumentieren, was es hier sonst noch so alles zu sehen gibt.

Eigentlich wollte mich Johannes von der Zegg-Gruppe auf der Tour begleiten, aber der fällt dann kurzfristig wegen Corona-Verdacht aus. Schade, denn ich wäre schon lieber zu zweit im California losgezogen:

Weil dann natürlich auch die Männerabende flach fallen, packe ich wenigstens noch „Die endgülte Vollversion“ von der IT Crowd ein:

Diese englische Serie behandelt auf sehr humorvolle Weise Kommunikationsprobleme zwischen Nerds und „normalen“ Menschen. Insbesondere die bekanntere amerikanische Fassung hat meiner Meinung nach die Akzeptanz von Nerds aller Art in unserer Gesellschaft deutlich erhöht. Ein weiterer Beleg für meine These wäre zum Beispiel der Adventskalender für Retro-Computer-Nerds, den es gerade bei uns im Supermarkt zu kaufen gibt:

Bevor es nach München geht, mache ich aber zunächst noch einen kleinen Umweg, um meiner Mutter nachträglich zum Geburtstag zu gratulieren. Es gibt ein wirklich göttliches Mittagessen, nämlich Heidschnucken mit Knödeln: Und echte Küchen-Nerds wissen natürlich auch, …

... was dazu am besten passt, nämlich:

Blaukraut

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Am Nachmittag geht es mit dem VW-Bus zum nahegelegenen Friedwald und wir machen danach noch einen Spaziergang auf herbstlich-bunten Wegen. Anschließend gibt es zur wohlverdienten Stärkung dann Mamas leckeren Kuchen:

Abends schauen wir noch zusammen die Quizshow „Ich trage einen großen Namen“, wo diesmal Horst Zuse, der älteste Sohn von Konrad Zuse auftritt. Im Vergleich zu unserem letzten Treffen sieht er aber dank professioneller Maske um mindestens 10 Jahre jünger aus:

Am nächsten Tag geht es dann, wie geplant, ins Deutschen Museum, dessen Turm auf der Museumsinsel bereits von Weitem hinter der Isar zu erkennen ist:

Er zeigt vorne seinen Windmesser und hinten seinen Barometer:

Die anderen zwei Seiten haben dann noch ein Thermometer und ein Hygrometer. Ist ja auch klar, dass man viele Messdaten braucht, für ein typisch …

Wie geplant, treffe ich mich um 10:00 mit Carola, um das genaue Vorgehen für heute zu besprechen. Anschließend mache ich dann erst mal alleine einen Rundgang durch die, zu dieser Zeit (zum Glück) sehr ruhige, Informatikausstellung:

Ganz besoders fasziniert mich der Helixturm von Konrad Zuse, welcher mit der Beleuchtung wirklich toll aussieht:

Das Fundament der Konstruktion beherbergt ein Magazin mit vielen Plättchen, die beim Ausfahren dann automatisch zum fertigen Turm zusammengesetzt werden:

Dann geht es in den zweiten Stock hinauf, wo ich über blitzblanke Stufen, …

… eine Galerie erreiche, die für mich wie die Nachbildung eines Reinraums aussieht:

Nach dem Rundgang geht es mit Carola zum Mittagessen in die Kantine und danach in ihre Kryptologie-Kabine, wo ich einen wirklich schönen Vortrag über Verschlüsselung von der Antike bis zur Neuzeit präsentiert bekomme:

Angefangen beim griechischen Skytale Holzstab …

… über die hübsche, aber etwas unsichere Kryha Chiffriermaschine, …

… bis zum modernen prozessorgetriebenen ersten Crypto-Taschenrechner der Welt:

Und der Vollständigkeit halber, hier noch unsere streng geheimen Passwörter, die wir für die Erklärungen verwendet haben, nämlich „Blaukraut“ und „Eule, Eulee“:

Nach der Kryptologie bleiben mir noch zwei Stunden für die Z3 und Z4 Filme. Weil gerade alle Zuse Experten vom Deutschen Museum verhindert sind, muss ich dabei zur Abwechslung mal selbst den Vortrag übernehmen:

Hmm ok, aber wer ist dann jetzt eigentlich der Kameramann? Zum Glück übernimmt diesen Job ein junger Mitarbeiter vom Deutschen Museum und wird so Teil des …

… Teams, welches dann auch wirklich gut zusammenspielt. Nochmals vielen Dank an dieser Stelle für den tollen Einsatz!

Und wo wir gerade beim Bedanken sind: Ich hatte das Glück, im Vorfeld mit einem Herrn vom Bedienpersonal telefonieren zu dürfen, welcher die Zuse Z3 über 17 Jahre vorgeführt hat:

Netterweise gab er mir noch den Tipp, ein eigenes Licht mitzubringen, um das Zuse KG Logo sichtbar zu machen, welches durch zweifarbige Relais gebildet wird. Außerdem wurde mir noch berichtet, dass Vorführungen leider nicht mehr möglich sind, weil die Stromversorgung der Maschine wohl den aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügt:

Eigentlich schade, denn der Film wäre mit laufender Maschine natürlich viel lebendiger geworden. Das ist jetzt aber nicht zu ändern, also versuche ich eben auf theoretischem Wege zu erklären, …

… wie die Z3 mit ihren Relais und Glimmlampen funktioniert *hätte*:

Zum Glück habe ich das Buch von Professor Rojas dabei, das mir dabei gute Dienste leistet:

Nach der Z3 geht es zur jüngeren Schwester Z4, ebenfalls ein Relaisrechner, an dem aber ein mechanischer Speicher angeschlossen war, dessen Gehäuse fast wie ein Tischkicker ohne Stangen aussieht:

Die Daten mussten irgendwie zwischen den elektrischen Relais …

… und dem mechanischen Speicher übertragen werden:

Dies wurde mit einer ziemlich wilden Konstruktion auf der Rückseite des Steuerpults bewerkstelligt:

Weil das so unglaublich ausschaut, kommen mir nach dem Besuch Zweifel, ob nicht damit vielleicht stattdessen die Schreibmaschine angeschlossen war:

Aber dann habe ich im Internet ein Bild von der ETH Zürich gefunden, auf dem man gut sehen kann, wie eine Stange an der Welle angeschlossen ist und so das Bedienpult mit dem Speicher verbindet:

Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv (CC BY-SA 4.0)

Bei meinem Vortrag hilft mir diesmal neben dem elektrischen Merkzettel auf dem iPad, …

… auch noch die ausgedruckte Z4 Bedienungsanleitung für die ETH Zürich vom Sommersemester 1952:

Um kurz vor sechs sind wir dann mit den Dreharbeiten fertig:

Mann-o-Mann, ganze acht Stunden im Museum! Na zum Glück habe ich mir zwischendurch mal eine Fußmassage gegönnt:

Wieder zurück im California, unterhalten mich dann am Abend …

… die zwei Computer-Nerds Roy und Moss aus „The IT Crowd“:

Na das ist ja witzig, die Glimmlampen der Z3 sehen doch genauso aus, wie diese Schalter vom Aufzug:

Hmm, ob das wohl neben echten Retro-Computer-Nerds auch „normale“ Menschen erkannt hätten? Machen wir mal einen zweiten Test:

Welcher Computer steht hier oben im Hintergrund?

Am nächsten Morgen brauche ich zum Wach werden dann erst mal dringend einen Wiener Kaffee:

Anschließend treffe ich mich wieder mit Carola, diesmal im Untergeschoss der Schiffsabteilung, beim größten Gezeitenrechner der Welt:

Dieser 7 Tonnen schwere Analogrechner konnte das Verhalten von Ebbe- und Flut berechnen, was wohl eines der schwierigsten Probleme der physikalischen Geographie ist. Im Krieg war das zum Beispiel für die deutsche U-Boot Flotte wichtig.

Genauso wie übrigens auch die Marine-Enigma M-04 und passenderweise drehen wir danach genau für diesen Typ noch eine fehlende Szene nach:

Hoppla, hoffentlich fällt niemandem auf, dass sich die Farbeinstellung der Kamera geändert hat und Carola jetzt plötzlich eine andere Bluse trägt:

Zum Abschluss machen wir noch einen kurzen Film über den mechanischen Speicher von Konrad Zuse und wollen die Dezimalzahl 3 auf Adresse 1 abspeichern, was binär dann eigentlich die 0011 in der zweiten Zeile ergeben sollte:

Leider stellen wir aber erstaunt fest, dass hier wohl „irgendjemand“ die Schalter für die Adressierung vertauscht hat:

Sollte das wirklich Konrad Zuse höchstselbst gewesen sein, so kann ich mir das eigentlich nur durch einen schlimmen Fehler in der Matrix erklären:

Egal, dadurch wurde der Film unbeabsichtigt zu einer schönen Demonstration für die in der Informatik leider so oft vorkommenden Verwechslungen:

Also, wo war nochmal das erste Bit?

Die Deutsche Museumseule würde sicher klug und weise darauf antworten, nämlich:

Kommt darauf an, ...
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Drei ihrer Kollegen sind übrigens gerade zum Überwintern bei uns eingetroffen, aber sie sehen jetzt nicht besonders klug oder weise aus, sondern vielleicht eher:

Neugierig, ...
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Und die wirklich wahren Super-Eulen-Nerds haben natürlich längst erkannt, dass es sich hier wieder um unsere Tübinger Waldohreulen handelt, oder?

Liebe Grüße vom Philosophenweg

Michael Holzheu

PS: Und wie immer an dieser Stelle, die Filme zum Blog:

 




ZEGG, Z3 und wieder zurück

Es soll mal wieder nach Berlin gehen, wo ich nun endlich einen Termin beim Technikmuseum bekommen habe, um zusammen mit Professor Horst Zuse eine Vorführung seiner Z3r zu filmen. Die ersten beiden Anläufe diesbezüglich waren leider wegen Corona gescheitert. Zudem plane ich ein Interview mit ihm, um noch etwas mehr über die Hintergründe seines Nachbaus zu erfahren.

Vorher will ich aber erst noch eine Woche als Sommergast bei der Lebensgemeinschaft „Zentrum für Experimentelle GesellschaftsGestaltung“ (ZEGG) verbringen, um mich bezüglich alternativer Lebensweisen und der freien Liebe etwas weiterzubilden.

