Zwei Mikes in USA – Teil 10: The Zion Canyon

Heute ist Donnerstag, der 20. September: Nachdem wir bei dem Gewaltakt gestern bis kurz vor den Zion-Nationalpark gekommen sind, wollen wir heute die ganze Zeit darauf verwenden, um den zweiten Park unserer Tour zu erkunden.

Am Ende des Tages werden wir folgenden Weg hinter uns gelassen haben:

Bevor es losgeht, wird aber erst mal gefrühstückt: Die Froot Loops schauen zwar echt hübsch aus, …

… sind aber dann doch um einiges zu süß für uns.

Anschließend nutzen wir noch unseren privaten Dump-Anschluss …

… und checken dann an der Rezeption ein, die bei unserer Ankunft gestern schon geschlossen hatte. Auf den Preis von 50 Dollar pro Nacht kommen noch etwa 6 % Sales Tax (Mehrwertsteuer) und 6 % Hotel Tax (Kurtaxe?) oben drauf:

Die Fahrt zum Eingang des Zion-Nationalparks dauert etwa 40 Minuten …

… und bereits die ersten Eindrücke …

… begeistern uns ziemlich:

Schließlich erreichen wir den Eingang, …

… wo wir uns erst mal hinten anstellen müssen:

Um in den Park zu gelangen, …

… zeigen wir unseren America the Beautiful Pass vor, den wir bereits im Yellowstone-Nationalpark für 80 Dollar gekauft hatten:

Leider sind alle Parkplätze total überfüllt, …

… so dass wir umdrehen müssen:

Ich ziehe dann in der Hektik an einem Parkautomaten …

… für gut 10 Dollar ein Ticket, das bei genauerer Betrachtung aber nur bis kurz vor drei Gültigkeit besitzt:

Also schreiben wir den Betrag ab und fahren noch ein paar Meter weiter zurück, bis ein Parkplatz kommt, wo wir ganze 40 Dollar …

… liegen lassen:

Weil wir nur den einen Tag heute haben, akzeptieren wir diesen, andernfalls auch als üble Abzocke zu bezeichnenden Preis, zähneknirschend – genauso wie das wohl unsere Nachbarn hier getan haben:

Nebenan sehen wir anschließend noch einen „kostenlosen“ Parkplatz …

… für 20 Dollar 🙂

Tatsächlich gratis ist dann aber der Shuttle Bus, …

… wo die orange Linie bis zum Visitor Center führt und von dort die grüne Linie weiter in den Canyon:

Weil wir nur zwei Stationen vom Visitor Center entfernt sind, beschließen wir aber trotzdem zu laufen:

Eigentlich wollten wir ja zu dem berühmten Angels Landing, welches aber leider aktuell gesperrt ist. Stattdessen rät uns der Ranger zu einer sechsstündigen Wanderung auf den Observation Point, …

… der mit seinen 1980 Metern sogar etwas über dem „Landeplatz der Engel“ liegen soll.

Mit dem Shuttle …

… geht es also von Station eins …

… bis Station sieben – zum Weeping Rock:

Die Fahrt beginnt …

… um 12:10, …

… führt durch den Zion Canyon hinauf, …

… wo es bereits recht warm ist …

… und endet …

… exakt 25 Minuten später:

Die Tour geht zunächst über den Rim Trail …

… und zweigt dann links ab auf den Observation Point:

Gleich am Anfang begeistern uns die tollen Felsformationen, …

… die von unten gesehen fast unüberwindbar scheinen:

Kletterer sehen wir hier auf alle Fälle nicht.

Insgesamt sollen in der Schlucht neun verschiedene Gesteinsschichten des Colorado-Plateaus zu sehen sein, wovon ich als geologischer Laie hier eigentlich nur zwei ausmachen kann:

Wikipedia liefert ein sehr schönes Übersichtsbild der sogenannten Grand Staircase, deren Schichten vom Zion Canyon, Bryce Canyon und Grand Canyon durchschnitten werden:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grand_Staircase-big.jpg

Bei perfektem Wetter wandern wir weiter hinauf, …

… wo ich dann einen Diademhäher sehe, der sich mir diesmal aber nur im Gegenlicht zeigen will:

Ich kann es verschmerzen, weil ich damals im Grand Canyon bereits ein Exemplar in voller Pracht gesehen habe.

