Calitour – Teil zehn: Slowakisches Paradies / Kosice

Nachdem ich gestern in der Slowakei angekommen bin, geht es heute weiter Richtung Kosice, der mit 240.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Landes:

Von der Route durch das Tal zwischen der Hoher Tatra zur Linken und dem Nationalpark „Slowakisches Paradies“ zur Rechten erhoffe ich mir schöne Eindrücke.

Gestern habe ich am Campingplatz übrigens noch festgestellt, dass auch in der Slowakei Schuko …

… angesagt ist – Spoiler: Die besondere grüne Farbe des Kastens spielt am Ende des Blogs nochmal eine Rolle!

Am Morgen studiere ich die slowakische Anleitung meiner neuen Ausrüstung …

… und justiere das Gerät, so weit ich es verstanden habe:

Dann drehe ich meinen ersten stabilisierten Werbefilm vom California:

Als ich mich danach auf den Weg Richtung Osten mache, versteckt sich die Hohe Tatra links leider immer noch in den Wolken …

… Menno! Um etwas mehr vom Land zu sehen, verlasse ich die Autobahn und bemerke, dass auch in der Slowakei deutsche Firmen Einzug gehalten haben:

Auf meinem weiteren Weg kommt mir dann mal wieder eine Kirche mit …

Fünfknopfturm entgegen:

Als ich so auf der Landstraße dahinrausche, …

… sehe ich plötzlich einen Anhalter am Wegesrand: Es ist ein junger slowakischer Mann Namens Jakob, der aus Kosice stammt – er ist frischgebackener Bauingenieur und kommt gerade aus Polen von seiner Freundin. Für den kostenlosen Transport, revanchiert er sich gleich mit einem Review der slowakischen Übersetzung vom Vogelquiz:

Wir kommen an einem riesigen Feld mit Blumen (man beachte die Farbe) vorbei, …

… wo ich natürlich sofort anhalten muss, um nochmal den neuen Gimbal zu testen:

Jakob hat heute den ganzen Tag frei: Deshalb kann ich mir etwas mehr Zeit nehmen und lasse auch noch die Drohne über das Feld fliegen. Als ich ihm anbiete, mal die Fernbedienung zu übernehmen, lehnt er mit der Begründung ab, dass er sonst auch so ein Teil haben möchte – fast wie mit Drogen. Er interessiert sich für Technik und erzählt mir von seinem 3D-Drucker, den er selbst zusammengebaut hat. Zum Beweis zeigt er mir eine ausgedruckte Smartphone Hülle.

Auf dem weiteren Weg kommen wir an einer Brücke vorbei, …

… die angeblich fast ein Jahr lang wegen Fehlplanungen nicht befahrbar war: Viele Menschen mussten für den Weg zur Arbeit deshalb stundenlange Umwege in Kauf nehmen – ein enormer wirtschaftlicher Schaden.

Allgemein äußert sich Jakob zum Teil recht kritisch gegenüber der herrschenden Kaste in der Slowakei. Nach der Wende wurden seiner Meinung nach viele Betriebe bei der Privatisierung nur ausgeschlachtet und die Einzelteile verkauft. Das U. S. Steel Košice Stahlwerk, aktuell der größte Arbeitgeber der Stadt, ist wohl eine Ausnahme von dieser Regel.

Auf der weiteren Fahrt berichtet er von einem Experiment aus kommunistischen Zeiten: Um eine bessere soziale Integration zu erreichen, wurden Zigeuner, Lehrer und Soldaten in einem Stadtteil von Kosice zusammen angesiedelt – kostenlose Wohnungen wurden als Köder verwendet. Im Laufe der Zeit sind dann aber die Lehrer und Soldaten ausgezogen und nun ist das Viertel mit angeblich 20.0000 Menschen das größte Zigeuner-Ghetto in der Slowakei – inklusive fast 100% Arbeitslosigkeit.

Als wir in Kosice ankommen, empfiehlt mir Jakob einen Campingplatz und wir verabreden uns noch auf ein Bier am Abend.

Bis dahin habe ich noch etwas Zeit und teste erneut den Gimbal, …

… wieder mit meinen T6 als Testobjekt.

Nebenan steht übrigens ein 25 Jahre älterer T4 aus Frankreich:

Dieser wird von einem slowakisch / französischen Ehepaar bewohnt – mit einer „Beziehungslaufzeit“, die ziemlich genau dem Alter ihres Fahrzeugs entspricht 🙂

Neben der RX10 versuche ich auch noch die HX90 zum ersten Mal mit dem Stabilisierungsgerät und auch das gelingt!

Dann mache noch ein Foto-Shooting mit einer Rauschwalbe …

… und einer Wacholderdrossel:

Beide bemühen sich sehr, eine gute Figur abzugeben 🙂

Also ich dann ein Taxi in die Stadt nehme, …

… erlebe ich eine Premiere: Zum ersten Mal werde ich von einer Frau gefahren! Sie kommt aus Ungarn und versteht mich leider nicht. Lustigerweise fahre ich dann später, durch Zufall, genau mit der gleichen Dame auch wieder zurück zum Campingplatz – schon komisch.

Wie besprochen, warte ich vor einem großem Einkaufszentrum auf Jakob …

… und schieße noch ein paar Fotos von der Stadt:

Anschließend bekomme ich eine Gratis-Stadtführung: Hier gibt es schöne bunte Häuser, …

… zu Beachten, die Farbe des letzten Hauses …

… und man kann durch Fenster im Boden …

… hinunter in vergangene Zeiten blicken:

Das Stadtwappen von Kosice hat sich über die Zeit auch verändert: Bis …

… zur finalen Version mit den Helmen von 1502, …

… sind Elemente von diesen drei älteren Varianten hinzugekommen:

Auf dem weiteren Weg verdeckt die kleine Michaelskirche dann das größte Gotteshaus der Slowakei, den Elisabeth-Dom.

Dahinter steht der Urban-Turm, …

… mit einer davor platzierten Glocke: Jakob erzählt mir die Geschichte von einem Mann, der bei einem Feuer im brennendem Turm die Glocke geläutet und damit die Stadt gerettet hat – leider hat er die Aktion dann selbst nicht überlebt.

Weiter geht es mit Musik am singenden Brunnen, …

… wir kommen an einer Pestsäule vorbei …

… und erreichen schließlich das Ende der Straße:

Wer die Strecke mal selbst virtuell ablaufen will, hier geht es zu Google Street View: https://goo.gl/maps/HqeQFhRvVk82

Jakob ist mit dem Fahrrad unterwegs, das er von seinem Vater geerbt hat: Sowohl der Name „Golnago“ als auch die Farbe erinnert interessanterweise ….

… an das Bier, das wir anschließend …

… in einer Privatbrauerei zu uns nehmen:

Diese trägt auch den Namen Golem und besitzt eine Figur, die im Hellen …

… mit dem Lichteffekt an den Füßen wirklich cool aussieht aber auch im Dunklen, …

… von innen beleuchtet, noch eine sehr gute Figur macht.

Hier die deutsche Übersetzung der Legende über den Golem, …

… die ich selbst bis jetzt aber auch noch nicht 100% verstanden habe.

Jakob hat morgen ein Bewerbungsgespräch und verabschiedet sich deshalb zeitig: Ich komme noch mit dem Braumeister ins Gespräch, der mir dann schon mal vorab sein Sommerbier präsentiert, das eigentlich erst am nächsten Tag zu haben ist – das schmeckt mir so gut, dass ich gleich noch ein Zweites bestelle:

Das war ein wirklich erfrischender Tag und passend dazu hat mein T-Shirt auch noch die richtige Farbe – alles grün heute!

Hier der Film zum Blog, leider ohne Hohe Tatra aber inklusive VW-Bus und Slowakischem Paradies – stabilisiert mit dem neuen Gimbal: https://youtu.be/fTywF4J6g1w

Liebe Grüße

Michael Holzheu

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