Hier also wieder mein Weg durch Deutschland:

Um beim Interview gut auszusehen, muss ich aber erst noch zum Tübinger Friseur …

… wo ich diesmal vom Top-Stylisten meine bisher teuerste Behandlung dieser Art erhalte:

Na ob sich die Investition für diesen Look …

… auch wirklich auszahlt? Dann geht es mit dem California …

… zunächst nach Nürnberg, wo ich mit dem E-Roller …

… die letzten Meter zu Nicole zurücklege, um mit ihr zusammen den Abend zu verbringen:

Sie meint, ich solle mir auf alle Fälle noch das Rotlichtviertel von Nürnberg anschauen, …

… wo es doch tatsächlich „Windows“ gibt, wo die Frauen um Kundschaft werben. Ich habe gehört, dass es so etwas in Amsterdam geben soll, aber von unserem konservativen Bayern hätte ich das jetzt echt nicht erwartet.

Die Nacht verbringe ich dann im VW-Bus, …

… irgendwo im Wald, wo es am nächsten Morgen …

… erst mal gemütlich Kaffee gibt:

Am Nachmittag erreiche ich dann die ZEGG …

… und weil ich etwas zu früh dran bin, überbrücke ich die Zeit mit einer Führung durch das Gelände:

Das 14 Hektar große Areal (etwa 28 Fußballfelder) haben die Gründer 1990 mit Hilfe von Kleinkrediten finanziert. Vorher wurde das Grundstück z.B. als Sportstädte für „Kraft durch Freude“ oder später als Spionage-Ausbildungsstädte für die Stasi verwendet.

Momentan werden insgesamt zwei Hektar für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt. Weil der sandige brandenburgische Boden aber recht unfruchtbar ist, wird hier Terra Preta (schwarze Erde) aus Holzkohle und Urin hergestellt:

Damit wächst dann wohl alles ganz wunderbar und besonders stolz ist man auf den riesigen Rotkohl, welcher im Süden Deutschlands mehr unter dem Namen Blaukraut bekannt ist. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 28 Tonnen Grünzeug geerntet, was für die ca. 100 ständigen Bewohner sicherlich auch locker gereicht hätte. Allerdings versteht sich die ZEGG als Schulungsprojekt für „Wie macht man eigentlich Gemeinschaft?“ und deswegen werden jährlich über 5000 Gäste weitergebildet. Und für deren Versorgung muss dann natürlich vom Biohändler zugekauft werden.

Hier mein kompletter Mitschrieb von der Führung: ZEGG-Fuehrung-Info

Am späten Nachmittag trifft sich dann die Sommergast-Gruppe: Insgesamt sind wir fünf Männer und zwei Frauen. Unsere Betreuerin heißt „Kati“ und sie ist seit gut zwei Jahren dabei hier.

Ich bekomme den Stellplatz mit der Nummer „4“ zugewiesen und parke dann meinen California entsprechend:

Für die Stromversorgung muss ich aber erst den Bewohner „Björn“ fragen, der mir dann eine Steckdose in der Waldküche zeigt:

Zum Glück habe ich ein langes Kabel dabei:

Nach dem gemeinschaftlichen Abendessen geht es in das Hauptgebäude, …

… welches hier die „Uni“ genannt wird. Dort halten wir das ersten Gruppentreffen mit Kati ab, bekommen nochmals die wichtigsten Informationen und dürfen uns vorstellen.

In unserer Crew sind außer mir noch Johannes, Leonie, Oliver, Sarah, Sebastian und Tobias. Letzterer nimmt dann auch noch meine anschließende Einladung zum Après-Gruppentreff im California an:

Tobias hat theoretische Physik studiert und erklärt mir komplizierte Dinge, z.B. wie man sich die Krümmung des zweidimensionalen Raums vorstellen kann. Trotz des einsetzenden Regens schaut auch noch Leonie kurz vorbei, aber sie will schlafen und verabschiedet sich deshalb nach ein paar Minuten gleich wieder.

Die nächsten Tage laufen dann im Prinzip immer nach folgendem Schema ab:

  • 8:00-8:45: Frühstück im Gästehaus
  • 8:45-9:00: Arbeitseinteilung
  • 9:00-13:00: Arbeitseinsatz
  • 13:00-13:45: Mittagessen
  • 18:30: Abendessen
  • Gruppenstunde, je nach passendem Zeit-Slot von Kati

Beim Treffen für die Arbeitseinteilung werden die Leute dann auf die aktuell anstehenden Aufgaben verteilt, bzw. man kann auch sagen, welche der Angebote man besonders gerne wahrnehmen würde. Am ersten Tag gehe ich mit zum Unkraut jäten, …

… wo ich zusammen mit den Geschwistern „(Friede)Rike“ und „Simon“ jede Menge Franzosenkraut aus dem Möhrenfeld herausrupfe:

Die beiden sind Anfang zwanzig und kommen aus Hamburg. Bei der Arbeit unterhalten uns nett und ich lerne mit „Klönschnack“ mal wieder ein neues Wort kennen, welches mir Simon mit „schon zu viel geredet“ erklärt.

Nach dem Mittagessen ist viel freie Zeit, welche wir die folgenden Tage dann mit regelmäßigen Sitzungen vor der Dorfkeipe füllen:

Am Morgen des zweiten Tages begrüßt uns ein toller 2,5-fach Regenbogen:

Nachmittags parkt dann Oliver seinen Caddy aus Berlin …

… neben meinem California und so werden wir Nachbarn:

Er berichtet unter anderem über ein recht „wildes“ Projekt, wo er mit seiner Freundin zusammen ein Grundstück in Berlin besetzt hat und eine Gemeinschaft gründen wollte.

Die folgenden Tage, erledige ich dann verschiedenste Arbeiten, wie zum Beispiel die Befreiung des Campingplatzes …

… von Kiefernzapfen, …

… die Zähmung garstiger Brombeeren, …

… oder das akkurate Aufrollen von Löschschläuchen, …

… welche zum historisch anmutenden Equipment der ZEGG Feuerwehr hier gehören:

Ich selbst fotografiere nur wenig auf dem Gelände, aber zum Glück macht sich unser Kollege Johannes noch mit Olivers Fahrrad auf, um die wichtigsten Einrichtungen abzulichten: Da hätten wir zum Beispiel die ökologische Hackschnitzelheizung, …

… den großzügigen Campus, …

… die luftigen Außen-Sanitäranlagen,  …

… die bunten Bungalows, …

… das von Tobi und Oli neu gestrichene Gästehaus, …

… mit Terrasse und Regenzelt, …

… das Internetcafé mit WLAN, …

… und schließlich natürlich die Dorfkeipe …

… mit „unserem“ Außentisch, …

… dem schönen Platz davor, …

… sowie dem sozialen Sofa:

Alles in allem war die Woche durchaus lohnend für mich: Zwar hatte ich mir eigentlich mehr Kontakt zu den „Eingeborenen“ gewünscht, aber diese waren leider etwas scheu. Außer mit unserer Gruppe und den Leuten, die wir beim Arbeiten getroffen haben, gab es nur sehr wenige Begegnungen. Ich kann aber durchaus verstehen, dass es einem bei den hunderten von ständig wechselnden Gästen vielleicht irgendwann zu viel wird.

Auch was die freie Liebe angeht, konnte ich in dieser Woche keine zusätzlichen Erkenntnisse gewinnen und aus irgendeinem Grund hatte ich auch nur sehr wenig Kontakt zu unseren beiden Frauen. Deshalb war die Veranstaltung für mich eher ein Austausch unter Männern, was ich aber trotzdem sehr genossen habe.

Obwohl die Charaktere doch sehr unterschiedlich waren und nicht alle meine eher „traditionellen“ Ansichten teilten, haben wir uns doch gut verstanden. Sicherlich nie vergessen werde ich die extrem gegensätzlichen Reaktionen, als ich in der Kneipe den etwas deftigen Blondinen-Witz meiner „Ex-Freundin von Nebenan“ vorgelesen habe.

Eine Erkenntnis habe ich auf alle Fälle aus den sieben Tagen gewonnen: Die vier Stunden körperliche Arbeit pro Tag empfand ich als sehr angenehm und wohltuend. Mal sehen, ob ich das in mein zukünftiges Leben irgendwie integrieren kann.

Nach einer kurzen aber herzlichen Verabschiedung fahre ich dann am Sonntag Morgen weiter zu dem, schon bekannten, Campingplatz bei Berlin, wo ich ein letztes Mal meine Notizen für das Interview durchgehe:

Weil mich am nächsten Tag der Berliner Verkehr dann zu sehr aufhält und ich trotzdem unbedingt pünktlich sein will, parke ich verbotenerweise bei einer Tankstelle, welche ganz in der Nähe des Technikmuseums liegt:

Dann wird mit Professor Dr. Horst Zuse die Z3 Vorführung gedreht, natürlich unter Einhaltung der aktuellen Corona-Verordnung:

Danach führt mich die Kuratorin Eva Kudrass auch noch zu der Würfelwand, die ich schon vom VCFB 2019 kenne:

Als ich von den Dreharbeiten zurückkomme, gibt es dann erst Mal einen gehörigen Einlauf von der Tankstellenwärterin und ich bezahle anschließend gerne noch die 10 Euro Parkgebühren:

Nachmittags treffe ich mich dann, wie geplant, nochmals mit Horst Zuse zum Interview. Auf dem Weg dorthin, fährt ein antiker Wartburg vor mir her, …

… und auch dieser Roller …

… bestätigt mal wieder meine Meinung, dass „Oldschool“ …

… doch irgendwie Stil hat! Horst Zuse wartet dann bereits vor dem Vis à Vis auf mich und versucht gerade, eine noch offene Frage zum Speicherwerk der Z3 zu klären, ganz klassisch auf Papier:

Nach dem Interview kaufe ich mir im Späti noch ein Bier, …

… welches ich dann nach der Nonstop-Rückfahrt vor dem Schlafengehen zuhause genießen kann:

Bis zum nächsten Mal in Berlin und liebe Grüße wieder aus Tübingen!

