Auf dem Weg nach Osten

Nachdem wir letztes Jahr auf unserer Calitour bereits den ersten Anlauf unternommen hatten, für Alena eine neue Bleibe zu finden, wollen wir es jetzt nochmal probieren und starten deshalb Richtung Ostdeutschland. Alenas Beschwerden sind sind in letzter Zeit sogar noch etwas stärker geworden, also wird es sicherlich nicht ganz einfach, eine beziehbare Wohnung für sie ausfindig zu machen.

Am Ende werden wir folgenden Weg hinter uns gebracht haben:

Weil Alena mittlerweile auch im VW-Bus Kopfschmerzen bekommt, wollen wir dieses Mal mit dem Auto fahren und dann auf Campingplätzen in Zelten übernachten.

Tag 1 – Montag: Nach Würzburg

Wir fahren am Nachmittag von Tübingen nach Würzburg und erreichen dann den Campingplatz „Mainblick“, …

… wo ich ein Gitter wiedererkenne, …

… über das meine zwei Neffen und ich damals bei unserer gemeinsamen Main-Radtour geklettert sind:

2012

Das muss natürlich sofort mit der Familie geteilt werden:

Abends gibt es mal wieder schöne Wolken zu bestaunen …

… und Alena zieht dann noch wegen Fluglärm ins Auto um, wo ihr auch durch das Glasdach ein sehr schöner Ausblick geboten wird:

Tag 2 – Dienstag: Klinik und dann ab nach Halle

Hier sehen wir den neuen Schlafplatz von Alena bei Tageslicht:

Zunächst geht es erst mal nach Würzburg zum Zentrum für seltene Erkrankungen, wo Alena zur Untersuchung einbestellt wurde. Während ich in der Stadt auf sie warte, …

… vereinbare ich schon mal den ersten Besichtigungstermin für eine Eigentumswohnung in Halle. Nachdem ich Alena wieder abgeholt habe, sehen wir anschließend auf dem Weg dann merkwürdig graue Berge (vom Braunkohleabbau?), …

… und große Windparks, …

… außerdem befahren wir noch echtes Kopfsteinpflaster aus DDR-Zeiten:

Dann beziehen wir unseren schönen Campingplatz an der Saale …

… und ich starte noch meine Drohne, um die erstaunlich leere Landschaft hier zu dokumentieren:

Abends gibt es dann Bier aus dem Harz …

… und ich bewundere die riesigen (mir noch unbekannten) Blumen auf dem Campingplatz:

Tag 3 – Mittwoch, Halle: Wohnung Nummer 1 & Altstadt

Die letzte Nacht hat Alena im Zelt …

… und ich dieses Mal im Auto übernachtet:

Beim ersten Frühstück muss ich leider feststellen, dass ich irgenwie nicht an den Campingtisch gedacht habe:

Die Lackierung des Autos spiegelt die Umgebung ähnlich gekräuselt wieder, …

… wie die Saale mit ihren Wellen:

Dann fahren wir nach Halle zur Besichtigung der ersten Wohnung:

Beim Betreten bekommt Alena sofort wieder Kopfschmerzen, also ist das Apartment für sie nicht beziehbar. Etwas enttäuscht ziehen wir wieder ab und besichtigen noch das Zentrum der 240.000 Einwohner zählenden Stadt. Am Marktplatz sehen wir die zwei Wahrzeichen, nämlich die „Marktkirche Unser lieben Frauen“ …

… und den „Roten Turm“:

Beide Bauwerke zusammen machen dann Halle zur „Stadt der fünf Türme“. Im Roten Turm spielt gerade jemand auf dem größten Carillon Europas Hells Bells von AC/DC, …

… was auch ganz gut zu dem düsteren Bild passt:

Wir schlendern noch etwas durch die Stadt, …

… besichtigen kurz die Moritzburg

… und gehen dann entlang der Saalepromenade wieder zurück zum Auto:

Insgesamt sieht die Innenstadt bis auf ganz wenige nicht restaurierte Häuser …

… wirklich sehr gepflegt aus.

