Calitour – Teil dreizehn: Bratislava 1/2

Nachdem ich gestern Rumänien weitgehend hinter mir gelassen habe, will ich heute Bratislava erreichen:

Die Hauptstadt der Slowakei hält durch ihre extreme Randlage gleich zwei Rekorde:

Sie liegt am Dreiländereck mit Österreich und Ungarn und ist damit die einzige Hauptstadt der Welt, die an mehr als einen Nachbarstaat grenzt. Mit rund 55 km Luftlinie haben Bratislava und Wien den geringsten Abstand zweier europäischer Hauptstädte [Wikipedia].

An der Grenze zu Ungarn stelle ich mich dummerweise an der falschen Schlange an …

… und muss deshalb etwas länger warten:

Zum Glück bemerke ich noch das Schild mit der Aufschrift …

… oh je, das hatte ich bei der Hinfahrt irgendwie total übersehen.

Update 14. Juli 2018: Mittlerweile ist auch die Rechnung eingetroffen:

Ich besorge mir also diesmal so ein Teil, …

… welches zum Glück elektronisch funktioniert – also kein hässliches Pickerl auf der Windschutzscheibe!

Begleitet von AC/DC geht es weiter über …

… gut geteerte Pisten durch Ungarn …

… und nach einem kurzen Tankstopp – übrigens war Diesel in allen der vier Ländern bisher konsistent …

… schwarz – geht es an Budapest vorbei …

… in die Slowakei, …

… wo ich an der Grenze, gerade noch rechtzeitig sehe, …

… dass auch hier Vignette …

… Pflicht ist – schließlich erreiche ich …

… Bratislava:

Dort angekommen, mache ich mich erst mal frisch für den Abend und bemerke, …

… dass die rumänische Sonne für interessante Farbkombinationen auf meinem Körper gesorgt hat:

Wegen der Musik und des netten Spiegeleffekts, verweile ich noch einige Minuten im Hotelaufzug …

… und bin dann schließlich bereit für den Abend:

Über die Donau …

… geht es in die Stadt, wo ich auf drei lustige Musikanten treffe, …

… die ich dann gleich frage, ob Filmen erlaubt sei: Der Klarinettist links ist erst mal strikt dagegen, weil er YouTube nicht gut findet, der Gitarrist in der Mitte ist etwas entspannter und erkundigt sich, wie viel ich denn bezahlen würde und dem Mann an der Mundharmonika scheint das alles sowieso irgendwie egal zu sein.

Schließlich einige ich mich finanziell mit der Band: Der anfangs noch mürrische Maestro an der Klarinette …

… wird dann mit der Zeit auch etwas fröhlicher:

Ich albere noch mit dem Gitarristen herum und für nur fünf Euro mehr darf ich kurz auf seiner Gitarre spielen: Diese ist wirklich sehr betagt und hat nur noch sechs der früher mal zwölf Saiten – außerdem ist sie übelst verstimmt. Ich wundere mich, wie er darauf trotzdem noch einigermaßen wohlklingende Akkorde zustande bringt.

Gleich daneben spielt jemand auf einer …

… orientalischen Flöte:

Das wirkt sehr stimmungsvoll auf mich – leider wird die Szene durch eine sehr farbenfroh gekleidete Dame gestört:

Sie unterhält sich mit meinem Bekannten …

… und anschießend will sie das Bild einfach nicht freimachen:

Offensichtlich hat sie von meiner Großzügigkeit erfahren und wartet deshalb hier auf mich: Sie behauptet, dass sie zwei Kinder und außerdem großen Hunger habe. Ich bin irgendwie noch ziemlich genervt von ihrem Auftritt und entgegne (nicht wahrheitsgemäß), dass ich Kinder hasse und mir bei ihrem Anblick der Mangel an Nahrungsmitteln nicht schlüssig erscheint. Ihr zunächst etwas verunsicherter Gesichtsausdruck verwandelt sich am Ende dann in ein amüsiertes Lächeln – scheinbar hat sie mir meinen Vortrag nicht komplett abgenommen 🙂

Dann mache ich einen Rundgang durch die Altstadt, …

… wo ich besonders viele Bilder …

… vom Michaelertor mache:

Auf dem Hauptplatz gibt es ein nettes Wasserspiel, …

… wo Kinder so viel Spaß haben,

… dass sie anschließend von ihren Eltern weggetragen werden müssen:

Nach dem vielen Filmen mache ich erst mal Rast und bestelle eine gebratene Ente: Ich brauche eine Weile, bis ich der etwas gestressten weiblichen Bedienung klar mache, dass ich ein *helles* und kein *leichtes* Bier haben will – beides heißt auf Englisch leider „light beer“:

Bis die Ente kommt, ist wieder Musik angesagt – diesmal spielt ein Klarinettist solo und …

… meine neue Bekannte ist auch wieder mit von der Partie:

Für mein zweites Bier muss ich dann über 10 Minuten warten, weil sich draußen einfach kein Kellner zeigt: Beim Bezahlen steht auf dem Beleg sinngemäß, „Wir berechnen keine feste Service-Gebühr, geben sie uns das Trinkgeld nach ihrer Zufriedenheit“. Trotzdem bin ich großzügig, weise den männlichen Kassierer aber noch höflich auf die 10-minütige Wartezeit hin. Dieser reagiert sehr ungehalten und gibt mir wütend zu Verstehen, dass er etwa 10000 Stunden am Tag arbeitet und nicht die Zeit hat, ständig nach mir zu schauen. Als er von meinem Tisch weggeht, gehe ich ihm noch hinterher und frage, wer hier eigentlich der Kunde sei. Kurz sieht es so aus, als ob er auf mich losgehen will – aber schließlich dreht der dann doch ab und verschwindet in seinem Restaurant.