Michael Holzheu

PS: Wie immer an dieser Stelle, die Filme zur Tour:




Schönheit und Notwendigkeit

Über meinen Besuch in Erlangen habe ich ja bereits ausführlich berichtet. Nun will ich noch ein paar Informationen zum Rest der Reise nachliefern, welche mich diesmal einmal rund um Deutschland geführt hat:

Aber bevor es losgeht, muss erst mal wieder der California, wegen der immer noch unklaren Faktenlage bezüglich der Tiefenentladung von Blei-Gel-Akkus, aufgeladen werden:

Weil ich am nächsten Tag den Termin bei der ISER Sammlung Erlangen wahrnehmen möchte, übernachte ich in der Nähe von Nürnberg, wo der Abendhimmel fast so aussieht, …

… als wären die Wolken von den Lichtern der Demo-Party angestrahlt, welche Thunder.Bird gerade ein paar Kilometer weiter ausrichtet:

Am nächsten Tag geht es, wie geplant, zu meiner alten Universität, …

… wo der Sammlungleiter insbesondere auch die Auswirkung moderner Technologien auf die Rolle der Geschlechter thematisiert:

Nach dem Dreh treffe ich dann noch meine alten Studienkollegen in der Vierzigmannstraße:

Die nächste Station ist Paderborn, wo der nordrhein-westfälische Regen erst mal mein schönes Frühstück verwässert:

Ich will ein Interview mit Lorenz Hanewinkel, dem Entwickler der Zuse Z22 führen. Ob das Cafe hier wohl ihm zu Ehren …

… diesen Namen trägt?

Sehenswert in Paderborn ist auf alle Fälle der gewaltige „Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian“, der selbst mit meinem 16-mm Ultra-Weitwinkel kaum aufs Bild passt:

Nach zwei langen und sehr lohnenden Sitzungen, mache ich dann noch einen kurzen Abstecher zum Bielefelder Computermuseum, wo die schönen Blumen am Fenster bereits auf die Anwesenheit einer weiblichen Präsenz hindeuten:

Nachdem alles im Kasten ist, geht es weiter Richtung Norden, …

… auf einen Hamburger Campingplatz, wo ich auf Wunsch einer weiblichen Bekannten, auch mal ein Foto von mir mache:

Bei meinem letzten Aufenthalt hier habe ich die Elbphilharmonie …

… leider nur aus der Ferne gesehen, aber heute mache ich mir mal ein genaueres Bild davon, …

… um zu sehen, …

… ob die 866 Millionen Euro auch gut angelegt sind:

Schön ist die Dame ja, ohne Zweifel. Aber hätte das viele Geld nicht vielleicht besser für Notwendigeres ausgegeben werden sollen?

Auf dem Weg sehe ich interessante Wohnungen, die sicherlich auch etwas von der hohen Summe profitiert haben:

Weiter geht es nach Berlin, wo sowohl bei Regen …

… als auch bei Sonnenschein …

… an den Filmen gearbeitet wird, welche dann abschließend bei ihren Kollegen auf YouTube landen:

In den Pausen verbessere ich meine Ausrüstung beim Tennis …

… und perfektioniere meine virtuellen Sportwagen:

Natürlich brauche ich dafür immer genügend Energie:

Eine recht dominante Dame aus dem Steigerwald zeigt mir dann, wie man Strom professionell bezieht:

Nach dem Gespräch fühle ich mich anschließend beinahe so klein wie ein fränkischer „Stoppelhopser“ 😉

Wenn ich jetzt schon mal in Berlin bin, sollte ich vielleicht auch mal bei der berühmten Charité, die mit dem Leitspruch „Forschen, Lehren, Heilen, Helfen“ für sich wirbt, vorbeischauen:

In einem nahe gelegenen Café fällt mir eine Zeitung in die Hand, welche gerade ein Frauen-Thema behandelt:

Die Hauptstadt Berlin verabschiedet sich dann standesgemäß mit einem sehenswerten Abendhimmel …

… und ich mache noch den Blog über die ISER fertig:

Am nächsten Tag fahre ich wieder Richtung Süden zum bewährten Platz bei Dresden, …

… wo mir auf einem Spaziergang gleich dieses farbige Prachtstück ins Auge fällt, …

… das ähnlich bunt erscheint, wie die Pluderhose von diesem Kollegen hier:

Apropos Farben: Mittlerweile habe ich mir nun auch ein professionelles Verlängerungskabel bei OBI gekauft, dessen extrem auffällige Ummantelung leider das beruhigende Grün auf dem Campingplatz empfindlich stört. Klar könnte man vielleicht auch sagen, dass die Signalfarbe irgendwie notwendig ist, aber schön ist sie jedenfalls nicht. Zumindest versuche ich das Teil dann halbwegs unauffällig zu verlegen:

Das nächste Problem sind dann die tiefen Buchsen, …

… welche einen direkten Anschluss meiner geliebten Technik verhindern, Menno:

Also kommt auf den letzten Zentimetern dann doch wieder meine alte Trommel zum Einsatz:

Auf dem Campingplatz sind mannigfaltige Formen von mobilen Behausungen versammelt, zum Beispiel die metallfreie Luft-Variante, …

… die klappbare Dachzelt-Ausführung, …

… die deutsche Anhängerzelt-Realisierung, …

… die kompakte Mini-Wohnwagen-Idee, …

… oder die klassische Retro-Zelt-Lösung:

Nach einem langen Film-Schneide-Tag mache ich einen kurzen Ausflug auf das gegenüberliegende Elbufer, …

… zum Schloss Pillnitz, …

… dessen Uhr gerade 19:00 schlägt:

Auf dem Rückweg fasziniert mich dann der Anblick dieser wunderbaren Baum-Schneise …

… und zum romantischen Sonnenuntergang …

… fehlt jetzt eigentlich nur noch die richtige Frau. Auf dem Rückweg sehe ich wieder interessante Formen und schöne Farben, …

… die aber leider etwas von den (sicherlich notwendigen) Laternenmasten gestört werden.

In den kommenden Nächten weckt mich regelmäßig ein Tier, das einmal sogar erfolgreich das Frühstück entführt …

… und dabei Spuren seiner spitzen Zahnleiste hinterlässt:

Bei einer meiner allmorgendlichen Meditationen landen plötzlich zwei Kohlmeisen auf meiner linken (weiblichen) Hand. Ich bin so erstaunt über diese besondere Begegnung, dass ich dabei sogar das Fotografieren vergesse.

An einem anderen freien Tag mache ich eine Fahrt mit dem Schaufelraddampfer Leipzig, …

… dessen Signalhorn mich irgendwie an Madame Pottine erinnert,  …

… auch wenn ihre Stimme vielleicht etwas zu männlich klingt:

Das Wendemanöver der alten Lady sieht wirklich spektakulär aus:

Unterwegs treffe ich Graugänse …

… und Graureiher:

Ausserdem ist der Dresdner Fernsehturm immer ein treuer Begleiter, ….

… der aber mit seinen gut 50 Jahren mittlerweile etwas renovierungsbedürftig aussieht:

Die Lachmöwen erfreuen mich durch ihren spektakulären Flug, sowohl solo, …

… als auch im Duett:

Und dann „erwische“ ich weiteres interessantes Wesen, welches mich mit dem Hut irgendwie an die „Testfrau“ aus meiner Mustererkennungsvorlesung erinnert:

Schließlich erreichen wir Dresden, …

… wo der hohe Rathausturm …

… und die Kuppel der Frauenkirche …

… schön die Dualität unserer Welt vergegenwärtigen. Vor der Semperoper …

… erspähe ich dann erneut eine weibliche Figur:

Und das war’s dann auch mit der Sächsischen Dampfschifffahrt, die hier übrigens noch traditionell mit zwei „f“ geschrieben wird:

Auf dem Rückweg zum Campingplatz kommt dann erneut der Liebhaber von Schönheit in mir hoch und deshalb ich muss einfach diese farblich hübsche Gewitterstimmung festhalten:

Ach ja, auf der Fahrt hatte ich ein kurzes Gespräch mit einer Dame, die mir die Dresdner Eierschecke empfohlen hat. Die muss ich dann natürlich auch gleich ausprobieren:

Sieht gut aus und schmeckt auch sehr lecker 🙂

An einem anderen Tag mache ich einen Ausflug zur Burgstädteler Linde, …

… von der man einen ganz netten Ausblick hat:

Wieder unterhalten mich die Tiere, diesmal buddelt eine Grabwespe ihr Brutloch zu:

Was auf dem Standbild eher unspektakulär aussieht, ist im Zeitlupenfilm doch ziemlich beeindruckend:

Der Eichenwald hier ist wirklich wunderschön, …

… auch wenn dieser Käfer das wohl schon kennt und sich eher um die praktischen Dinge des Lebens kümmert:

Na zum Glück bin ich schon satt und kann mich auf die Ästhetik konzentrieren, welche dieses Mal von der Technik kreiert wird:

An einem weiteren freien Nachmittag besuche ich eines der Schlösser hier, …

… wo sich mir ein schöner Blick auf die Elbe bietet:

Weil mich ein Kollege vom IBM-Museum darauf aufmerksam gemacht hat, besuche ich dann noch das Zuseum in Bautzen, …

… wo ich zum Beispiel Neues über den Schickard’schen 10er-Übertrag …

… mit Hilfe von Zahnrädern lernen darf:

Wieder zurück am Campingplatz, sehe ich mal wieder, dass friedliche Koexistenz zwischen Schönheit und Funktion durchaus möglich erscheint:

Am nächsten Morgen mache ich mich dann wissbegierig über die Geschenke, welche mir der Museumsleiter aus Bautzen netterweise mitgegeben hat:

Mein letzter Ausflug geht schließlich zu meinem alten Bekannten, dem Dresdner Fernsehturm, …

… welcher direkt von unten doch sehr lang aussieht:

Ein vorbeikommender Wanderer erklärt mir, dass im Innern ein 15 Tonnen schweres Gewicht an einem Stahlseil hängt, um die Schwingungen auszugleichen.

Am letzten Abend treffe ich dann nochmal Helmuth, den ich vor ein paar Tagen schon mal im Aufenthaltsraum kurz kennengelernt hatte. Der kommt gerade von einem Seminar, wo es um die Vereinigung der männlichen und weiblichen Gehirnhälfte geht. Am Ende präsentiert er mir dann noch seine Zahnbürste, die zumindest farblich gut zu der Thematik passt:

Na dann, wem’s gefällt, liebe Grüße, wieder aus Tübingen

Michael Holzheu

PS: Wie immer an dieser Stelle, die dazugehörigen Filme zur Tour:




Besuch bei ISER Erlangen

Heute geht es zu meiner alten Universität. Das Blaue Hochhaus hat sich seit meinem Weggang nicht groß verändert, aber vielleicht sind jetzt die Bäume etwas höher als damals:

Ich habe eine Führung durch die Informatik-Sammlung Erlangen (ISER) vereinbart, um diese filmisch zu dokumentieren.