Tag 4 – Donnerstag, Halle: R.E.C.H.E.N.W.E.R.K (Teil 1)

Vorher hatte ich schon herausbekommen, dass es hier das R.E.C.H.E.N.W.E.R.K Computermuseum gibt. Eigentlich ist es nur Freitag Abend geöffnet, aber dann erfahre ich, dass heute zufälligerweise jemand vor Ort ist, der uns auch empfangen würde. Ein junger Mann führt uns dann durch die beeindruckende Halle, die mit alter Rechentechnik von oben bis unten vollgestopft ist:

Eine Truppe von etwa 10 Leuten betreut die Sammlung und das Gebäude hier haben sie privat erworben.

Als wir so durch die Gänge geführt werden, erinnert sich Alena plötzlich, wie sie in der Schule einmal einen solchen PC von Robotron bedienen durfte:

Beim anschließenden gemütlichen Kaffeetrinken …

… kommt noch ein zweiter Mitarbeiter hinzu und beide erzählen uns dann ein wenig über die DDR Computergeschichte. Durch die Planwirtschaft bedingt, musste man wohl damals bereits viel rechnen, um die Fünfjahrespläne zu erstellen – also war auch die IT nicht ganz unwichtig.

In vielen Zigarettenschachteln …

… werden hier die Chips gelagert, zum Beispiel der Intel 8086 oder der Zilog Z84:

Weil Freitag Abend mehr Experten anwesend sein werden, beschließen wir noch einen Tag länger in Halle zu bleiben und wollen die Ausstellung morgen ein weiteres Mal besuchen.

Dann fahren wir in die Innenstadt, um noch etwas zu essen. Mein Arzt ruft mich an und teilt mir die Resultate meiner letzten Untersuchung mit. Für die notwendige Medikation suchen wir eine Apotheke, …

… wohin anschließend dann das Rezept gefaxt wird – ist doch cool, dass es diese Technik gibt!

Auf der Rückfahrt bestaunen wir noch Plattenbauten aus Ost-Zeiten, …

… wobei die drei unsanierten Blöcke besonders interessant aussehen:

Tag 5 – Freitag, Halle: R.E.C.H.E.N.W.E.R.K (Teil 2) & Wohnung Nummer 2

Gestern ist einer unserer Klappstühle gebrochen, also haben wir kurzentschlossen im Baumarkt neue Stühle gekauft und dazu noch einen Tisch – so sieht das Frühstück doch gleich viel netter aus:

Anschließend holen wir die gestern bestellten Medikamente in Halle ab und dann geht es zur Besichtigung der zweiten Wohnung:

Als wir das Apartment betreten, verspürt Alena sofort wieder Kopfdruck und berichtet dem Verkäufer über ihre Epilepsie. Dieser hat erst vor kurzem seine Ersthelfer-Prüfung aufgefrischt und meint, dass Epileptische Anfälle mittlerweile sehr selten seien, weil die Patienten mit Medikamenten so gut eingestellt würden. Wegen Alenas Beschwerden müssen ihm dann am Ende leider absagen und die Suche geht weiter.

Am Abend besuchen wir dann zum zweiten Mal das Computermuseum, …

… wo wir über drei Stunden eine sehr interessante Einführung in DDR Rechentechnik bekommen. Erst stellt Siegmar seine „Speicher Programmierbare Steuerung“ (SPS) vor …

… und anschließend wird uns eine wirklich innovative AEG Mignon 3 (1923) Schreibmaschine präsentiert, …

… die Alena auch gleich mal ausprobieren darf:

Schließlich zeigt mir Rüdiger den Buchungsautomaten Ascota 170/45, …

… der mit seiner echt abgefahrenen Mechanik aus 22.000 Teilen gewaltig imponiert:

Während der Vorstellung kommt ein extrem schweres Paket mit Lochkarten von Herrn Krause aus Stuttgart an, dessen Museum ich ja im April bereits schon einmal besucht hatte. Was für ein Zufall – ist die Welt nicht klein?

