Calitour – Teil acht: Krakau

Nach dem langen Fußweg durch Warschau gestern, will ich heute mit dem California weiter nach Krakau …

… und zwar aus folgenden drei Gründen:

  1. Die Stadt ist weltbekannt und noch nicht abgehakt auf meiner persönlichen TODO-Liste.
  2. Nach dem ganzen Flachland der letzten Tage, will ich mal wieder Berge sehen und südlich von Krakau befindet sich mit der Hohen Tatra der höchste Teil der Karpaten.
  3. Danach habe ich vor, die Polen-Runde im einem Bogen über Breslau zurück nach Potsdam beenden.

Ich biege also Richtung Süden ab …

… und lege, vielleicht motiviert durch die bedrohlichen Wolken, …

… erst mal AC/DC ein:

Weil mich interessiert, wie polnische Campingplätze aussehen, steuere ich Kemping Clepardia an:

Dort fällt mir sofort auf, dass hier der Strom nicht aus aus CEE-, …

… sondern aus Schuko-Dosen kommt:

Zum Glück habe ich mich vorher im Internet schlau gemacht und ich bin auch für solche Fälle bestens vorbereitet …

… mehr dazu in „California für Anfänger“ Kapitel „Strom mit zwei Adaptern + Verlängerungskabel“: https://youtu.be/-qyyCGmjsEM

Nach der Lauferei gestern, fahre ich diesmal mit dem Bus in die Stadt: Hier fließt die Weichsel vorbei, die ich ja bereits aus Warschau kenne:

Im Hintergrund sehe ich bereits den Wawelhügel mit dem Schloss und der Kathedrale.

Es geht recht entspannt zu: Die Jüngeren liegen am Ufer und …

… die älteren Herrschaften unterhalten sich mit Schachspielen:

Bei der Fußball-WM tritt heute Deutschland gegen Mexiko an – deshalb organisiere ich mir erst mal einen Platz in der ersten Reihe …

… und schlendere nach dem etwas enttäuschendem 0:1 anschießend in die Stadt, wo eine Frau vor der Andreaskirche, ihr Talent unter Beweis stellt:

Dann geht es weiter …

… zum Hauptmarkt:

Dort singt ein Countertenor vor den Tuchhallen, …

… ebenfalls in extrem hohen Tonlagen.

Auf der anderen Seite der Hallen geht es etwas rockiger zu:

Hier präsentiert sich eine junge Blaskapelle, dessen Tubaspieler mit vollem körperlichen Einsatz unterwegs ist.

Am Rande des Platzes …

… ragt die gewaltige Marienkirche empor …

… und direkt davor warten wieder (wie schon in Warschau) Kutschen auf Kundschaft: Zunächst sehe ich ausschließlich hübsche junge KutscherInnen …

… und frage eine davon, ob hier wohl nur Frauen zugelassen seien – daraufhin zeigt mir dann noch die, weniger oft vorkommende, männliche Variante:

Auf der anderen Seite des Platzes gibt es einen begehbaren Kopf, …

…. geschaffen von dem polnischen Bildhauer Igor Mitoraj:

Sein Hauptthema war der menschliche Körper, seine Schönheit und Zerbrechlichkeit, und die tieferen Aspekte der menschlichen Natur, die unter dem Einfluss von Zeit und Umständen dargestellt wurden [Wikipedia]

Wirklich sehr schön gesagt!

Beim Schreiben dieser Zeilen, muss ich beim Wort „Zerbrechlichkeit“ und dem Anblick des verbundenen Kopfes an ein Ereignis denken, das von heute aus noch ein paar Tage in der Zukunft liegt – jetzt fühle mich jetzt fast wie ein Zeitreisender 🙂

Auf dem Rückweg komme ich wieder an der Andreaskirche vorbei, …

… wo die Opernsängerin immer noch aktiv ist und ein etwas seltsam aussehender Mann …

… andächtig zuhört.

Am Ende erklimme ich noch den Wawelhügel, …

… wo ich das weitere Vorgehen kläre: Heute hat sich Nicole aus Rumänien gemeldet und angefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr ein paar Tage am Schwarzen Meer zu entspannen – da hat sie ja wirklich den perfekten Zeitpunkt erwischt, weil ich heute fast am südlichsten Punkt meiner Polenreise bin.

Deshalb telefoniere mit Alena, um die Pläne abzustimmen: Sie meint, dass ein bis zwei zusätzliche Wochen in Potsdam für sie eigentlich ganz gut passen würden. Sie ist zwar in der Wohnung ihrer Großmutter nicht 100% beschwerdefrei, aber in Anbetracht der Umstände, fühlt sie sich doch einigermaßen gut.

Ein Ausflug ans schwarze Meer ist verlockend, auch deshalb, weil ich dann nochmal ans Donaudelta könnte, wo um diese Jahreszeit wahrscheinlich „Vogeltechnisch“ wesentlich mehr los ist, als letzes Mal – ich will aber nochmal drüber schlafen und sage Nicole, dass ich mich morgen wieder bei ihr melde.

Dann geht die Sonne erst hinter passend roten Haaren, …

… und dann hinter der Weichsel unter:

Auf dem Rückweg sehe ich noch ein paar junge Menschen beim Tanzen, …

… sehr romantisch – direkt am Ufer!

Noch ein letzter Blick zurück auf den Wawelhügel …

… und ich beende für heute meinen kurzen Ausflug zu der zweitgrößte Stadt Polens.

Viele Grüße aus Kraków!

Michael Holzheu

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