Zuerst treffe ich mich mit dem Leiter der Sammlung, Dr. Guido Nockemann, …

… der mir die Dauerausstellung präsentieren wird, welche über die Flure auf zwei Gebäude verteilt ist:

Er berichtet von den Vor- und Nachteilen dieser Lösung: Eigene Räumlichkeiten wären zwar gut, um die Exponate schön zu präsentieren, aber die Ausstellung auf den Fluren ermöglicht den Kontakt mit Studenten, welche zufällig vorbeikommen und sich dadurch quasi im Vorbeigehen mit Computergeschichte befassen können.

Insgesamt gibt es 12 verschiedene Stationen und wir beginnen mit den ältesten Rechenhilfsmitteln. Als erstes sehen wir eine Replik eines römischen Abakuses:

Und zum ersten Mal erblickte ich ein Astrolabium, …

… mit dem man zum Beispiel aus der Position von Sternen und der Uhrzeit die Himmelsrichtung bestimmen konnte. Dann geht es zu den mechanischen Rechenmaschinen, wo eine Arithmomètre von Charles Xavier Thomas steht:

Sie ist das älteste Originalstück der Sammlung und wird wie alle ihrer Kollegen der Zeit mit einer Handkurbel betrieben:

Bei den Rechenhilfen treffen wir den „Educated Monkey“, …

… eines der ersten Spielzeuge, um das Multiplizieren zu erlernen. Die Ausstellung besitzt auch die berühmte Curta, …

… eine tragbare mechanische Rechenmaschine, die in den 1940er Jahren von dem Österreicher Curt Herzstark entwickelt wurde. Dann präsentiert Herr Nockemann die elektromechanischen Rechenmaschinen, …

… bei denen statt der menschlichen Hand, ein Elektromotor die Rechnungen antreibt. Anschließend werden die verschiedenen Computergenerationen beleuchtet, …

… von den Relais, …

… über Röhren …

… und Transistoren, …

… zu den Integrierten Schaltungen, …

… bis hin zum Mikrochip:

Die nächste Vitrine zeigt die verschiedenen Speichertechnologien, …

… vom Ferritkernspeicher …

… dem Laufzeitspeicher, …

… dem Trommelspeicher, …

… den gigantischen Wechselplatten, …


… bis hin zum 1 Zoll Microdrive:

Dann geht es weiter durch die Flure zu den Analogcomputern, wo ich einen sehr massiven Vorhalterechner bestaunen darf, …

… der zur Zieleinstellung von Kanonen auf Kriegsschiffen …

… verwendet wurde, dessen Innenleben aber eher wie eine skurile Telefonvermittlung aussieht:

Über Tischrechner, des ehemaligen Rüstungsbetriebes Diehl …

… und Taschenrechner …

… geht es weiter zu den ersten Mikrokomputern, wo natürlich Thunder.Birds geliebter Commodore C64 nicht fehlen darf:

Auf der nächsten Station werden die Computerarbeitsplätze der 60er bis 80er Jahre dargestellt …

… und bei der Gelegenheit wird auch noch etwas auf das damalige Frauenbild in der Werbung eingegangen:

An einer technischen Universität dürfen Vektorrechner natürlich nicht fehlen, zum Beispiel sehen wir hier eine Platine des SUPRENUM Forschungsprojekts, …

… oder die Topologie der Knoten bei MEMSY:


Zum Abschluss geht es dann noch ins zugangsgesicherte Rechenzentrum, …

… wo ehemalige Großrechner des Rechenzentrums Erlangen ausgestellt sind. Beim Anblick des Bedienpults fühle ich mich dabei fast, wie auf der Brücke vom Raumschiff Enterprise:

Aber auch die „Sauerkrautverdrahtung“ der Control Data 3300 ist echt sehenswert:

Beendet wird unser Rundgang mit einer CRAY, wo insbesondere der etwas überdimensionierte rote Notausknopf, zum Nachdenken anregt:

Ich verabschiede mich von Herrn Nockemann …

… und begebe mich in den „Zuse-Raum“, wo dann sein Kollege Edwin Aures übernimmt und gleich einen analogen Streuwinkelrechner von einem deutschen U-Boot präsentiert:

Mehrere Größen, wie zum Beispiel Geschwindigkeit oder Abstand zum Ziel werden über kleine Rädchen eingestellt …

… und eine Nocke mit gebogener Oberfläche definiert für die mehrdimensionale Funktion die Ausgabe, …

… welche für die eingegebenen Werte dann den Winkel zwischen linkesten und rechtesten abzuschießenden Torpedo liefert. Das Exponat wurde übrigens von Prof. Wolfgang Händler beschafft, der wohl im 2. Weltkrieg als Funker auf einen deutschen U-Boot gedient hat und später dann auch maßgeblich für die Entstehung der ISER Sammlung verantwortlich war.

Als nächstes zeigt mir Edwin den englischen Creed 1000 Drucker, …

… dessen Nadeln über Hydraulikschläuche angetrieben werden:

Das Gerät war an der Z23 angeschlossen und die Erlanger verbesserten dafür den von Zuse gelieferten Treiber. Der Code wurde dann von der Zuse KG übernommen und anschließend auch für andere Kunden ausgeliefert. Also Open Source in Reinkultur schon in den 60er Jahren!

Als nächstes schauen wir uns den Programmschrank der Z23 an, …

… welcher wahrscheinlich der letzte seiner Art ist und hunderte von 5-Kanal Lochstreifen beherbergt:

Neben verschiedenen Programmen von Benutzern, …

… gibt es hier auch die von der Zuse KG bereitgestellte Programmbibliothek, …

… die verschiedene Grundfunktionen zur Verfügung stellt:

Die Zuse Z23 mit der Seriennummer 33 wurde 1962 beschafft, war 17 Jahre an der Universität im Einsatz und wurde von sehr vielen Instituten verwendet, sogar von den Musikwissenschaften. Da wäre es mal interessant herauszubekommen, was die damit so gemacht haben 🙂

Dann erklärt Edwin den Aufbau der Z23, die einen Trommelspeicher …

… mit 8192 Worten a 40 Bit besitzt. Verglichen mit einer heutigen 4 Terabyte Festplatte, …

… bräuchte man damit laut Edwins Berechnungen etwa 10.000 Fußballfelder, um die gleiche Speicherkapazität bereitzustellen – fast unvorstellbar, oder? Neben der Trommel besitzt die Z23 auch noch einen 256 Worte fassenden Ferritkernspeicher, …

… der deutlich schneller arbeitet und als eine Art Cache verwendet werden kann. Außerdem sind dort auch die internen Speicher, wie zum Beispiel Akkumulator oder Befehlsregister abgelegt. Dann öffnet Edwin den Z23 Schrank, …

… welchen er als „Begehbare CPU“ bezeichnet. Hier sieht die Verkabelung doch wesentlich ordentlicher aus, …

… als die von der Control Data 3300, oder? Edwin berichtet von den verschiedenen Alterungsproblemen, …

… welche bei der fast 60 Jahre alten Dame erwartungsgemäß immer wieder auftreten. Dann ist es schließlich soweit und die Z23 wird eingeschaltet: Der Schalter befindet sich unter einem Papier mit der Aufschrift „TABU“:

Zuerst startet der Trommelspeicher …

… mit ziemlich lautem Getöse, …

… was aber nach kurzer Zeit zum Glück etwas abnimmt, als dieser Wirbelstrommagnet …

… die 20 kg schwere Trommel anhebt und zum Schweben bringt. Dann zeigt Edwin die Bedienung der Maschine, welche über diese Konsole gesteuert wird:

Der Feranti-Leser …

… wird verwendet, um Programme über Lochstreifen einzulesen, die mit dem Siemens Fernschreiber …

… erzeugt werden können. An der Konsole kann man das Befehlsregister (hier grün eingefärbt) setzen und den Inhalt des Akkumulators (hier rot eingefärbt) anzeigen:

Beide internen Speicher sind 40 Bit breit und das Befehlsregister hat laut Programmieranleitung folgenden Aufbau:

Hier die Beschreibung der einzelnen Elemente:

  • Kennzeichen: Ist das Wort eine Zahl, Befehl, … ?
  • Bedingung: Ist Akku oder Speicherzelle Null, positiv oder negativ?
  • Operation: Addiere, Shifte, Springe, …
  • Schnellspeineradresse: 0-255
  • Trommeladresse: 0-8191

Als erstes überprüfen wir das Betriebssystem, das hier noch als Grundprogramm bezeichnet wird und die ersten 1024 Worte der Trommel belegt. Edwin tippt dafür genau einen Befehl in das Befehlsregister ein:

Das wäre also:

  • Kennzeichen: Leer (Befehl)
  • Bedienung: Leer (Keine)
  • Operation: A=Addition
  • Trommeladresse: Null

Außerdem wird noch eine Funktion aktiviert, die bewirkt, dass nach jedem ausgeführten Befehl die Trommeladresse automatisch um eins erhöht wird. Schließlich wird noch ein Watchpoint auf die Adresse 1024 gesetzt:

Das lässt die Z23 anhalten, sobald auf das Trommelwort 1024 zugegriffen wird. Hier das Listing des Grundprogramms, welches sich auf der Trommel befinden sollte:

Man sieht zum Beispiel, dass das erste (0) Wort Null ist und das zweite (1) den ersten Befehl enthält. Vor dem Start wird der Akkumulator gelöscht und beim ersten Schritt wird dann das Wort von Adresse Null auf den Akkumulator addiert. Da sowohl der Akku als auch das erste Wort Null sind, ändert sich dabei zunächst nichts:

Dann wird die Adresse automatisch um eins erhöht:

Bei der nächsten Addition wird nun der erste Befehl von Adresse eins …

… in den Akkumulator addiert, …

… der hinterher genau die Bit-Kombination des Befehls „CKB13+72“ enthält, also zum Beispiel hier die Adresse 13 (8 + 4 + 1) im Schnellspeicher.

Dann schaltet Edwin auf den automatischen Modus und lässt sein Ein-Befehl Programm ablaufen, welches dann wegen des gesetzten Watchpoints, wie erwartet beim Zugriff auf Adresse 1024 anhält.

Das gesamte Grundprogramm wurde aufaddiert und das Endresultat im Akkumulator ist die Null. Das soll auch so sein, denn in den 1024 Worten sind Konstanten versteckt, welche dieses Ergebnis erzwingen. Wenn man im Code etwas ändert, müssen diese Konstanten entsprechend angepasst werden.

