Deutsches Museum Teil II: Kryptologie

Auf meiner Reise durch die deutschen Computer Sammlungen durfte ich natürlich das Deutsche Museum nicht auslassen. Im zweiten Teil erzählt Carola Dahlke, Kuratorin der Informatiksammlung, Interessantes Rund um das Thema Kryptologie.

Inhalt:

  • 00:21 Begrüßung
  • 00:39 Skytale: Verschlüsselung mit Hilfe eines Stocks
  • 02:42 Verschlüsselung nach Aineias Taktikos
  • 04:02 Die Cäsar-Chiffre
  • 04:58 Die Häufigkeitsanalyse
  • 06:30 Verschlüsselung mit Alphabetquadrat (Leon Battista Alberti, Transposition)
  • 08:25 Gebrochen durch Charles Baggabe und Friedrich W. Kasiski
  • 08:58 Kryha-Chiffriermaschine
  • 09:53 Prinzipien der Kryptologie: Substitution und Transposition
  • 10:10 Transposition: Verschlüsselung mit einer Maske
  • 11:09 Wie macht man sich eine Maske?
  • 13:15 Codebücher
  • 14:37 M94 Chiffrierzylinder
  • 17:48 Die Enigma
  • 27:27 Hagelin M209
  • 28:31 Die Lorenz-Schlüsselmaschine
  • 29:28 Entschlüsselt mit Colossus im Bletchley Park
  • 31:02 Wie genau wurde die Lorenz-Schlüsselmaschine geknackt?
  • 31:43 Der Siemens & Halske T52 Geheimschreiber
  • 33:08 Die schwedische Transvertex HC9
  • 33:47 Exponate von Klaus-Peter Timmann
  • 33:56 Erster Chiffrier-Taschenrechner PCCM-4000
  • 34:54 Anekdote: Krypto-Crashtest

Auf Bilder klicken, um den Film an der entsprechenden Stelle fortzusetzen:

Wir fangen 500 v. Chr. an mit dem dem ältesten bekannten Verschlüsselungsverfahren und einem Beispiel für eine Transposition, dem griechischen Skytale Holzstab,  …

… dann geht es 350 v. Chr. zu Aineias Taktikos, der in einem Buch um diese Fädelbrosche beschreiben hat:

Als nächstes kommt die Cäsar-Chiffre, welche auf einer einfachen Substitution basiert und von Julius Cäsar um 50 v. Chr. für seine militärische Korrespondenz verwendet hat:

Sie galt als die „Königin der Verschlüsselung“, bis in der arabischen Welt im 7. Jahrhundert nach Christus die Häufigkeitsanalyse erfunden wurde:

Mit Hilfe eines Kennworts und eines Alphabet Quadrats …

… konnte im 15. Jahrhundert wiederum die Häufigkeitsanalyse ausgetrickst werden. Immerhin dauertes es bis Mitte des 19. Jahrhunderts, als Charles Babbage und Friedrich W. Kasiski auch diese Verschlüsselung wertlos machten. Ähnlich erging es der hübschen Kryha aus dem 20. Jahrhundert, anfangs war sie ein Verkaufsschlager, als sie geknackt wurde war die Firma ruiniert:

Ein weiteres Beispiel für eine Verschlüsselung mit Transposition gibt es hier im Deutschen Museum als hübsche Demonstration …

… und hier zeigt Carola, wie für das Prinzip eine eigene Schablone basteln kann:

Dann kommen wir zu den Codebüchern, wie sie ab dem 1. Weltkrieg verwendet wurden:

Im ersten und Anfang des zweiten Weltkriegs wurde von der US-Armee solche M94 Chiffrierzylinder benutzt:

Auf der anderen Seite verwendeten die Deutschen die Enigma Rotor-Schlüsselmaschine,

… auch bekannt aus diversen Hollywood-Streifen, wie zum Beispiel U-571. Auch die USA verwendete eine Rotor-Chiffriermaschine, nämlich die M-209, …

… welche vom schwedischen Kryptographen Boris Hagelin entworfen wurde. So jetzt können wir über den Lorenz Schlüssel-Zusatz reden:

Dieser ist zwar weniger bekannt als die Enigma, aber war vielleicht sogar wichtiger, weil er von höheren Stellen in der Militärhierachie auf der Deutschen Seite verwendet wurde. Genauso, wie die Enigma wurde die Lorenz-Schlüsselmaschine im englischen Bletchley Park entschlüsselt. Weil dafür ein besonders hoher Rechenaufwand nötig war, wurde extra der legendäre Röhrencomputer Colossus gebaut:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Colossus.jpg

Schließlich kommen wir zu einem echten Schwergewicht, dem Siemens & Halske T52 Geheimschreiber:, welcher 100 kg gewogen haben soll:

Dann kommen wir in die 70er Jahre, hier die schwedische Transvertex HC9, eine Rotor-Chiffriermaschine bei der ein Teil des Schlüssels auf einer Lochkarte gespeichert wird:

Und zu guter Letzt der PCCM-4000, bereits mit Microchip ausgestattet und der erste Chiffrier-Taschenrechner der Welt:

Dieses Exponat ist aus dem Nachlass von Klaus-Peter Timmann, welcher zur Demonstration der Stabilität seiner Geräte wohl eines davon einfach mal durch den Messe-Raum geworfen haben soll:

Na hoffentlich hat es gehalten 🙂

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