Weil ich noch auf Toilette muss, gehe ich ebenfalls in den Laden und berichte der anderen Bedienung noch kurz von dem kleinen Zwischenfall: Sie meint, dass dies ein schottisches Restaurant sei und die Kunden deshalb oft selbst ihr Bier holen. Zudem bestätigt sie die hohe Arbeitsbelastung – insbesondere auch ausgelöst durch die teils schwierige Kundschaft von der Insel. Etwas besänftigt, entschuldige ich mich dann bei dem anderen Kellner noch für meine zu hohen Erwartungen.

Irgendwann wird es Abend und Bratislava präsentiert sich sehr stimmungsvoll, …

… hier zum Beispiel der Hauptmarkt mit dem Alten Rathaus:

Ich beschieße, noch auf die Burg zu gehen und komme bei einer Geburtstagsfeier vorbei: Der Jubilar hat bereits enorme Schwierigkeiten, sich zu artikulieren. Aber andere Teilnehmer sind noch etwas fokussierter und weisen mir schließlich den Weg zum Burghügel.

Das Gebäude ist hell beleuchtet:

Von hier aus kann man auch gut auf die Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes …

… mit dem UFO Observation Deck …

… schauen – 45 Grad weiter links sieht man auf die Altstadt mit dem Martinsdom:

Dann kehre ich in die Stadt zurück, …

… wo mir ein Mann für 18 Euro einen netten Abend mit unbegrenztem Bierkonsum anbietet – ich gehe auf sein Angebot ein.

Leider fehlen anschließend größere Teile meiner Erinnerung: Möglicherweise ausgelöscht durch eine der beiden Getränkesorten – Tequila …

… und Bananenschnaps, …

… die mir hier in abwechselnder Reihenfolge eingeflößt werden. Weil ich schon ahne, dass das am Ende nicht gut ausgeht, gebe ich zur Sicherheit noch schnell die Adresse meines Hotels durch – das ist dann vorerst auch eine meiner letzten Erinnerungen.

Als ich wieder zu mir komme, werde ich von zwei Damen sehr liebevoll mit Eis verarztet – offensichtlich hat mir jemand ein dickes Veilchen verpasst: Komischerweise bin ich jetzt in einem anderen Club. Ich überprüfe, ob ich noch alle meine Siebensachen zusammen habe und vermisse meine Uhr. Es wird in dem anderen Laden nachgefragt und fünf Minuten später erhalte ich das gute Stück wieder zurück. Im weiteren Verlauf des Abends, versuche ich meine Krankenschwestern noch mit holzheu.de Internet-Blogs zu unterhalten und als ich dann die Lokation früh Morgens verlasse, muss ich noch versprechen, wiederzukommen. Ich bilde mir zumindest ein, dass bei diesem Wunsch neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch Sympatie eine gewisse Rolle gespielt hat.

Auf dem Rückweg zum Hotel …

… treffe ich noch auf zwei junge slowakische Männer, die mit ihrer Freundin unterwegs sind. Die beiden Kumpels haben kaum weniger getrunken als ich und interessieren sich sehr für mein blaues Auge.

Wenig später macht „Jonny“ unser buntes Ensemble dann komplett:

Ich schaffe es tatsächlich noch, auf seiner Gitarre die Akkorde für mein Paradestück Streets of London zu finden, aber den Wunsch unserer weiblichen Begleitung, etwas von den Beatles zu spielen, kann ich leider nicht mehr erfüllen – am Ende begleitet dann Jonny das Lied Yesterday.

Weil ich vergessen hatte, die Kamera abzuschalten, gibt es einen Mitschnitt von dem Konzert: Als ich mir die Aufnahmen anhöre, erinnert mich das Ganze ein bisschen an die Weihnachtsfeier unserer Fußballmannschaft, auf der wir diesen Song ebenfalls voller Hingabe gesungen haben 🙂

Zum Abschied macht einer der beiden slowakischen Männer noch ein weiteres Gruppenbild von uns:

Eigentlich der perfekte Abschluss – aber ich will das Morgenlicht noch für stimmungsvolle Bilder nutzen: Hier also nochmal das Alte Rathaus …

… die Martinskirche …

… die Burg …

… und natürlich die Donau:

Was für ein Tag – hier, wie immer der passende Film dazu: https://youtu.be/rhHO4xdDn5Y

Liebe Grüße

Michael Holzheu

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