Im Folgenden zeigt Edwin dann noch weitere Programme, zum Beispiel ein Lauflicht, wo ein Doppel-Linksshift und ein Rechtsshift zu einem einfachen Linksshift kombiniert werden. Hier der mit dem Fernschreiber ausgedruckte Source-Code:

Bei „CLA0+1“ ist „CL“ der Linksshift und das „A0+1“ eine Addition um Eins, weil sonst beim Schieben Nullen von rechts in den Akkumulator kommen würden. Das „QQN5000“ prüft mit „QQ“, ob der Akkumulator negativ ist (wenn alle Lämpchen leuchten), nullt in diesem Fall mit „N“ das Register und springt dann an den Anfang des Programms, welches bei 5000 steht. Ist der Akku nicht negativ, wird mit „E5000“ unter allen Umständen an den Anfang gesprungen – das Programm endet also nie.

Das ganze bewirkt dann, dass die Lichter im Akkumulator sehr effektvoll von rechts nach links sausen:

Anschließend machen wir zur Sicherheit noch einen Reaktionstest, um unseren aktuellen Promillestand zu messen:

Danach legt Edwin das Testprogramm „Sinus-Anna“ ein, …

… welches die Maschine ganz schön zum Rattern bringt …

… und zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Z23 hartnäckig versucht, „Sinus Quadrat plus Cosinus Quadrat“ zu berechnen, wo dann in der Theorie die Eins herauskommen sollte:

Abschließend gibt es noch Musik von Werner Hilderbrand, der den von Konrad Zuse eigentlich zu Debugzwecken eingebauten Lautsprecher …

… „ausgetrickst“ hat, um das Lied „Suse liebe Suse“ abzuspielen:

Dann sind wir auch schon am Ende der Präsentation und Edwin zeigt mir noch eine Kiste, wo pro Führung jeweils ein Lochstreifen landet, hier zum Beispiel die ca. 100 Stück von 2018:

Damit ist die Show dann leider endgültig vorbei …

… und wir treffen uns noch mit Guido Nockemann zum abschließenden Gruppenbild vor dem Rechenzentrum:

Für mich hat es sich gelohnt, mal wieder meine alte Uni zu besuchen. Ich fand unsere Tour durch die Informatik-Sammlung wirklich sehr gelungen und hoffe insbesondere, dass uns die alte Dame Z23 noch lange so funktionstüchtig erhalten bleibt.

Liebe Grüße
Michael Holzheu

PS: Hier noch die beiden Filme, welche wir bei dem Besuch zusammen gedreht haben:




Camping Berlin mit Interviews

Wir gehen mal wieder auf Tour: Dieses Mal soll es für zwei Wochen nach Berlin gehen, wo meine Mitbewohnerin ein paar Arzttermine wahrnehmen will.

Für mich passt das auch ganz gut, weil ich dann bei Thunder.Bird in Spandau meinen Commodore Plus/4 abholen kann, den er für mich zusammengebaut hat.

Außerdem will ich für ein Interview noch Horst Zuse, …

… den ältesten Sohn von Konrad Zuse in Schöneberg treffen. Bevor es aber losgeht, sollte ich für alle Fälle noch meinen filmischen Beitrag über Charles Babbages Analytical Engine fertig machen, …

… den ich auf dem – wegen Corona – virtuellen Vintage Computer Festival München zeigen möchte. Ich koloriere und rahme dann auch noch fix die Zeichnung von Sydney Padua:

Das Bild habe ich als Preis für die finale Quizfrage bei meiner Präsentation vorgesehen. Schließlich …

… lade ich noch den VW-Bus auf, …

… weil ich sehen will, wie viel Prozent die Akkus in unserer Abwesenheit verlieren.

Durch eines meiner California für Anfänger Videos ausgelöst, gab es nämlich eine längere Diskussion über die Tiefenentladung von Bleiakkus, womit ich mich noch etwas detaillierter beschäftigen wollte.

Am 31. Mai ist dann alles soweit erledigt und wir düsen Richtung Berlin ab, wo wir einen kurzen Zwischenstopp auf einem sehr schönen Campingplatz bei Nürnberg einlegen:

Mit „Insekten vor der Lampe“ starte ich die Nachtbild-Foto-Serie für die „Freundin von nebenan“ …

… und am nächsten Tag mit „Tolle Bäume am Campingplatz“ die Tagbild-Serie für die „Beste Freundin der Freundin von nebenan“:

Dann geht es weiter Richtung Berlin zum nächsten Campingplatz, …

… dessen hohen Kiefern sowohl Nachts, …

… als auch tagsüber sehr hübsch anzuschauen sind:

Weil die sanitären Anlagen hier aber echt grenzwertig sind, wechseln wir trotz aller Schönheit nochmals zu einem anderen Campingplatz, …

… wo die WCs extrem gepflegt sind und lustige Schilder über den Urinalen hängen, …

… welche mich dann zu einer Reihe von Selfies animieren:

Außerdem gibt es hier doch tatsächlich noch eine echte Retro-Telefonzelle, sehr cool:

Am Mittwoch, nach dem ersten Arzttermin, geht es dann zum Interview mit Horst Zuse, wo wir aber vorher noch kurz die Methfesselstraße 10 und 7 besuchen:

Dort hat nämlich Konrad Zuse seine Z1 bis Z4 gebaut, von denen dann die ungeraden Zahlen leider im 2. Weltkrieg zerstört wurden.

Ich frage mich, ob nicht vielleicht irgendwo hier im Keller doch noch etwas von den berühmten Maschinen begraben liegt:

Diese Möglichkeit hatte Klemens Krause vom Computermuseum Stuttgart vor kurzem einmal angesprochen und zufälligerweise parkt hier in der Straße auch gerade die Schwester …

… seiner göttlichen DS:

Weil wir etwas Zeit übrig haben, besichtigen wir noch den nahe gelegenen Viktoriapark, dessen Bäume so aussehen, als wären sie einem Fantasy-Film entsprungen:

Der Park stellt die höchste natürliche Erhebung Kreuzbergs dar …

… und deshalb hat man von hier aus auch ein bisschen Aussicht auf die Welt:

Schließlich geht es nach Schöneberg, wo wir die Lounge des Vis à Vis kurzerhand in ein kleines Filmstudio mit Kameras für Interviewten und Inerviewer verwandeln:

Wieder am Campingplatz zurück, geht es dann ins gegenüberliegende Restaurant, wo mich auf dem Weg dieses Bild …

… offensichtlich so irritiert, dass ich anschließend irgendwo meine Sony HX90 Kamera liegen lasse. Zum großen Glück sind darauf aber nur die Aufnahmen vom Interviewer und nicht die von Herrn Zuse.

Die nächsten Tage verbringen wir auf dem Campingplatz und ich schneide das Interview. Auch zur Verwunderung einiger Gäste, die sich mit der Zeit fragen, warum der Typ im Urlaub eigentlich dauernd nur auf den Bildschirm starrt.

Immer wieder werden wir von Bettelheinrichen besucht, …

… die etwas vom Frühstück abhaben wollen. Außerdem wohnt hier auch mindestens eine süße Maus, …

… die unsere Äpfel anknabbert, um sich mit ein paar gesunden Vitaminen zu versorgen.

Dann telefoniere ich mit Thunder.Bird, um einen Termin für die Abholung meines Plus/4 zu vereinbaren. Dabei kommt mir die Idee, dass wir bei der Gelegenheit ja auch noch einen Film über Commodore Computer drehen könnten, welche der Betreiber des C64 Club Berlin in großer Vielfalt zuhause hat. Nach etwas Überzeugungsarbeit lässt er sich dann schließlich auf das Abenteuer ein.

Am Mittwoch treffen wir ihn dann also in seiner Wohnung, wo wir zusammen den Film über seine geliebten Commodore Computer drehen:

Interessanterweise wohnt hier auch ein Verwandter …

… von meinem kleinen Teufelchen, das mir meine Freundin vor Jahren einmal geschenkt hat:

Tags darauf schauen wir uns in Potsdam noch ein (nicht ganz billiges) potenzielles neues Zuhause für meine Mitbewohnerin an:

Tja und dann geht es auch schon wieder heimwärts, wo wir erneut einen Zwischenstopp bei Nürnberg einlegen und ich das letzte Tagbild …

… und Nachtbild …

… verschicke. Die meisten Fotos auf der Tour habe ich übrigens mit der Kamera meines Huawei P30 Handys geschossen, welche die Welt doch ziemlich bunt darstellt:

Hier zum Vergleich die gleiche Szenerie durch die Sony RX10 IV gesehen, …

… vielleicht etwas zu pessimistisch, was die Farbe des Himmels angeht.

Für die Z-Clan (Familien) WhatsApp-Gruppe gibt es dann noch ein paar nützliche Informationen bezüglich gesunder Ernährung beim Campen:

Schließlich überstehen wir noch ein Gewitter, über das sich Donnervogel „Thunder.Bird“ sicherlich sehr gefreut hätte:

Am nächsten Morgen …

… bauen wir das Zelt zum letzten Mal ab und es geht wieder zurück nach Tübingen, wo natürlich der Commodore Plus/4 ausprobiert wird:

Am folgenden Tag …

… wird dann noch der Ladestand des Californias gecheckt:

Hmmm, 40% Ladungsverlust in 17 Tagen, ob das jetzt normal ist?

Liebe Grüße
Michael Holzheu

Ach ja, noch was …




Auf den Spuren von Konrad Zuse

Ich bin ja immer noch am Sammeln von deutschen Computermuseen und heute geht es dafür nach Hünfeld zum Konrad-Zuse-Museum.

Als ausgewiesener Experte für den deutschen Computerpionier hat sich Klemens Krause netterweise bereit erklärt, mich dabei zu begleiten. Also hole ich ihn nach Dienstschluss an der Uni Stuttgart bei seinem Museum ab.

Der California ist aufgeladen und startklar:

Wir fahren ein gutes Stück Richtung Norden und schlagen dann unser Lager irgendwo in der Pampa neben einem Feldweg auf:

Da wegen Corona weder Hotels noch Campingplätze geöffnet haben, ist hier der VW-Bus durchaus eine praktische Alternative. Auf der anderen Seite des Tals thront eine schöne Burgruine:

Am nächsten Morgen geht es dann nach Hünfeld, wo Klemens beim Vorbeifahren das Ortsschild leider nicht ganz erwischt:

Dort sollte nämlich „Konrad-Zuse-Stadt“ stehen:

Zum Museum führt der Zuse-Lochstreifenweg, …

… der den Filmstreifen nachempfunden ist, welche für die Z1 und Z3 als Eingabemedium dienten:

Das Museum ist in einem wirklich hübschen Gebäude untergebracht …

… und auch das Schild ist sehr liebevoll gestaltet:

Drinnen begrüßt uns Herr Zuse …

… gleich mal mit der Bedienstation seiner Z3, dem offiziell ersten Computer der Welt von 1941:

Daneben steht die Z11, …

… die ab 1955 insbesondere für geodätische Aufgaben eingesetzt wurde und dafür bereits eingebaute Programme mitgeliefert hat:

Angeblich hat der Hausmeister das Exponat bis vor kurzem noch am Leben erhalten, aber jetzt wurde wohl endgültig vor den Alterungsprozessen kapituliert und das Gerät ist nun leider nicht mehr lauffähig.

