Zwei Mikes in USA – Teil 12: Warmup for Yosemite

Heute ist Samstag, der 22. September: Nachdem wir gestern einen großen Satz in die richtige Richtung gemacht haben, wollen wir heute den Yosemite-Nationalpark endgültig erreichen.

Am Ende des Tages werden wir folgenden Weg hinter uns gelassen haben:

Wieder einmal sehen wir am Morgen den Campground zum ersten Mal bei Tageslicht:

Gut ausgerüstet mit den notwendigen Drogen …

… brechen wir Richtung Norden auf:

In der Ferne erscheint ein rostfarbener Berg, …

… der aus der Nähe irgendwie sehr künstlich wirkt:

Dann sehen wir die ersten hohen Berge mit Schneebrettern:

In Erinnerung an meine allererste USA Reise, schlage ich kurz vor 11 Uhr vor, bei Denny’s …

… zum zweiten Frühstück ein Steak zu essen, …

… was hier mit gut 12 Dollar wirklich unschlagbar günstig ist:

Dann geht es „on the road“ weiter …

… in die Berge, wo sich Mike freut, endlich mal wieder einen Radfahrer zu sehen:

Die Fahrt gestaltet sich abwechslungsreich …

… und während ich am Blog arbeite, steuert Mike den RV weiter nach oben:

Wir biegen links auf die Tioga Road ab und halten an einem Stausee, …

… der wirklich sehr malerisch liegt:

Schließlich erreichen wir den Osteingang …

… vom Yosemite-Nationalpark:

Am Tulumne Meadows Visitor Center sehen wir eine weitere Variante für Campingfahrzeuge – einen RV, an den ein Jeep mit aktiver Lenkung gekoppelt ist:

Von einer Rangerin lassen wir uns beraten, was wir für die nächsten zwei Tage so unternehmen können. Auf ihre Eingangsfrage, womit sie uns helfen könne, erkundige ich mich einfach mal nach dem „meaning of life“. Nach zwei für mich etwas unbefriedigenden Antworten, sagt sie schließlich leicht frustriert: „The meaning of life is that you are now in Yosemite!“

Das konnte ich dann gerade noch so durchgehen lassen 🙂

Anschließend fahren wir weiter, …

… an extrem glatten Felsformationen vorbei, …

… den Pass hinauf …

… bis zum ersten „First-Come-First-Served“ Campground, …

… auf dem wir um halb drei Uhr nachmittags nach kurzer Suche …

… doch tatsächlich einen großen freien Platz …

… mit der Nummer 29 finden:

Bei dem Andrang hier erscheint uns das Glück so unwahrscheinlich, dass ich die „Irgendjemand-hat-das-alles-vorher-organisiert“ These einfach wieder aufwärmen muss, natürlich zusammen mit der – zugegeben unwahrscheinlichen – Option „Irgendjemand = Michael“ 😉

Nach neun Übernachtungen ist es heute das erste Mal, dass wir einen Campingplatz bei Tag erreichen: Das wollen wir ausnutzen, um mal unsere Campingstühle in der Sonne zu testen, …

… wo ich dann auch gleich weiter fleißig am Blog werkle:

Nebenan steht mal wieder ein Truck Camper, …

… wo mir die Besitzer dann vorführen, …

… wie man die Wohneinheit befestigt und wieder löst:

Im Gegensatz zum Six Pack von Hillary und Alex scheint die Prozedur hier irgendwie einfacher zu sein.

Anschließend wollen wir dann das Feuerholz, das ich bereits im Yellowstone-Nationalpark gekauft hatte, endlich zum Einsatz bringen …

… und ich entzünde deshalb ein Lagerfeuer:

Als wir dann das Abendessen „kochen“, …

… sehe ich, wie unsere Nachbarn …

… ihr Feuer mit einem Bunsenbrenner und Grillanzünder entfachen:

Zunächst fühle ich mich überlegen, weil ich das Gleiche ja nur mit Papier und Holz geschafft habe. Mike vermutet aber dann schon, dass die neumodische Methode vielleicht doch ihren guten Grund hat. Als wir uns dann mit den beiden unterhalten, erfahren wir, dass sie hochfliegende glühende Papierfetzen verhindern wollen, die potenziell den umliegenden Wald in Brand setzen könnten. Über die Frage, ob *unsere* Methode illegal wäre, wissen sie aber dann auch nicht wirklich Bescheid.

Die beiden heißen Jamie und William: Sie sind hier, um zusammen ein paar Tage Fliegenfischen zu betreiben. Der 13-jährige Sohn William – oder einfach Will – ist darin wohl noch nicht so bewandert. Mit von der Partie ist die siebenjährige Hündin Ginger, die außerordentlich liebevoll von den zwei Männern behandelt wird.

Die drei kommen ursprünglich aus San Francisco und sind vor ein paar Jahren nach Oakland umgezogen – angeblich weil die Immobilienpreise in der Metropole in den letzten Jahren so rasant gestiegen sind und ihnen die Touristen auf Dauer auch etwas auf die Nerven gingen.

Beide sprechen einen sehr ausgeprägten Slang und an einigen Stellen lasse ich die Unterhaltung einfach mal auf Verdacht weiterlaufen.

Weil Jamie wohl Nettozahler ist, fühlt er sich vom US-Sozialsystem irgendwie benachteiligt. Als wir dann die Höflichkeit der Amerikaner ansprechen, freut er sich zwar darüber, meint aber auch, dass sie sich manchmal dahinter verstecken würden und dabei lächelnd denken: „You f***ing bastard!“ 🙂

Dann verabschieden wir uns höflich und widmen uns wieder unserem Feuer:



Wir trinken guten kalifornischen Wein und ich versuche durch geschickte Argumentation, Mike sein kaputtes Flugzeug doch noch irgendwie abzunehmen. Am Ende meint er, ich würde ihm sein Fluggerät doch nur „madig“ machen wollen – was natürlich *absolut* nicht meine Intention war 🙂

Wir albern noch eine ganze Weile herum, bis plötzlich ein Mann ans Feuer kommt und fragt, woher wir denn unser Holz hätten. Ich erkenne nur seine Umrisse und ohne nachzudenken erwidere ich, dass wir das im Yellowstone-Nationalpark gekauft hätten und wenn er sich etwas beeilen würde, er sicher in acht Stunden auch welches hätte. Offensichtlich hat er das in den völlig falschen Hals bekommen und meint anschließend, dass er solche [unhöflichen] Antworten von den Deutschen gewöhnt sei.

Da die Unterhaltung auf Deutsch stattgefunden hat, verwirrt mich der Ausdruck „von den Deutschen“ jetzt ein wenig und frage ich deshalb abschließend, ob er denn *kein* Deutscher sei. Auch darauf bekomme ich dann eine *negative* Antwort.

Oh Mann, da habe ich ja mal wieder voll den Fettnapf getroffen und bedauere nun meine Antwort auch ein wenig. Als Mike mich tröstet und lachend meint, dass das jetzt nicht sooo schlimm sei, habe ich fast das Gefühl, dass ihm der gleiche Gag ebenfalls auf der Zunge lag und er jetzt einfach nur froh ist, dass ich das für ihn erledigt habe 🙂

Anschließend schauen wir noch eine Weile ins Feuer …

… und gehen dann früh ins Bett – morgen wartet ja wieder ein anstrengender Tag auf uns!

Freundliche Grüße aus dem Yosemite-Nationalpark

Der kleine und der große Mike

Und hier – wie immer – der filmische Versuch, die Stimmung von heute einzufangen: https://youtu.be/zS2OfcPnL94

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