Eine kleine Traktor Geschichte

Nachdem ich mir ja vor kurzem den Kindheitstraum vom Motorradfahren mit der Führerscheinklasse A erfüllt habe, kommen jetzt auch noch die Traktoren an die Reihe, welche mich als junger Mensch ebenfalls sehr fasziniert haben:

Zunächst aber erst mal ein kleiner Überblick, was ich mit meinem aktuellen Führerschein bisher so alles fahren durfte:

Klasse Beschreibung
B PKW bis 3,5 Tonnen
C1/171 Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen, die Schlüsselzahl 171 erlaubt es, auch Fahrzeuge der Klasse D (Busse) bis 7,5 Tonnen zu fahren, wenn keine Fahrgäste befördert werden
BE Zugfahrzeug der Klasse B und ein Anhänger mit maximal 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse
C1E Zugfahrzeug der Klasse C1 und ein Anhänger, soweit die zulässige Gesamtmasse der Kombination 12 Tonnen nicht übersteigt
CE Züge der Klasse C1E (Zugfahrzeug bis 7,5 Tonnen und Anhänger) mit mehr als 12 Tonnen Anhänger (ist am 10.09.2021 mit 50 Jahren abgelaufen)
M Mofas mit Höchstgeschwindigkeit von  25 km/h und einem Hubraum von maximal 50 ccm
L/174 Zugmaschinen / Traktoren bis 40 km/h (mit Anhängern bis 25 km/h), sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Futtermischwagen, Stapler und andere Flurförderfahrzeuge jeweils bis 25 km/h (auch mit Anhänger), eigentlich ist die Verwendung nur für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke erlaubt, aber die Schlüsselzahl 174 hebt diese Beschränkung wieder auf

Also fehlt neben A noch Führerscheinklasse T für die richtig coolen Geräte:

Zugmaschinen bis 60 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Futtermischwagen bis 40 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit, die jeweils nach ihrer Bauart für die Verwendung für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke bestimmt sind und für solche Zwecke eingesetzt werden (jeweils auch mit Anhängern)

Natürlich wird auch meine Filterblasen-Einstellung wieder entsprechend angepasst und ich fange an, mich für Mähdrescher …

… und ganz allgemein Zugmaschinen aller Art zu interessieren:

Am 26. November geht es dann schließlich los mit dem Praxistraining auf dem 6,5 Tonnen schweren CVT 6155 von Steyer, …

… der übrigens 2004 von der österreichischen Fachzeitschrift “Der fortschrittliche Landwirt” auf Platz zwei der besten Schlepper über 100 PS gewählt wurde.

An dem Tag bin ich mal wieder etwas depressiv gestimmt, …

… aber als wir dann mit der Zugmaschine einmal kreuz und quer durch Tübingen gefahren sind , geht es mir gleich viel besser. Irgendwie scheint Traktorfahren also auch gut für die Psyche zu sein .

Ein paar Tage später geht es dann in Kombination mit dem Anhänger weiter:

Wir üben das An- und Abkoppeln, wo insgesamt vier Leitungen von Bedeutung sind, …

… nämlich Strom, Druckluft für die rote Vorrats- die gelbe Bremsleitung, …

… sowie die Hydraulikleitung, um den Stützfuß hoch- und runterzufahren zu können:

Dann geht es zusammen mit dem Anhänger wieder für ein paar Stunden durch Tübingen:

Am Ende wird der Wagen ordnungsgemäß abgestellt …

… und der Traktor wieder passgenau eingeparkt:

Am Tag vor der Prüfung üben wir dann noch ein paar Technikfragen, welche auf insgesamt 10 Kärtchen abgedruckt sind, wovon die erste dann am folgenden Tag gezogen werden wird:

Also erst mal die Motorhaube öffnen, …

… um die Bremsflüssigkeit zu checken:

Dann im Fahrzeugschein nach der Spezifikation der Reifen schauen …

… und die Daten mit den montierten Pneus vergleichen:

Quiz: Was bedeutet im Fahrzeugschein "650/65R42 - 155B"?

  • 650: Reifenbreite = 650 mm
  • 65: Verhältnis Reifenhöhe zur Breite (Höhe = 0,65 * Breite)
  • R: Radialreifen (Gürtelreifen)
  • 42: Durchmesser Felge (42 Zoll = 106,68 cm)
  • 155: Tragfähigkeits-Index (155 = 3,875 Tonnen)
  • B: (Maximal-)Geschwindikeitssymbol (B = 50 km/h)

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Schließlich noch die Rücklichter auf Funktion prüfen, …

… und den Kühlwasserstand ablesen:

Zuhause präge ich mir mit dem Lehrbuch und den gemachten Fotos nochmals die Antworten auf alle möglichen Fragen ein:

Am nächsten Morgen ist dann die Prüfung und meine Vorgängerin kommt mit einem schneeweißen Traktor angefahren, …

… der sich bei genauerem Hinsehen als Lamborghini entpuppt:

Vielleicht auch ein passendes Hochzeitsfahrzeug für den Fall, dass mein Talmud-Plan irgendwann doch noch aufgehen sollte?

Ich selbst mache dann anschließend mit dem vertrauten Kollegen die Prüfung, …

… welche auf der Biogasanlage endet, wo ich den Steyer dann ein letztes Mal abstelle:

Bis auf eine kleine Schwäche beim Migga (schwäbisch für Bremsen) zur Überprüfung der Fahrbereitschaft, hat soweit alles gut geklappt:

Mal sehen, was ich mit der bestandenen Prüfung in Zukunft so alles anfangen werde.

Liebe Grüße

Michael Holzheu

2 Kommentare zu „Eine kleine Traktor Geschichte“

  1. Hallo Michael,

    Glückwunsch zur bestandenen Prüfung! Und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Geben wir 2022 eine Chance!

    Viele Grüße, Daniel M

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