Die Maschine ist, wie die Z3, aus schmuck aufgereihten Relais aufgebaut …

… und auch die Verkabelung ist durchaus sehenswert:

Dann besuchen wir die Z22 im Erdgeschoss, die parallel zur Z11 ebenfalls ab 1955 verfügbar war, …

… aber statt der Relais wurden hier etwa 400-600 Röhren verbaut:

Von Klemens erfahre ich, dass der Trommelspeicher Ersatzspuren für den Fall von Head-Crashes besitzt:

Wieder im ersten Stock zurück, sehen wir die Z23, …

… die dann 1961 die Röhren der Z22 durch Transistoren ersetzt hat:

Dann bewundern wir die Kompaktheit der Z25, welche zwei Jahre später, 1963 auf den Markt kam:

Klemens meint, dass das die „Unglücksmaschine“ war, welche aufgrund von Fertigungsproblemen, die Zuse KG dann wirtschaftlich stark in Bedrängnis gebracht hat. Schließlich sehen wir noch die letzte Maschine, welche bereits das Label der Firma „SIEMENS“ trägt, …

… die dann 1967 die Zuse KG schlussendlich übernommen hat. Dann gibt es noch Bilder aus Zuses Kindheit …

… und Ehe:

Nach seiner technischen Laufbahn widmete sich Zuse ausgiebig der Kunst …

… und malte zwischen 500 und 1000 eher abstrakte Bilder, obwohl das hier vielleicht auch der Kölner Dom sein könnte:

Am Ende führt Klemens noch das Hünfelder Addiermodell vor, …

… das zwar mechanisch ist, aber an dem elektrischen Z3 Schaltplan angelehnt ist:

Wer sich für die Details interessiert, hier der passende Erklärfilm dazu:

Nach Abschluss der Dreharbeiten laufen wir noch ein bisschen durch Hünfeld …

… und korrigieren dabei gleich am Anfang die Ausrichtung vom Museumsschild:

In der ganzen Stadt sind merkwürdige Sprüche verteilt:

Wir besuchen das Grab von Konrad Zuse …

… und ehren …

… seine Statue im Stadtpark:

Wir lesen die Inschriften:

Der Schöpfer der binären Gleitkommarechnung …

… wandelte wohl oft hier im Grünen:

Wie in der letzten Tafel angegeben, lebte Konrad Zuse fast 40 Jahre (seit 1956 bis zu seinem Tod 1995) recht bescheiden im Haselgrund …

… und sein Haus hatte die Nummer 21:

Beim Bahnhof sehen wir nochmals Filmstreifen …

… und zum Glück dann noch ein *vollständiges* Ortsschild:

Sehr schön auch das Bild von Herrn Zuse in seinem legendären grünen Sessel (3:30) mit Aha-Likör aus lokaler Hünfelder Produktion:

Dann noch ein Zerrbild …

… vom großen Meister:

Als wir Hünfeld verlassen, müssen wir natürlich unbedingt noch an dem Zuse KG Logo vorbei, welches die Einheimischen auch als „Schlaftablette“ bezeichnen:

Nachdem ich Klemens wieder in Stuttgart abgeliefert habe, hat er dann doch noch eine Kleinigkeit vergessen. Das holt er am nächsten Tag, standesgemäß mit seiner antiken Göttin, der Citroën DS, im grünen Tübinger Philosophenweg ab:

Es lebe die Technik-Geschichte!

Michael Holzheu

PS: Hier natürlich noch der Film von unserem Besuch, der mit fast einer Stunde doch recht lang geworden ist: https://youtu.be/ww57nIK45Pg




Auf dem Weg nach Osten

Nachdem wir letztes Jahr auf unserer Calitour bereits den ersten Anlauf unternommen hatten, für Alena eine neue Bleibe zu finden, wollen wir es jetzt nochmal probieren und starten deshalb Richtung Ostdeutschland. Alenas Beschwerden sind sind in letzter Zeit sogar noch etwas stärker geworden, also wird es sicherlich nicht ganz einfach, eine beziehbare Wohnung für sie ausfindig zu machen.

Am Ende werden wir folgenden Weg hinter uns gebracht haben:

Weil Alena mittlerweile auch im VW-Bus Kopfschmerzen bekommt, wollen wir dieses Mal mit dem Auto fahren und dann auf Campingplätzen in Zelten übernachten.

Tag 1 – Montag: Nach Würzburg

Wir fahren am Nachmittag von Tübingen nach Würzburg und erreichen dann den Campingplatz „Mainblick“, …

… wo ich ein Gitter wiedererkenne, …

… über das meine zwei Neffen und ich damals bei unserer gemeinsamen Main-Radtour geklettert sind:

2012

Das muss natürlich sofort mit der Familie geteilt werden:

Abends gibt es mal wieder schöne Wolken zu bestaunen …

… und Alena zieht dann noch wegen Fluglärm ins Auto um, wo ihr auch durch das Glasdach ein sehr schöner Ausblick geboten wird:

Tag 2 – Dienstag: Klinik und dann ab nach Halle

Hier sehen wir den neuen Schlafplatz von Alena bei Tageslicht:

Zunächst geht es erst mal nach Würzburg zum Zentrum für seltene Erkrankungen, wo Alena zur Untersuchung einbestellt wurde. Während ich in der Stadt auf sie warte, …

… vereinbare ich schon mal den ersten Besichtigungstermin für eine Eigentumswohnung in Halle. Nachdem ich Alena wieder abgeholt habe, sehen wir anschließend auf dem Weg dann merkwürdig graue Berge (vom Braunkohleabbau?), …

… und große Windparks, …

… außerdem befahren wir noch echtes Kopfsteinpflaster aus DDR-Zeiten:

Dann beziehen wir unseren schönen Campingplatz an der Saale …

… und ich starte noch meine Drohne, um die erstaunlich leere Landschaft hier zu dokumentieren:

Abends gibt es dann Bier aus dem Harz …

… und ich bewundere die riesigen (mir noch unbekannten) Blumen auf dem Campingplatz:

Tag 3 – Mittwoch, Halle: Wohnung Nummer 1 & Altstadt

Die letzte Nacht hat Alena im Zelt …

… und ich dieses Mal im Auto übernachtet:

Beim ersten Frühstück muss ich leider feststellen, dass ich irgenwie nicht an den Campingtisch gedacht habe:

Die Lackierung des Autos spiegelt die Umgebung ähnlich gekräuselt wieder, …

… wie die Saale mit ihren Wellen:

Dann fahren wir nach Halle zur Besichtigung der ersten Wohnung:

Beim Betreten bekommt Alena sofort wieder Kopfschmerzen, also ist das Apartment für sie nicht beziehbar. Etwas enttäuscht ziehen wir wieder ab und besichtigen noch das Zentrum der 240.000 Einwohner zählenden Stadt. Am Marktplatz sehen wir die zwei Wahrzeichen, nämlich die „Marktkirche Unser lieben Frauen“ …

… und den „Roten Turm“:

Beide Bauwerke zusammen machen dann Halle zur „Stadt der fünf Türme“. Im Roten Turm spielt gerade jemand auf dem größten Carillon Europas Hells Bells von AC/DC, …

… was auch ganz gut zu dem düsteren Bild passt:

Wir schlendern noch etwas durch die Stadt, …

… besichtigen kurz die Moritzburg

… und gehen dann entlang der Saalepromenade wieder zurück zum Auto:

Insgesamt sieht die Innenstadt bis auf ganz wenige nicht restaurierte Häuser …

… wirklich sehr gepflegt aus.

Tag 4 – Donnerstag, Halle: R.E.C.H.E.N.W.E.R.K (Teil 1)

Vorher hatte ich schon herausbekommen, dass es hier das R.E.C.H.E.N.W.E.R.K Computermuseum gibt. Eigentlich ist es nur Freitag Abend geöffnet, aber dann erfahre ich, dass heute zufälligerweise jemand vor Ort ist, der uns auch empfangen würde. Ein junger Mann führt uns dann durch die beeindruckende Halle, die mit alter Rechentechnik von oben bis unten vollgestopft ist:

Eine Truppe von etwa 10 Leuten betreut die Sammlung und das Gebäude hier haben sie privat erworben.

Als wir so durch die Gänge geführt werden, erinnert sich Alena plötzlich, wie sie in der Schule einmal einen solchen PC von Robotron bedienen durfte:

Beim anschließenden gemütlichen Kaffeetrinken …

… kommt noch ein zweiter Mitarbeiter hinzu und beide erzählen uns dann ein wenig über die DDR Computergeschichte. Durch die Planwirtschaft bedingt, musste man wohl damals bereits viel rechnen, um die Fünfjahrespläne zu erstellen – also war auch die IT nicht ganz unwichtig.

In vielen Zigarettenschachteln …

… werden hier die Chips gelagert, zum Beispiel der Intel 8086 oder der Zilog Z84:

Weil Freitag Abend mehr Experten anwesend sein werden, beschließen wir noch einen Tag länger in Halle zu bleiben und wollen die Ausstellung morgen ein weiteres Mal besuchen.

Dann fahren wir in die Innenstadt, um noch etwas zu essen. Mein Arzt ruft mich an und teilt mir die Resultate meiner letzten Untersuchung mit. Für die notwendige Medikation suchen wir eine Apotheke, …

… wohin anschließend dann das Rezept gefaxt wird – ist doch cool, dass es diese Technik gibt!