Nicht weniger prächtig präsentieren sich die Felsstrukturen hier:

Irgendwo habe ich dieses Zeichen schon mal gesehen, …

… vielleicht eine Botschaft von den Engeln?

Auf dem weiteren Weg …

… fotografieren wir …

… was das Zeug hält:

Außer uns …

… sind noch viele andere Menschen unterwegs:

Insbesondere scheint uns der Anteil der Deutschen hier extrem hoch zu sein. Bereits beim Start wurden wir von einem Wanderer einfach auf Verdacht mit „Guten Tag“ begrüßt 🙂

Wir kommen an einer besonders engen Stelle vorbei, …

… wo mich die Maserung sehr an den Antilope Canyon erinnert:

Hier wird wohl auch Schluchtenwandern oder etwas Ähnliches betrieben:

Auch die Fauna und Flora ist nicht uninteressant:

Vorherrschend sind die dunkelgrünen Bäume …

… und Sträucher, …

… die zusammen mit der Färbung der Felsen dem Canyon sein charakteristisches Aussehen geben:

Wenn man etwas genauer hinsieht, entdeckt man gelegentlich auch kleinere Pflanzen, …

… die ich leider noch nicht bestimmen kann …

… und auf die Schnelle im Internet auch nicht gefunden habe:

Der Canyon bleibt auch weiter oben abwechslungsreich – sowohl mit Weitwinkel, …

… als auch mit längeren Brennweiten:

Wir kommen zum Abzweig und gehen weiter zum Observation Point:

Die Gesteinsschichten werden jetzt irgendwie gelblicher, …

… was man in diesem Ausschnitt sehr schön sehen kann:

Und hier hat sich ein waghalsiger Baum eine echt exklusive Heimat gesucht:

So langsam erreichen wir eine Höhe, …

… wo tiefere Einblicke ins Tal möglich werden:

Der Weg ist zwar breit, aber links geht es viele Meter fast senkrecht nach unten:

Wir treffen einen jungen Mann, der zwei ältere Damen, die offensichtlich etwas an Höhenangst leiden, nach unten geleitet. Spaßeshalber biete ich mich an, eine davon für zu übernehmen. Als ich dann mit ihr Hand in Hand ein paar Meter nach unten marschiere, scheint sich die Frau über meine Geste zu freuen.

Oben am Plateau angekommen, sehen wir dann eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen:

Schließlich erreichen wir den Aussichtspunkt, …

… wo wir diesmal den großen Mike …

… und den kleinen Mike …

… zusammen mit dem Gipfelschnaps aus Wyoming …

… als Trio ablichten lassen:

Das scheint so viel Eindruck gemacht zu haben, dass hinterher zuerst ein junger Amerikaner und dann noch ein Franzose ebenfalls die Flasche für ein Erinnerungsfoto haben wollen. Aber anschießend daraus zu trinken, haben sie sich dann doch nicht getraut 🙂

Währen Mike die tolle Aussicht festhält, …

… jage ich mal wieder ein flinkes Streifenhörnchen, …

… sowie erneut den Diademhäher, bei dem ich aber wieder keinen Erfolg habe:

Die Sonne wirft bereits lange Schatten …

… und es wird Zeit für den Abstieg:

Obwohl es auf dem gleichen Weg zurück geht, …

… finden wir doch noch ein paar neue Motive, …

… wie hier zum Beispiel Berge mit gelbem Klecks, …

… oder hier ein Mund, …

… dessen Falten durch die schräg stehende Sonne erst so richtig zur Geltung kommen:

Und wenn gerade keine neuen Motive zu sehen sind, dann machen wir eben selbst welche:

Wir kommen wieder an der engen Stelle vorbei, …

… die mich so an den Antilope Canyon erinnert hat …

… und gehen ein Stück hinein:

Dann versuche ich eine ähnliche Pose, wie sie mir damals von unserem Guide empfohlen wurde:

Auf den letzen Metern erzeugt das Abendlicht so extreme Kontraste zwischen hell und dunkel, …

… dass unsere Kameras doch ziemlich an die Grenzen …

… ihrer Dynamikbereiche stoßen:

Schließlich kommen wir dann – nach insgesamt knapp sechs Stunden in der Sonne – ziemlich ausgedörrt wieder unten an und fahren mit dem Shuttle zur Zion Lodge, …

… wo die Gastronomie leider um kurz nach sechs bereits geschlossen hat:

Also geht es weiter mit dem Shuttle …

… durch den mittlerweile schon ziemlich dunklen, …

… aber immer noch schön anzusehenden Canyon:

Vor mit sitzt ein Mann mit einer recht positiven Message …

… und links neben mir zwei hübsche Studentinnen, die gerade von ihrer täglichen Ferienarbeit zurückkehren. Sie kommen beide aus Asien – genauer gesagt aus Thailand und Taiwan.

Die Thailänderin meint, dass die Deutschen doch recht strenge Gesellen seien und freut sich deshalb besonders, als ich immer wieder mal einen Witz unsere Unterhaltung einfließen lasse.

Als sie dann aussteigt, schaffe ich es auch noch mit ihrer Freundin etwas engeren Kontakt zu knüpfen: Obwohl sie es eigentlich überhaupt nicht interessiert, studiert sie trotzdem Jura, weil ihre Familie es einfach so will. Ich bekomme ein Kompliment für mein gutes Englisch und wir vertiefen daraufhin das Thema Sprachen noch ein wenig: Sie spricht zuhause interessanterweise nicht Taiwanesisch sondern Chinesisch. Am Ende der Unterhaltung lernen wir schließlich noch zwei kurze Sätze aus der jeweils anderen Sprache …

  • She she = Danke schön
  • Nie hau = Hallo

… und loben uns dann beide gegenseitig für unsere gute Aussprache 🙂

Beim Visitor Center finden Mike und ich dann endlich die Zion Brewery, welche hier tatsächlich einen Biergarten betreibt:

Auf der sehr umfangreichen Karte …

… findet sich dann tatsächlich auch das Hefeweizen, …

… über dessen positive Wirkung – bezüglich unseres ausgetrockneten Zustands – wir auf dem Abstieg bereits länglich philosophiert haben und tatsächlich tritt das erwartet positive Gefühl dann auch in der Realität ein:

Mike ist nicht so der Biertrinker und bietet deshalb an, die Heimfahrt zu übernehmen. Das gibt mir dann die Möglichkeit, dem Appell auf dem T-Shirt der Bedienung …

… zu folgen und die Brauerei weiter kräftig zu unterstützen:

Von unserem Platz aus können wir dann sehr schön sehen, …

… wie die Sonne nochmal wunderschön …

… die schroffen Felsen der Schlucht beleuchtet:

Schließlich wird es Nacht …

… und beim Verlassen des Lokals …

… bitte ich eine zweite Bedienung noch um ein weiteres Foto:

Mit unserer Rechnung von 81 Dollar, …

… können wir uns sicherlich nicht vorwerfen lassen, dass wir die zwei Damen nicht ernst genommen hätten 🙂

Dann laufen wir die letzen Meter zu unserem Wohnmobil, bewundern noch den Mond über den Bergen …

… und kommen wieder mal erst im Dunkeln bei unserem Campground an:

Liebe Grüße aus dem Bundesstaat Utah!

Der kleine und der große Mike

Hier noch das passende Video vom Zion-Nationalpark: https://youtu.be/IiGKPnP0i0c

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