Tag 6 – Samstag: Nach Dresden

Heute verlassen wir Halle und düsen weiter Richtung Dresden. Als wir durch eine kleine Ortschaft fahren, fällt mir ein Milan am Himmel auf, den ich als Hobby-Ornithologe natürlich sofort filmen muss:

Bei einem Baumarkt in Leipzig machen wir Stopp, um noch eine neue Gaskartusche zu kaufen und auf dem Parkplatz versuchen wir dann ein paar Besichtigungstermine für nächste Woche in Dresden zu vereinbaren – immerhin einen für kommenden Montag können wir schon mal klar machen.

Am Campingplatz angekommen, …

… schneide ich dann noch schnell den Film über das Rechenwerk und lasse ihn über Nacht im Zelt berechnen:

Tag 7 – Sonntag, Dresden: Altstadt

Heute wollen wir zu einem anderen Campingplatz im Südosten von Dresden fahren. Vorher besuchen wir aber noch die Altstadt und machen einen kleinen Rundgang. Heute ist zufällig Stadtfest …

… und viele Menschen sind unterwegs:

Hinter der Katholischen Hofkirche lugt …

… die berühmte Semperoper hervor …

… und am Ufer der Elbe …

… machen interessante Gefährte mächtig Dampf:

Vor dem Coselpalais …

… will die sonst so fotoscheue Alena plötzlich, dass ich ein Bild von ihr mache:

Sie identifiziert sich offensichtlich mit der emanzipierten Gräfin Cosel, die im 18. Jahrhundert in Preußen eine bewegte Zeit mit August dem Starken verbracht hatte. Vor ein paar Monaten hatten wir zusammen den sechsteiligen DDR Film Sachsens Glanz und Preußens Gloria angeschaut, wo das Leben dieser Frau verfilmt wurde.

Gleich neben dem Palais steht die gewaltige evangelische Frauenkirche, …

… auf deren Kuppel ich dann auf alle Fälle noch steigen muss:

Von 67 Metern Höhe …

… hat mein einen guten Blick auf die Stadt. Zum Beispiel auf die Augustusbrücke, welche die Dresdner Altstadt mit der Neustadt verbindet …

… oder auf die Türme der evangelischen Kreuzkirche (rechts) und dem Neuen Rathaus (links):

Nach dem Abstieg geht es dann noch zum Zwinger, …

… der direkt neben der Semperoper liegt:

Anschließend fahren wir zum Campingplatz Wostra, der uns sehr positiv überrascht:

Auf dem Weg zum nahe gelegenen Biergarten, geht es am grünen Elbufer entlang …

… wo gerade viele Hornissen unterwegs sind:

In der Ferne sehen wir …

… den 252 Meter hohen Dresdner Fernsehturm …

… und kommen dann am Schloss Pillnitz vorbei, wohin übrigens die Gräfin Cosel im Jahr 1713 von August verbannt wurde:

Gleich neben dem Bau schnattert ein Gruppe von Graugänsen wild am Ufer:

Schließlich liefert uns noch die untergehende Sonne eine wirklich schöne Abendstimmung:

Tag 8 – Montag, Dresden: Wohnung Nummer 3

Heute besichtigen wir die erste Immobilie in Dresden, …

… die aber für Alena aber wieder nicht beziehbar ist. Etwas frustriert zurück am Campingplatz, tätigen wir dann über Ebay-Kleinanzeigen noch eine ganze Reihe von weiteren Anfragen. Dann geht es wieder zu Fuß zum Biergarten:

Auf dem Rückweg sehen wir schließlich noch eine Wessi-Rabenkrähe …

… und eine Ossi-Nebelkrähe, …

… die hier an der Grenze übrigens gelegentlich auch mal zusammen Nachwuchs produzieren.