Auf der Rückfahrt bestaunen wir noch Plattenbauten aus Ost-Zeiten, …

… wobei die drei unsanierten Blöcke besonders interessant aussehen:

Tag 5 – Freitag, Halle: R.E.C.H.E.N.W.E.R.K (Teil 2) & Wohnung Nummer 2

Gestern ist einer unserer Klappstühle gebrochen, also haben wir kurzentschlossen im Baumarkt neue Stühle gekauft und dazu noch einen Tisch – so sieht das Frühstück doch gleich viel netter aus:

Anschließend holen wir die gestern bestellten Medikamente in Halle ab und dann geht es zur Besichtigung der zweiten Wohnung:

Als wir das Apartment betreten, verspürt Alena sofort wieder Kopfdruck und berichtet dem Verkäufer über ihre Epilepsie. Dieser hat erst vor kurzem seine Ersthelfer-Prüfung aufgefrischt und meint, dass Epileptische Anfälle mittlerweile sehr selten seien, weil die Patienten mit Medikamenten so gut eingestellt würden. Wegen Alenas Beschwerden müssen ihm dann am Ende leider absagen und die Suche geht weiter.

Am Abend besuchen wir dann zum zweiten Mal das Computermuseum, …

… wo wir über drei Stunden eine sehr interessante Einführung in DDR Rechentechnik bekommen. Erst stellt Siegmar seine „Speicher Programmierbare Steuerung“ (SPS) vor …

… und anschließend wird uns eine wirklich innovative AEG Mignon 3 (1923) Schreibmaschine präsentiert, …

… die Alena auch gleich mal ausprobieren darf:

Schließlich zeigt mir Rüdiger den Buchungsautomaten Ascota 170/45, …

… der mit seiner echt abgefahrenen Mechanik aus 22.000 Teilen gewaltig imponiert:

Während der Vorstellung kommt ein extrem schweres Paket mit Lochkarten von Herrn Krause aus Stuttgart an, dessen Museum ich ja im April bereits schon einmal besucht hatte. Was für ein Zufall – ist die Welt nicht klein?

Tag 6 – Samstag: Nach Dresden

Heute verlassen wir Halle und düsen weiter Richtung Dresden. Als wir durch eine kleine Ortschaft fahren, fällt mir ein Milan am Himmel auf, den ich als Hobby-Ornithologe natürlich sofort filmen muss:

Bei einem Baumarkt in Leipzig machen wir Stopp, um noch eine neue Gaskartusche zu kaufen und auf dem Parkplatz versuchen wir dann ein paar Besichtigungstermine für nächste Woche in Dresden zu vereinbaren – immerhin einen für kommenden Montag können wir schon mal klar machen.

Am Campingplatz angekommen, …

… schneide ich dann noch schnell den Film über das Rechenwerk und lasse ihn über Nacht im Zelt berechnen:

Tag 7 – Sonntag, Dresden: Altstadt

Heute wollen wir zu einem anderen Campingplatz im Südosten von Dresden fahren. Vorher besuchen wir aber noch die Altstadt und machen einen kleinen Rundgang. Heute ist zufällig Stadtfest …

… und viele Menschen sind unterwegs:

Hinter der Katholischen Hofkirche lugt …

… die berühmte Semperoper hervor …

… und am Ufer der Elbe …

… machen interessante Gefährte mächtig Dampf:

Vor dem Coselpalais …

… will die sonst so fotoscheue Alena plötzlich, dass ich ein Bild von ihr mache:

Sie identifiziert sich offensichtlich mit der emanzipierten Gräfin Cosel, die im 18. Jahrhundert in Preußen eine bewegte Zeit mit August dem Starken verbracht hatte. Vor ein paar Monaten hatten wir zusammen den sechsteiligen DDR Film Sachsens Glanz und Preußens Gloria angeschaut, wo das Leben dieser Frau verfilmt wurde.

Gleich neben dem Palais steht die gewaltige evangelische Frauenkirche, …

… auf deren Kuppel ich dann auf alle Fälle noch steigen muss:

Von 67 Metern Höhe …

… hat mein einen guten Blick auf die Stadt. Zum Beispiel auf die Augustusbrücke, welche die Dresdner Altstadt mit der Neustadt verbindet …

… oder auf die Türme der evangelischen Kreuzkirche (rechts) und dem Neuen Rathaus (links):

Nach dem Abstieg geht es dann noch zum Zwinger, …

… der direkt neben der Semperoper liegt:

Anschließend fahren wir zum Campingplatz Wostra, der uns sehr positiv überrascht:

Auf dem Weg zum nahe gelegenen Biergarten, geht es am grünen Elbufer entlang …

… wo gerade viele Hornissen unterwegs sind:

In der Ferne sehen wir …

… den 252 Meter hohen Dresdner Fernsehturm …

… und kommen dann am Schloss Pillnitz vorbei, wohin übrigens die Gräfin Cosel im Jahr 1713 von August verbannt wurde:

Gleich neben dem Bau schnattert ein Gruppe von Graugänsen wild am Ufer:

Schließlich liefert uns noch die untergehende Sonne eine wirklich schöne Abendstimmung:

Tag 8 – Montag, Dresden: Wohnung Nummer 3

Heute besichtigen wir die erste Immobilie in Dresden, …

… die aber für Alena aber wieder nicht beziehbar ist. Etwas frustriert zurück am Campingplatz, tätigen wir dann über Ebay-Kleinanzeigen noch eine ganze Reihe von weiteren Anfragen. Dann geht es wieder zu Fuß zum Biergarten:

Auf dem Rückweg sehen wir schließlich noch eine Wessi-Rabenkrähe …

… und eine Ossi-Nebelkrähe, …

… die hier an der Grenze übrigens gelegentlich auch mal zusammen Nachwuchs produzieren.

Tag 9 – Dienstag, Dresden: Warten & Sahra

Wir verbringen heute den ganzen Tag auf dem Campingplatz und fahren dann am späten Nachmittag in die Neustadt zu Alenas Cousine Sahra. Die Fahrt geht durch sehr viel Grün:

Kein Wunder, denn laut Wikipedia gehört Dresden zu den Großstädten mit dem höchsten Anteil an Vegetationsfläche.

Sarah hat zum Glück einen guten Internetanschluss, so dass ich meinen Film über das Computermuseum Halle schon mal hochladen kann. Die Frauen tauschen sich in der Zwischenzeit über ihre Lebensthemen aus.

Abends testen wir dann noch ein hübsches Indisches Restaurant , …

… das sehr günstig und auch gut ist, aber trotzdem komischerweise außer uns kaum Gäste hat.

Tag 10 – Mittwoch, Dresden: Technische Sammlungen (Teil 1) & Wohnung Nummer 4

Auf dem Campingplatz haben wir sehr viel „Leerzeiten“: Beim Surfen im Internet stoße ich auf die „Technischen Sammlungen Dresden“, bei denen auch ein Computermuseum beheimatet ist. Weil wir noch Zeit haben, fahren wir dann auch gleich hin. An der Kasse frage ich nach einer Genehmigung zum Fotografieren und Filmen, welche ich dann nach kurzer Rücksprache von der netten Dame auch bekomme.

Gleich am Eingang begrüßen uns zwei wunderschöne Repliken: Die älteste (1623) Rechenmaschine der Welt vom westdeutschen Schwaben Wilhelm Schickard …

… und gleich daneben die erste (1774) Rechenmaschine, welche die vier Grundrechenarten beherrscht, vom ostdeutschen Sachsen Gottfried Wilhelm Leibniz:

Alena ist vor allem von der besonderen Schönheit der amerikanischen Remington Schreibmaschine (1876) entzückt:

Ich freue mich dann über diese kompakte IBM Tabelliermaschine von 1915, wo das „Hollerith“ Logo später durch „IBM“ überschrieben wurde:

Außerdem steht hier seine deutlich größere Verwandte „D11“ von 1936, die bereits drucken gelernt hat:

Dann geht es weiter mit Ostblock-Rechentechnik: Dieser kleine Bruder des Ascota 170/45 aus Halle hat sich seinen Ruhestand hier wahrscheinlich redlich verdient – zumindest die Abnutzungsspuren deuten stark darauf hin:

Es folgt der ZRA1 von 1961, der erste serienmäßig hergestellte programmierbare Digitalrechner der DDR …

… und dann der DDR Röhrenrechner „Dresden 2“ (D2) mit ganzen 2500 Röhren:

Nicht so richtig in die Ostblock-Reihe passt der Z23 von Konrad Zuse, dessen Innenleben …

… bereits mit Transistortechnik realisiert ist:

Meine alte Universität Erlangen soll übrigens das weltweit einzige lauffähige Exemplar einer Z23 haben – beim nächsten Bergfest muss ich da unbedingt mal vorbeischauen!

Weiter geht es mit dem Analogrechner Endim 2000 von 1965, …

… dem legendären Robotron R300 von 1967, welcher übrigens technisch der IBM 1401 nachempfunden ist, aber irgendwie deutlich moderner aussieht:

Es folgt ein ESER Rechner der 2. Generation, der EC 1055 von 1981, …

… welcher dann schon an die IBM System/370 Großrechnerarchitektur angelehnt ist …

… und darauf folgt schließlich der 32 bit Robotron Super-Minicomputer K1840 von 1988, …

… der dann auf VAX Technologie der Firma DEC basiert.

Am Ende des Museums zeigt sich dann noch der PC 1715, welcher wohl in den 80ern der Standardcomputer in der Deutschen Demokratischen Republik war:

Außerdem fällt mir der Heimcomputer Robotron Z9001 auf, …

… der mich mit seiner Gummitastatur doch sehr an meinen ersten Computer C116 erinnert. Und passend dazu sehe ich daneben dann auch noch die Schachtel vom Commodore Plus 4, …

… der damals mein zweiter Computer war und schon eine richtige Tastatur hatte.

Das Highlight des Tages kommt aber ganz am Ende: Während ich staunend vor diesem Kunstwerk stehenbleibe, …

… komme ich mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der einiges über das Ausstellungsstück zu wissen scheint. Offensichtlich handelt es sich hier um einen Schulungsrechner, den Professor N. J. Lehmann 1958 mit Studenten an der TU Dresden gebaut hat. Nachdem ich den Experten längere Zeit mit Fragen löchere, geht er kurzentschlossen zur Steckdose und startet den Rechner. Am Ende ist dann ein kurzer Lehrfilm herausgekommen, der den Aufbau eines Von-Neumann-Rechners anhand dieser Maschine schön erklärt.

Irgendwie ist mein Wissensdurst bezüglich der Ausstellung aber immer noch nicht befriedigt, deshalb kontaktiere ich auf Anraten der netten Frau vom Empfang noch den Kurator des Museums und organisiere für morgen eine Führung.

Anschließend besichtigen wir dann noch Wohnung Nummer 4, die eigentlich genauso wie Wohnung Nummer 3 aussieht und für Alena ebenfalls nicht beziehbar ist.

