Calitour – Teil sechs: Wielkopolski National Park / Lodz

Eigentlich wollte ich gestern Abend Anastazja noch einmal sehen, aber als dann ihre Antwort endlich kommt, schlummere ich bereits tief und fest – na ja, vielleicht schaue ich ja auf dem Rückweg nochmal vorbei.

Heute fahre ich auf alle Fälle weiter nach Lodz – hinter Warschau und Krakau die drittgrößten Stadt des Landes und in Deutschland bekannt durch Vicky Leandros‘ Gassenhauer Theo, wir fahr’n nach Lodz.

Vorher will ich aber noch ein bisschen die Umgebung von Posen sehen und steuere den „Wielkopolski National Park“ an, der nur eine halbe Stunde entfernt liegt.

Hier also die Route für heute – in die Mitte Polens:

Angekommen am See, fallen mir sofort die Wolkenspiegelungen auf:

So wie es auch im Wikipedia-Artikel steht, sehe ich hier vor allem Insekten – insbesondere Libellen:

Über eine Stunde versuche ich, Zeitlupen-Filme von diesem Exemplar zu drehen, …

… aber die Hübsche macht es mir nicht gerade leicht – immerhin …

… ein paar Aufnahmen sind mir dann doch gelungen:

Die ganze Zeit über höre ich einen Drosselrohrsänger singen und würde gerne ein Foto von ihm schießen – aber der versteckt sich gemeinerweise irgendwo im Schilf:

Stattdessen zeigt sich mir eine Libelle, die gerade ihre Beute verspeist:

Auf dem Rückweg komme ich an einem Vogelnamen-Spiel vorbei, …

… wo sich auch das Wort „Kos“ findet – Polnisch für Amsel und die frisst übrigens immer Anastazja’s Erdbeeren 🙂

Hier noch der Beweis, dass …

… es auch in Polen Bachstelzen gibt!

Dann geht es weiter über eine Mautstraße, …

… für die ich an drei Zahlstellen …

… insgesamt 11 Euro blechen muss.

Wie schon auf der Fahrt nach Posen fällt mir auf, dass die Gegend hier ziemlich flach ist:

Der Fahrbahnbelag ist super und im Radio läuft ein polnischer Sender mit sehr „chilliger“ Musik – da macht das „Cruisen“ mit dem California so richtig Spaß:

Nach gut 200 km erreiche ich Lodz, wo mir mal wieder ..

… eine Straßenbahn entgegenkommt:

Ich beziehe mein Zimmer, …

… das für 38 Euro die Nacht wirklich unglaublich komfortabel ist.

Dann besuche ich die Ulica Piotrkowska, …

… mit über vier Kilometern, eine der längsten …

… Einkaufsstraßen Europas:

Weil meine saubere Wäsche langsam zu Ende geht, kaufe ich dort zwei neue T-Shirts für zusammen 25 Euro: „Ziemlich teuer für Polen“, denke ich – aber laut Verkäuferin ist das normal.

Das Einkaufen hat mich hungrig gemacht – ich lese irgendwo „Sushi-Bar“ und betrete das Lokal: „Komisch“, hier sieht es gar nicht wie erwartet aus – trotzdem gehe ich zum Tresen und frage die Bedienung, ob man hier wohl Sushi essen kann. Sie erklärt mir etwas säuerlich, dass sie keine Sushi-, sondern eine Shisha-Bar seien – oops, das hatte ich dann wohl falsch gelesen. Ok gut, dann trinke ich halt nur ein Bier hier. Nach der Bestellung schaut mich die junge Dame irgendwie streng an und ich frage, ob alles in Ordnung sei. Sie klärt mich auf, dass ich nach der echt peinlichen „Sushi-Sache“ auch noch an der falschen Seite der Bar stehen würde. Zur Veranschaulichung, habe ich eine Skizze angefertigt:

Ich fühle mich als Gast nicht genügend geachtet und verlasse, ebenfalls etwas wütend, den Laden. Dann esse ich woanders statt Sushi ein blutiges Steak und tröste mich mit einem fruchtigem Getränk der Tyskie-Brauerei:

In Łódź (sprich Wodsch) werden übrigens die meisten polnischen Filme produziert, weshalb es auch HollyŁódź (sprich Hollywodsch) genannt wird.

Ähnlich zu Hollywood’s Walk of Fame, gibt es Sterne auf der Straße und …

… neben der Filmstars haben sich hier auch viele „normale“ Einwohner der Stadt verewigen lassen:

Man sieht überall Leihräder, die …

… auch eifrig benutzt werden:

Für die etwas trägeren Zeitgenossen …

… gibt es auch Fahrradrikschas:

Trotz dieser etwas altertümlichen Transportweise, wirkt alles ziemlich fortschrittlich und umweltfreundlich auf mich:

Dann wird es Abend …

… und ich mache in einem Irish Pub mit sonderbar überdachter Bar …

… beim Fußballschauen noch Bekanntschaft mit einem kleinen, etwas „brummeligen“, Iren, der mich irgendwie an einen Arbeitskollegen erinnert.

Ich beschließe den Abend im „El Cubano“, das mir von der T-Shirt Verkäuferin empfohlen wurde – aber selbst das Tanzen fühlt sich heute irgendwie komisch an.

Für mich war der Aufenthalt hier in Lodz nicht ganz so easy, aber wie schon in Posen, kam mir zumindest das Leben der Anderen sehr entspannt vor. Passend dazu gibt es für alle Daheimgebliebenen heute *zwei* entspannende Filme, um ein paar Minuten von der Arbeit abzuschalten:

Viele Grüße aus HollyŁódź!

Michael Holzheu

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