Tag 9 – Dienstag, Dresden: Warten & Sahra

Wir verbringen heute den ganzen Tag auf dem Campingplatz und fahren dann am späten Nachmittag in die Neustadt zu Alenas Cousine Sahra. Die Fahrt geht durch sehr viel Grün:

Kein Wunder, denn laut Wikipedia gehört Dresden zu den Großstädten mit dem höchsten Anteil an Vegetationsfläche.

Sarah hat zum Glück einen guten Internetanschluss, so dass ich meinen Film über das Computermuseum Halle schon mal hochladen kann. Die Frauen tauschen sich in der Zwischenzeit über ihre Lebensthemen aus.

Abends testen wir dann noch ein hübsches Indisches Restaurant , …

… das sehr günstig und auch gut ist, aber trotzdem komischerweise außer uns kaum Gäste hat.

Tag 10 – Mittwoch, Dresden: Technische Sammlungen (Teil 1) & Wohnung Nummer 4

Auf dem Campingplatz haben wir sehr viel „Leerzeiten“: Beim Surfen im Internet stoße ich auf die „Technischen Sammlungen Dresden“, bei denen auch ein Computermuseum beheimatet ist. Weil wir noch Zeit haben, fahren wir dann auch gleich hin. An der Kasse frage ich nach einer Genehmigung zum Fotografieren und Filmen, welche ich dann nach kurzer Rücksprache von der netten Dame auch bekomme.

Gleich am Eingang begrüßen uns zwei wunderschöne Repliken: Die älteste (1623) Rechenmaschine der Welt vom westdeutschen Schwaben Wilhelm Schickard …

… und gleich daneben die erste (1774) Rechenmaschine, welche die vier Grundrechenarten beherrscht, vom ostdeutschen Sachsen Gottfried Wilhelm Leibniz:

Alena ist vor allem von der besonderen Schönheit der amerikanischen Remington Schreibmaschine (1876) entzückt:

Ich freue mich dann über diese kompakte IBM Tabelliermaschine von 1915, wo das „Hollerith“ Logo später durch „IBM“ überschrieben wurde:

Außerdem steht hier seine deutlich größere Verwandte „D11“ von 1936, die bereits drucken gelernt hat:

Dann geht es weiter mit Ostblock-Rechentechnik: Dieser kleine Bruder des Ascota 170/45 aus Halle hat sich seinen Ruhestand hier wahrscheinlich redlich verdient – zumindest die Abnutzungsspuren deuten stark darauf hin:

Es folgt der ZRA1 von 1961, der erste serienmäßig hergestellte programmierbare Digitalrechner der DDR …

… und dann der DDR Röhrenrechner „Dresden 2“ (D2) mit ganzen 2500 Röhren:

Nicht so richtig in die Ostblock-Reihe passt der Z23 von Konrad Zuse, dessen Innenleben …

… bereits mit Transistortechnik realisiert ist:

Meine alte Universität Erlangen soll übrigens das weltweit einzige lauffähige Exemplar einer Z23 haben – beim nächsten Bergfest muss ich da unbedingt mal vorbeischauen!

Weiter geht es mit dem Analogrechner Endim 2000 von 1965, …

… dem legendären Robotron R300 von 1967, welcher übrigens technisch der IBM 1401 nachempfunden ist, aber irgendwie deutlich moderner aussieht:

Es folgt ein ESER Rechner der 2. Generation, der EC 1055 von 1981, …

… welcher dann schon an die IBM System/370 Großrechnerarchitektur angelehnt ist …

… und darauf folgt schließlich der 32 bit Robotron Super-Minicomputer K1840 von 1988, …

… der dann auf VAX Technologie der Firma DEC basiert.

Am Ende des Museums zeigt sich dann noch der PC 1715, welcher wohl in den 80ern der Standardcomputer in der Deutschen Demokratischen Republik war:

Außerdem fällt mir der Heimcomputer Robotron Z9001 auf, …

… der mich mit seiner Gummitastatur doch sehr an meinen ersten Computer C116 erinnert. Und passend dazu sehe ich daneben dann auch noch die Schachtel vom Commodore Plus 4, …

… der damals mein zweiter Computer war und schon eine richtige Tastatur hatte.