Auf dem abendlichen Weg zum Biergarten fällt uns dann dieses lustige Tor auf, …

… wo jemand mit wenig Aufwand …

… eine passende Frau für sich finden will:

Beim Abendessen im Fährhaus bei Schloss Pillnitz fallen mir noch die ziemlich gesalzenen Preise auf, …

… insbesondere 4,40 Euro für ein großes Bier finde ich sehr grenzwertig – aber gut, dafür speisen wir hier mit schöner Aussicht in einer geschichsträchtigen Stätte und ich bekomme auch noch zwei Decken dazu:

Außerdem sehen wir noch die Dresden …

… von der „Sächsischen Dampfschiffahrt“, welche die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt besitzt. Als wir das Lokal verlassen, fällt uns noch diese historische Pegelstandsanzeige auf …

… und können es kaum glauben, dass sowohl bei der „Sächsischen Sintflut“ von 1845 als auch 2002 das Wasser bis hier oben gestanden ist:

Das Schloss Pillnitz hat sich davon aber offensichtlich gut erholt und erstrahlt schöner denn je im hellen Licht:

Tag 11 – Donnerstag, Dresden: Technische Sammlungen (Teil 2) & Wohnung Nummer 5

Heute habe ich mit dem Kurator den Termin um 13:00. Weil ich immer noch Symptome meiner Krankheit habe und die Medikamente alle sind, rufe ich meinen Arzt an. Der meint, ich solle mir bei einem Allgemeinarzt ein Rezept besorgen und die Behandlung erneut durchführen. Dummerweise übersehe ich bei Google Maps, dass die Praxis auf der anderen Seite der Elbe ist und muss deshalb die Schloss-Fähre nehmen:

Nach meiner Rückkehr fahren wir wieder zu den Technischen Sammlungen. Dort bekomme ich eine sehr interessante Führung durch das Schaudepot. Ich filme wie ein Weltmeister, mache aber nur ein einziges Bild und zwar dieses von den Schnipseln eines 8-Kanal Lochstreifens:

Anschließend besichtigen wir Wohnung Nummer 5. Diesmal in einem Haus von 1930 mit sehr hohen Zimmern. Leider bekommt Alena wieder Kopfschmerzen – die Suche geht also weiter!

Auf dem Rückweg sehen wir dann unseren ersten und einzigen Trabbi der Tour, …

… welcher von Alena liebevoll „Rennpappe“ genannt wird – ein echtes Relikt aus der ehemaligen „Dedere“:

Tag 12 – Freitag, Dresden: Wohnung Nummer 6 & Sahra

Morgens machen wir noch eine letzte Besichtigung für Montag klar. Außerdem habe ich ein weiteres Computermuseum ausfindig machen können – das Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda, wo ich eine Führung für Sonntag vereinbare.

Am Nachmittag besichtigen wir dann Wohnung Nummer 6 in der besten Wohngegend von Dresden. Diese ist komischerweise vermietet, was aber im Exposee nicht vermerkt war. Aber egal, sie ist sowieso nicht für Alena beziehbar.

Dann kaufen wir bei einem Cousin vom Supermarkt des Jahres 2018 ein, …

… der aber ebenfalls ganz gut aussieht:

Anschießend treffen wir Sahra in der „Sankt Pauli Bar“ …

… und ich darf wieder meine fertigen Filme über ihr WLAN auf YouTube hochladen.

Tag 13 – Samstag, Dresden: IT History-Dokument & Bummeln

Heute verbringen wir den ganzen Tag auf dem Campingplatz:

Ich trage noch meine neuesten Erkenntnisse über die Ostblock IT-Historie in mein Arbeitsdokument ein und lese noch diverse Artikel über das Thema:

Auch über Konrad Zuse lese ich noch verschiedene Artikel, um mich für den Museumsbesuch Morgen etwas vorzubereiten:

Abends beim Durchschauen der Nachrichten lerne ich außerdem noch etwas über die neuesten Erkenntnisse unserer Wissenschaftler:

Hmm, da stellt sich mir jetzt nur noch die Frage bezüglich Ursache und Wirkung 🙂

Tag 14 – Sonntag, Dresden: Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda

Heute geht’s ins Zuse-Computer-Museum nach Hoyerswerda im Landkreis Bauzen. Dort angekommen sehen wir erst mal ein Portrait vom großen Meister:

Konrad Zuse ist in der 9. Klasse mit seinen Eltern nach Hoyerswerda gezogen. Das Museum wurde gegründet, nachdem er Mitte der 90er mal wieder zu Besuch war und meinte, dass die Stadt mehr aus seinem Namen machen solle.

Die Ausstellung befindet sich im Erdgeschoss eines alten DDR Plattenbaus.

Eine junge Frau führt mich dann durch das sehr modern und ästhetisch eingerichtete Museum:

Am Eingang begrüßt uns gleich eine künstlerisch gestaltete Zuse Z22R:

Zunächst wird allgemeine Computergeschichte gezeigt, zum Beispiel einen Analogrechner aus den 60ern, …

… DDR PC und IBM PC aus den 70ern ihn trauter Zweisamkeit, …

… die BSS 01 DDR Spielekonsole …

… und mein geliebter Commodore Plus 4, dessen Schachtel ja in den Technischen Sammlungen ausgestellt ist:

Bei den 90ern steht ein orangefarbener iMac, über den unser ehemaliger Laborleiter mal gesagt hat, „Die größte Innovation in diesem Jahr ist buntes Plastik“:

An den Wänden hängen lustige Sprüche von Linus Torvalds …

… und Bill Gates:

Übrigens kommt der Begriff Spam wohl von einem bekannten Dosenfleisch, …

… welches im Krieg eines der wenigen Nahrungsmittel war, das in Großbritannien praktisch überall erhältlich war. Die Omnipräsenz dieses Fleisches, ähnlich wie später die unerwünschten E-Mails, förderte wohl die Entwicklung des Begriffs.

Dann freue ich mich über einen alten Bekannten, den ich schon von den Technischen Sammlungen kenne, den 32 Bit DDR Super-Minicomputer K1840:

Nach dem allgemeinen Teil kommen wir zu den Werken von Zuse. Zunächst bestaune ich einen Nachbau eines Teils des mechanischen Rechners Z1, den Konrad 1937 im Wohnzimmer seiner Eltern gebaut hat:

Dann geht es weiter mit dem Relaisrechner Z11 von 1955, …

… wo man auch ein paar Innereien bewundern darf:

Nach den Relais kamen dann 1957 die Röhren zum ersten Mal im Zuse Z22 zum Einsatz …

… und zwei Jahre später folgte dann mit der Z23 die transistorisierte Variante, …

… die dann auch das erfolgreichste Modell von Zuse war, bis dann anschließend der Niedergang folgte und mit der Z25 der letzte Rechner gebaut wurde:

Abschließend noch ein Bild, wo Steve Jobs, die Z3 im Deutschen Museum bestaunt:

Dann geht es wieder zurück nach Dresden, wo wir an dem ehemalige Fabrikgebäude der Zigarettenfabrik Yenidze vorbeikommen, das wie eine riesige Moschee aussieht:

Dann gehen wir noch in den Biergarten auf der anderen Seite der Elbe …

… und ich miete mit dem Smartphone zum ersten Mal einen Elektroroller, …

… um für Alena gerade noch rechtzeitig ein Fischbrötchen zu besorgen:

Ätsch, Technik ist also doch sinnvoll!

Tag 15 – Montag, Dresden: Filme & Wohnung Nummer 7

Am Morgen …

… kommt auf dem Campingplatz ein sehr gut erhaltener 45 Jahre alter T2 an, mit dessen Besitzer ich natürlich gleich etwas über VW-Bus Technik fachsimpeln muss:

Nachmittags besichtigen wir dann die Wohnung Nummer 7:

Leider bekommt Alena sofort wieder Kopfschmerzen und weil das die letzte Immobilie ist, die wir uns anschauen wollten, sind wir zumindest bezüglich des Ziels „Neue Heimat für meine Mitbewohnerin“ mal wieder gescheitert.

Tag 16 – Dienstag, Dresden: Verlängerung & Robotron Museum

Eigentlich wollten wir heute Mittag abreisen: Aber am Morgen schreibe ich Jörn von IBM-History, dass ich am Donnerstag gerne meine neuen Filme vorführen würde und in seiner Antwort weist er mich noch auf das Robotron Museum in Dresden hin, das erst vor Kurzem eröffnet hat. Cool, wenn ich schon mal da bin, will ich das auf alle Fälle dann auch noch mitnehmen. Alena freut sich ebenfalls über einen weiteren Tag hier, also vereinbare ich kurzerhand einen Termin für heute Nachmittag.

Das Gelände der 600-Mann Firma liegt interessanterweise direkt an der Tübinger Straße:

Wir werden von der stellvertretenden Leiterin des Museums empfangen, die, wie ich später erfahren habe, Museologie studiert hat. Sie führt uns über einen langen Gang …

… in das 100 Quadratmeter große Museum, das wirklich sehr ansprechend gestaltet ist:

Ich treffe wieder auf alte Bekannte, zum Beispiel den DDR Robotron Z9001 Heimcomputer, …

… oder den PC 1715, …

… auf dem hier ein cooler Space Invaders Klon läuft:

Auch die Ferritkernspeicher der DDR machen mächtig Eindruck, …

… ebenso wie die wunderschön beleuchteten Bleiglasfenster, die gerade noch rechtzeitig aus dem Robotron-Werk in Dresden gerettet wurden:

Thematisch befasst sich die Ausstellung auch mit der Transformation von der ehemals eher hardware-orientierten Robotron zu der Software-Firma, wie sie heute existiert. Das soll auch an der Decke durch den Übergang von Leiterplatten in Blau zu den Nullen und Einsen in Rot symbolisiert werden:

Am Ende präsentiert die Firma stolz ihr einzig verbliebenes Hardware Produkt, nämlich das RoboGate Modul im goldenen Kleid:

Das erinnert mich irgendwie stark an meine alte Firma, nur müsste an dieser Stelle dann eben das hell-erleuchtete Mainframe Glas-Modell stehen.

Tjo, und das war’s dann auch mit meinem Bericht von unserer Ostdeutschland-Tour.

Liebe Grüße!

Michael Holzheu

Mann-o-mann, war ich vielleicht fleißig, denn diesmal gibt es gleich ganze zehn Filme von der Reise:

Außerdem gibt es zwei neue YouTube Playlists für alle, die auch in Zukunft auf dem Laufenden bleiben wollen: