Deutsches Museum Teil IV: Zuse Z4

Auf meiner Reise durch die deutschen Computer Sammlungen durfte ich natürlich das Deutsche Museum nicht auslassen. Im vierten Teil beleuchten wir die Zuse Z4, den ersten kommerziellen Computer der Welt mit der wahrscheinlich ersten Programmierumgebung der Welt.

Inhalt:

  • 00:21 Einleitung
  • 00:43 Planfertigungsgerät: Erste Programmierumgebung der Welt
  • 01:02 Unterstützte Operationen der Z4
  • 01:38 Technische Daten & erster kommerzieller Computer der Welt
  • 02:07 Aufbau der Maschine nach Gebrauchsanweisung
  • 02:38 Bedienfeld des Planfertigungsgeräts
  • 02:56 Tastenfeld für Speicheradressen
  • 03:16 Die Taste „Irrtum“
  • 03:27 Abtaster At0 und At1
  • 04:05 Druckbefehle D0 bis D3 für Ergebnisregister
  • 04:05 Ausgabe über „Mercedes Elektra“ Schreibmaschine
  • 04:27 Mechanischer Speicher der Z4
  • 04:34 Im Speicherkäfig fehlen die „Plätchen“
  • 04:59 Schnittstelle Mechanischer Speicher zur Elektrik
  • 05:26 Rechenwerk mit Fernmelderelais
  • 05:57 Fehlende Schrittschaltrelais
  • 06:12 Ausgabeeinheit mit Glimmlampen
  • 06:31 Moderne Eingabetastatur

Auf Bilder klicken, um den Film an der entsprechenden Stelle fortzusetzen:

Nach der Z3 kommen wir nun zu der Z4 die Entwicklung hat Konrad Zuse bereits 1942 begonnen aber wegen des Krieges wurde sie erst 1950 produktiv eingesetzt und zwar bei der Schweizer ETH Zürich. Danach ging sie an das deutsch-französische Forschungsinstitut Saint-Louis. Zu erwähnen ist auch noch, dass die Z4 als erster kommerzieller Computer der Welt gilt.

Ein besonderes Merkmal ist das Planfertigungsgerät, welches vielleicht die erste IDE der Welt war:

Hier sehen wir die 43 unterstützten Arithmetischen Operationen der Z4, also deutlich mehr als die fünf von der Z3:

Die Maschine ist auch deutlich schneller, wir haben nun eine Taktfrequenz von 40 Hertz:

Hier sehen wir das Z4 Gebrauchsanweisung, wo auf der ersten Seite der Aufbau der Maschine beschrieben ist:

Diese Tasten dienen der Programmierung, mit „St“ startet man ein (Unter-)Programm und mit „Fin“ beendet man es.

Hier werden die Speicherstellen 0-63 ausgewählt:

Wenn man etwas Falsches eingegeben hat, muss man die „Irrtum“-Taste betätigen:

Die Z4 hat zu At0 einen Abtaster At1 hinzubekommen, der für Unterprogramme verwendet werden kann:

Die Drucktasten D0 bis D3 werden benutzt, um das Ergebnisregister in verschiedenen Formatierungen …

… auf der Mercedes Schreibmaschine auszugeben:

Ein weiteres Merkmal der Z4 ist der mechanische Speicher, …

… der auf seinem Weg bis hier ins Museum offensichtlich viele Teile verloren hat:

Weil der Rest der Z4 mit Relais arbeitet, muss die elektrische Information über diese Kardanwelle um die Ecke in den mechanischen Speicher transportiert werden:

Die Bibliothek der ETH Zürich stellt ein Bild zur Verfügung, auf dem man gut sehen kann, wie eine Stange an der Welle angeschlossen ist und so das Bedienpult mit dem Speicher verbindet:

Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv (CC BY-SA 4.0)

Laut Beschreibung sieht man vorne links die mechanische Antriebswelle, mitte links das Wählwerk (zum Auswählen der gewünschten Speicherzelle), hinten links den eigentlichen Speicher (2048 bit) und schließlich rechts die Einstell- bzw. Ablesevorrichtung.

Das Rechenwerk scheint mit ähnlichen Fernmelderelais realisiert worden zu sein, wie die Z3:

Auch hier scheinen Teile zu fehlen, denn nach den Schrittschaltern suchen wir vergebens:

Das Ausgabefeld der Z4 ist breiter geworden und kann eine 9-Stellige Mantisse darstellen:

Und hier gibt es schon eine moderne Tastatur, wo man aber statt „Return“ noch „Fertig“ drückt, wenn man am Ende ist:

Und das sind wir nun auch, …

… vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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