Das Highlight des Tages kommt aber ganz am Ende: Während ich staunend vor diesem Kunstwerk stehenbleibe, …

… komme ich mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der einiges über das Ausstellungsstück zu wissen scheint. Offensichtlich handelt es sich hier um einen Schulungsrechner, den Professor N. J. Lehmann 1958 mit Studenten an der TU Dresden gebaut hat. Nachdem ich den Experten längere Zeit mit Fragen löchere, geht er kurzentschlossen zur Steckdose und startet den Rechner. Am Ende ist dann ein kurzer Lehrfilm herausgekommen, der den Aufbau eines Von-Neumann-Rechners anhand dieser Maschine schön erklärt.

Irgendwie ist mein Wissensdurst bezüglich der Ausstellung aber immer noch nicht befriedigt, deshalb kontaktiere ich auf Anraten der netten Frau vom Empfang noch den Kurator des Museums und organisiere für morgen eine Führung.

Anschließend besichtigen wir dann noch Wohnung Nummer 4, die eigentlich genauso wie Wohnung Nummer 3 aussieht und für Alena ebenfalls nicht beziehbar ist.

Auf dem abendlichen Weg zum Biergarten fällt uns dann dieses lustige Tor auf, …

… wo jemand mit wenig Aufwand …

… eine passende Frau für sich finden will:

Beim Abendessen im Fährhaus bei Schloss Pillnitz fallen mir noch die ziemlich gesalzenen Preise auf, …

… insbesondere 4,40 Euro für ein großes Bier finde ich sehr grenzwertig – aber gut, dafür speisen wir hier mit schöner Aussicht in einer geschichsträchtigen Stätte und ich bekomme auch noch zwei Decken dazu:

Außerdem sehen wir noch die Dresden …

… von der „Sächsischen Dampfschiffahrt“, welche die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt besitzt. Als wir das Lokal verlassen, fällt uns noch diese historische Pegelstandsanzeige auf …

… und können es kaum glauben, dass sowohl bei der „Sächsischen Sintflut“ von 1845 als auch 2002 das Wasser bis hier oben gestanden ist:

Das Schloss Pillnitz hat sich davon aber offensichtlich gut erholt und erstrahlt schöner denn je im hellen Licht:

Tag 11 – Donnerstag, Dresden: Technische Sammlungen (Teil 2) & Wohnung Nummer 5

Heute habe ich mit dem Kurator den Termin um 13:00. Weil ich immer noch Symptome meiner Krankheit habe und die Medikamente alle sind, rufe ich meinen Arzt an. Der meint, ich solle mir bei einem Allgemeinarzt ein Rezept besorgen und die Behandlung erneut durchführen. Dummerweise übersehe ich bei Google Maps, dass die Praxis auf der anderen Seite der Elbe ist und muss deshalb die Schloss-Fähre nehmen:

Nach meiner Rückkehr fahren wir wieder zu den Technischen Sammlungen. Dort bekomme ich eine sehr interessante Führung durch das Schaudepot. Ich filme wie ein Weltmeister, mache aber nur ein einziges Bild und zwar dieses von den Schnipseln eines 8-Kanal Lochstreifens:

Anschließend besichtigen wir Wohnung Nummer 5. Diesmal in einem Haus von 1930 mit sehr hohen Zimmern. Leider bekommt Alena wieder Kopfschmerzen – die Suche geht also weiter!

Auf dem Rückweg sehen wir dann unseren ersten und einzigen Trabbi der Tour, …

… welcher von Alena liebevoll „Rennpappe“ genannt wird – ein echtes Relikt aus der ehemaligen „Dedere“:

Tag 12 – Freitag, Dresden: Wohnung Nummer 6 & Sahra

Morgens machen wir noch eine letzte Besichtigung für Montag klar. Außerdem habe ich ein weiteres Computermuseum ausfindig machen können – das Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda, wo ich eine Führung für Sonntag vereinbare.

Am Nachmittag besichtigen wir dann Wohnung Nummer 6 in der besten Wohngegend von Dresden. Diese ist komischerweise vermietet, was aber im Exposee nicht vermerkt war. Aber egal, sie ist sowieso nicht für Alena beziehbar.

Dann kaufen wir bei einem Cousin vom Supermarkt des Jahres 2018 ein, …

… der aber ebenfalls ganz gut aussieht:

Anschießend treffen wir Sahra in der „Sankt Pauli Bar“ …

… und ich darf wieder meine fertigen Filme über ihr WLAN auf YouTube hochladen.

Tag 13 – Samstag, Dresden: IT History-Dokument & Bummeln

Heute verbringen wir den ganzen Tag auf dem Campingplatz:

Ich trage noch meine neuesten Erkenntnisse über die Ostblock IT-Historie in mein Arbeitsdokument ein und lese noch diverse Artikel über das Thema:

Auch über Konrad Zuse lese ich noch verschiedene Artikel, um mich für den Museumsbesuch Morgen etwas vorzubereiten:

Abends beim Durchschauen der Nachrichten lerne ich außerdem noch etwas über die neuesten Erkenntnisse unserer Wissenschaftler:

Hmm, da stellt sich mir jetzt nur noch die Frage bezüglich Ursache und Wirkung 🙂

Tag 14 – Sonntag, Dresden: Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda

Heute geht’s ins Zuse-Computer-Museum nach Hoyerswerda im Landkreis Bauzen. Dort angekommen sehen wir erst mal ein Portrait vom großen Meister:

Konrad Zuse ist in der 9. Klasse mit seinen Eltern nach Hoyerswerda gezogen. Das Museum wurde gegründet, nachdem er Mitte der 90er mal wieder zu Besuch war und meinte, dass die Stadt mehr aus seinem Namen machen solle.

Die Ausstellung befindet sich im Erdgeschoss eines alten DDR Plattenbaus.

Eine junge Frau führt mich dann durch das sehr modern und ästhetisch eingerichtete Museum:

Am Eingang begrüßt uns gleich eine künstlerisch gestaltete Zuse Z22R:

Zunächst wird allgemeine Computergeschichte gezeigt, zum Beispiel einen Analogrechner aus den 60ern, …

… DDR PC und IBM PC aus den 70ern ihn trauter Zweisamkeit, …

… die BSS 01 DDR Spielekonsole …

… und mein geliebter Commodore Plus 4, dessen Schachtel ja in den Technischen Sammlungen ausgestellt ist:

Bei den 90ern steht ein orangefarbener iMac, über den unser ehemaliger Laborleiter mal gesagt hat, „Die größte Innovation in diesem Jahr ist buntes Plastik“:

An den Wänden hängen lustige Sprüche von Linus Torvalds …

… und Bill Gates:

Übrigens kommt der Begriff Spam wohl von einem bekannten Dosenfleisch, …

… welches im Krieg eines der wenigen Nahrungsmittel war, das in Großbritannien praktisch überall erhältlich war. Die Omnipräsenz dieses Fleisches, ähnlich wie später die unerwünschten E-Mails, förderte wohl die Entwicklung des Begriffs.

Dann freue ich mich über einen alten Bekannten, den ich schon von den Technischen Sammlungen kenne, den 32 Bit DDR Super-Minicomputer K1840:

Nach dem allgemeinen Teil kommen wir zu den Werken von Zuse. Zunächst bestaune ich einen Nachbau eines Teils des mechanischen Rechners Z1, den Konrad 1937 im Wohnzimmer seiner Eltern gebaut hat:

Dann geht es weiter mit dem Relaisrechner Z11 von 1955, …

… wo man auch ein paar Innereien bewundern darf:

Nach den Relais kamen dann 1957 die Röhren zum ersten Mal im Zuse Z22 zum Einsatz …

… und zwei Jahre später folgte dann mit der Z23 die transistorisierte Variante, …

… die dann auch das erfolgreichste Modell von Zuse war, bis dann anschließend der Niedergang folgte und mit der Z25 der letzte Rechner gebaut wurde:

Abschließend noch ein Bild, wo Steve Jobs, die Z3 im Deutschen Museum bestaunt:

Dann geht es wieder zurück nach Dresden, wo wir an dem ehemalige Fabrikgebäude der Zigarettenfabrik Yenidze vorbeikommen, das wie eine riesige Moschee aussieht:

Dann gehen wir noch in den Biergarten auf der anderen Seite der Elbe …

… und ich miete mit dem Smartphone zum ersten Mal einen Elektroroller, …

… um für Alena gerade noch rechtzeitig ein Fischbrötchen zu besorgen:

Ätsch, Technik ist also doch sinnvoll!

Tag 15 – Montag, Dresden: Filme & Wohnung Nummer 7

Am Morgen …

… kommt auf dem Campingplatz ein sehr gut erhaltener 45 Jahre alter T2 an, mit dessen Besitzer ich natürlich gleich etwas über VW-Bus Technik fachsimpeln muss:

Nachmittags besichtigen wir dann die Wohnung Nummer 7:

Leider bekommt Alena sofort wieder Kopfschmerzen und weil das die letzte Immobilie ist, die wir uns anschauen wollten, sind wir zumindest bezüglich des Ziels „Neue Heimat für meine Mitbewohnerin“ mal wieder gescheitert.

Tag 16 – Dienstag, Dresden: Verlängerung & Robotron Museum

Eigentlich wollten wir heute Mittag abreisen: Aber am Morgen schreibe ich Jörn von IBM-History, dass ich am Donnerstag gerne meine neuen Filme vorführen würde und in seiner Antwort weist er mich noch auf das Robotron Museum in Dresden hin, das erst vor Kurzem eröffnet hat. Cool, wenn ich schon mal da bin, will ich das auf alle Fälle dann auch noch mitnehmen. Alena freut sich ebenfalls über einen weiteren Tag hier, also vereinbare ich kurzerhand einen Termin für heute Nachmittag.

Das Gelände der 600-Mann Firma liegt interessanterweise direkt an der Tübinger Straße:

Wir werden von der stellvertretenden Leiterin des Museums empfangen, die, wie ich später erfahren habe, Museologie studiert hat. Sie führt uns über einen langen Gang …

… in das 100 Quadratmeter große Museum, das wirklich sehr ansprechend gestaltet ist:

Ich treffe wieder auf alte Bekannte, zum Beispiel den DDR Robotron Z9001 Heimcomputer, …

… oder den PC 1715, …

… auf dem hier ein cooler Space Invaders Klon läuft:

Auch die Ferritkernspeicher der DDR machen mächtig Eindruck, …

… ebenso wie die wunderschön beleuchteten Bleiglasfenster, die gerade noch rechtzeitig aus dem Robotron-Werk in Dresden gerettet wurden:

Thematisch befasst sich die Ausstellung auch mit der Transformation von der ehemals eher hardware-orientierten Robotron zu der Software-Firma, wie sie heute existiert. Das soll auch an der Decke durch den Übergang von Leiterplatten in Blau zu den Nullen und Einsen in Rot symbolisiert werden:

Am Ende präsentiert die Firma stolz ihr einzig verbliebenes Hardware Produkt, nämlich das RoboGate Modul im goldenen Kleid:

Das erinnert mich irgendwie stark an meine alte Firma, nur müsste an dieser Stelle dann eben das hell-erleuchtete Mainframe Glas-Modell stehen.

Tjo, und das war’s dann auch mit meinem Bericht von unserer Ostdeutschland-Tour.

Liebe Grüße!

Michael Holzheu

Mann-o-mann, war ich vielleicht fleißig, denn diesmal gibt es gleich ganze zehn Filme von der Reise:

Außerdem gibt es zwei neue YouTube Playlists für alle, die auch in Zukunft auf dem Laufenden bleiben wollen:

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